Sport | Fußball
04.03.2012

Schöttel, der Serienheld

Nach der 0:0-Serie peilt Rapid den nächsten Rekord an. Das Team von Peter Schöttel ist seit 13 Runden ungeschlagen

Peter Schöttel und seine Serien – das ist eine außergewöhnliche Verbindung. Zuerst benötigte der Rapid-Trainer 18 Pflichtspiele und fünf Monate, um eine Elf einlaufen zu lassen, die es in dieser Zusammensetzung schon einmal gegeben hatte. Kaum war der Stamm der Mannschaft gefunden, wurde das 0:0 zum Stammgast. Drei torlose Unentschieden in Folge bis zum 1:0 gegen Ried – diese einzigartige Serie brachte dem 44-Jährigen einen Eintrag in die Rapid-Historie.

Schöttel kann mittlerweile aber auch auf eine ausnahmslos positive Serie verweisen. Seit dem 3:4 bei der Admira vor fünf Monaten sind die Hütteldorfer 13 Runden ungeschlagen. Von den letzten zehn Rapid-Trainern seit Hans Krankl kann nur einer der Vorgänger Schöttels auf eine längere Serie von Ligaspielen ohne Niederlage innerhalb einer Saison verweisen (siehe Bildergalerie). Heribert Weber brachte es in der Saison 1998/’99 auf 15 ungeschlagene Partien en suite, ehe Austria Lustenau in der 32. Runde 2:0 gewann.

Abgehängt

"13 Spiele ohne Niederlage beweisen, wie stabil wir defensiv sind. Da aber leider acht Unentschieden dabei waren, hat diese Serie noch nicht gereicht, um sich in der Tabelle abzusetzen", sagt Schöttel, der den Kampf-Sieg gegen Ried als "extrem wichtig" einstuft: "Die 0:0-Serie haben wir wie einen Rucksack mit uns herumgetragen. Es war daher sehr schön, wie sich die Mannschaft in Unterzahl präsentiert hat und uns die Fans dabei geholfen haben. Jetzt wollen wir noch die nötige Arbeit am Offensivspiel verstärken."

Immerhin hat Schöttel bereits in seiner ersten Saison bei Rapid die Bestwerte der Meistertrainer Dokupil (elf ungeschlagene Spiele), Hickersberger (zehn) und Pacult (zwei Mal elf) überboten. Dass die Mini-Serien von Matthäus und Zellhofer mit jeweils nur drei Partien ohne Pleite kein Maßstab sein konnten, ist bei den Ansprüchen des Rekordmeisters ohnehin klar.

Doch auch der Rekord von Weber ist aufgrund der Probleme in Salzburg in Griffweite. "Wir wollen in Salzburg etwas mitnehmen. Und dann warten die Heimspiele gegen Mattersburg und Kapfenberg", weiß Schöttel, der sich aber zu keinen meisterlichen Rechenspielen hinreißen lässt: "Uns fehlt noch – wie auch allen anderen Teams – die Leichtigkeit und Selbstsicherheit in der Offensive."