Sport | Fußball 25.01.2013

Schulte verlängert mit Schöttel

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Rapids neuer Sportdirektor setzt ein Zeichen und baut langfristig auf den Cheftrainer.

Vom anfänglichen Begleiter zum Entscheider wollte Helmut Schulte bei Rapid werden. Da sich der Deutsche als Sportdirektor schnell eingearbeitet hat, ist der 55-Jährige schon nach vier Wochen im Amt bereit, nicht nur zuzuhören, sondern auch Entscheidungen zu treffen – eine für die Zukunft des Vereins besonders wichtige Entscheidung sogar.

Helmut Schulte hat mir erklärt, dass er den im Sommer auslaufenden Vertrag von Peter Schöttel verlängern will. Diese Entscheidung fällt in seine Kompetenz und ist absolut in Ordnung. Diese Meinung deckt sich auch mit meiner“, erklärt Rapid-Präsident Rudolf Edlinger im KURIER-Gespräch.

Edlinger fliegt morgen in das Trainingslager nach Portugal, wo Schulte mit Schöttel die Vertragsdetails verhandeln wird. Scheitern könnte eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus nur noch an unterschiedlichen Auffassungen über die Dauer des Kontraktes.

"Seine Position darf nicht geschwächt werden"

Helmut Schulte (re) setzt auf Kontinuität
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Dass Schulte ein bewusstes Zeichen setzt und den Vertrag mit dem Cheftrainer noch vor dem richtungsweisenden Frühjahrsauftakt gegen die Austria verlängern will, erklärt sich aus seinem reichen Erfahrungsschatz. „In 30 Jahren im Profigeschäft wurde ich immer wieder in meiner Theorie bestätigt: Ein Trainer kann nur ein erfolgreicher Trainer sein, wenn er auch ein starker ist. Seine Position darf nicht geschwächt werden“, sagt der frühere Sportchef von St. Pauli. Da Fragen zur Zukunft des Rekord-Rapidlers nach der Krise im Oktober und November bald unausweichlich wären, „muss diese Situation relativ zügig geklärt werden“. Wobei sich Schulte auf kein bestimmtes Datum für die Verlängerung festlegen will.

Ursprünglich wollte Edlinger Schöttels Vertrag bereits im Herbst verlängern, der unvermutete sportliche Einbruch führte aber zu einem Stopp der Verhandlungen. „In einer Krise muss man auch auf die öffentliche Kommunikation achten. Wir haben damals entschieden, zuerst den Fehler mit dem fehlenden Sportdirektor auszubessern und zu warten, welche Meinung der neue Mann hat“, erklärt Edlinger.

Ein Bild gemacht

Schulte sah bisher fast alle Trainingseinheiten, sprach laufend mit Schöttel und stellte generell ähnliche Auffassungen fest. Außerdem setzt der Sauerländer auf Kontinuität. „Schulte hat immense Erfahrung und spricht die wesentlichen Punkte direkt an. Das tut dem Verein gut“, meint Schöttel, der gestern Thomas Prager aus dem Trainingslager verabschiedete, damit der Mittelfeldspieler mit einem Verein in England verhandeln kann.

Zum „Rapidler des Jahres 2012“ wählten die Fans Stürmer Deni Alar.

Erstellt am 25.01.2013