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Fußball
07/06/2016

Slowene Vesel neuer FIFA-Compliance-Chef

Tomaz Vesel folgt Domenico Scala nach.

Knapp zwei Monate nach dem Rücktritt von Chefaufseher Domenico Scala hat die FIFA Tomaz Vesel zum neuen Vorsitzenden ihrer Audit- und Compliance-Kommission ernannt. Der Präsident des slowenischen Rechnungshofes übernimmt das Amt vorerst bis zum nächsten Kongress des Fußball-Weltverbandes im Mai 2017 in Kuala Lumpur.

Die Berufung des 49-Jährigen ist nur möglich durch eine umstrittene Statutenänderung, die das Recht zur Ernennung des wichtigen Kontrolleurs derzeit dem FIFA-Council einräumt. Normalerweise wird der Posten vom Kongress vergeben. Wegen dieser Aufweichung der Kontrollmechanismen hatte Scala im Disput mit FIFA-Präsident Gianni Infantino seinen Posten aufgegeben. Der Compliance-Chef muss auch die Aktivitäten des Councils kontrollieren und ist für die Festlegung des Präsidentengehalts maßgeblich verantwortlich.

Ohne Fußball-Hintergrund

Vesel hat keine ausgewiesene Fußball-Vita, gilt aber als Experte für die Kontrolle von Geschäftsabläufen auf internationalem Niveau. Wie die FIFA am Mittwoch mitteilte, beriet der Jurist verschiedene Regierungen, er war auch für die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tätig. Nach Generalsekretärin Fatma Samoura, die für die UN arbeitete, ist er somit der zweite FIFA-Funktionär mit einem ausgewiesenen politischen Hintergrund.

"Ich freue mich darauf, für die FIFA zu arbeiten, um sicherzustellen, dass internationale Standards eingehalten werden und weiter der Weg der guten Regierungsführung beschritten wird, der in den Reformen festgelegt wurde", wird Vesel in der Mitteilung des Weltverbandes zitiert.

Infantino äußerte sich ebenfalls erfreut über die Neubesetzung: "Dies ist ein entscheidender Posten innerhalb der Organisation, und Herrn Vesels Prüfungskompetenz und internationale Erfahrung helfen, den Beteiligten Sicherheit zu geben und das Vertrauen in die FIFA wieder herzustellen."

Eine der wichtigsten Aufgaben Vesels wird sein, als Chef der Vergütungskommission die Gehälter von Infantino und Samoura festzulegen. Auch darüber war es zum Bruch mit Scala gekommen. Die Festsetzung von knapp zwei Millionen Schweizer Franken Jahresgehalt durch Scala soll Infantino in einer Council-Sitzung als "beleidigend" bezeichnet haben. Der FIFA-Chef wies diese Darstellung zurück und will sein Gehalt - den Statuten entsprechend - offenlegen, sobald die Höhe festgelegt wurde.

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