Salzburg-Trainer Roger Schmidt hat seine Zukunft in der Hand - dank einer Ausstiegsklausel in seinem Vertrag.

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Bundesliga
04/11/2014

Schmidt hat eine Ausstiegsklausel

Der Meister-Trainer könnte Salzburg trotz eines bis 2016 laufenden Vertrages im Sommer verlassen.

von Stephan Blumenschein

Dass die berufliche Zukunft von Trainer Roger Schmidt in diesen Tagen zum Thema werden wird, damit hatte aufgrund der Salzburger Erfolge in dieser Saison wohl niemand gerechnet: frühester Meister in der Bundesliga-Geschichte, bereits über 100 Tore in der Bundesliga erzielt, dazu noch der Einzug ins Europa-League-Achtelfinale mit dem mehr als unglücklichen Ausscheiden gegen den FC Basel. Und das alles noch dazu verbunden mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung mit dem Deutschen erst Ende Dezember 2013.

Doch seit Donnerstag ist die Zukunft von Schmidt ein Thema, sogar ein ziemlich brisantes. Dazu hat es der mittlerweile 47-Jährige selbst gemacht. In der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel am Samstag gegen Sturm Graz gab Schmidt zu, dass es Anfragen anderer Klubs gegeben habe, er sich damit beschäftige und in Ruhe seine Entscheidungen treffen werde. Und das, obwohl er erneut bekräftigte, dass er sich in Salzburg sehr wohl fühle. Das kam als Antwort auf folgende Frage eines Radio-Journalisten: „In Deutschland hält sich hartnäckig das Gerücht Roger Schmidt zu Eintracht Frankfurt. Können Sie damit aufräumen, was ist da dran, was ist da nicht dran?“

Freie Wahl

Als wäre das alles nicht brisant genug, gab es noch eine Zugabe. In einem Radiointerview mit ORF Salzburg wurde Schmidt auf die Frage nach seiner Zukunft noch konkreter. „Diese Frage muss ich mir nun selbst beantworten. Es ist so, dass dies in meiner Hand liegt. Da werde ich mir ganz ausführlich Gedanken darüber machen. Aber dass das für mich keine einfache Entscheidung wäre, hier wegzugehen, ist glaube ich klar. Konkretes aus Deutschland gab es schon öfters, nur jetzt liegt es in meiner Hand.“

Eine Antwort, die nur eine Schlussfolgerung zulässt: Schmidt hat, anders als in seinem ersten Vertrag, in seinem neuen eine Ausstiegsklausel. KURIER-Recherchen ergaben, dass dem wirklich so ist. Offiziell Stellung dazu wollte aber niemand nehmen. Ungewöhnlich ist das überhaupt nicht. Über Vertragsdetails wurde von Klub- und Konzernseite noch nie gesprochen – ausgenommen über die Vertragsdauer.

Die wurde auch bei der Vertragsverlängerung von Schmidt veröffentlicht. Sein Vertrag läuft eigentlich noch bis Sommer 2016. Ob er diesen wirklich erfüllen wird, ist jetzt zumindest fraglicher als noch vor der Pressekonferenz am Donnerstag. Bis zu dieser war jeder Salzburg-Insider davon ausgegangen war, dass Schmidt auch in der kommenden Saison den Meister betreuen und versuchen wird, als erster Trainer der Red-Bull-Ära, die Qualifikation für die Champions League zu erreichen - und damit das eigentliche Konzernziel.

Heißer Kandidat

Dass Schmidt in Frankfurt im Gespräch sei, ist eigentlich nichts Neues. Seit Wochen sucht die Eintracht einen Nachfolger für Trainer Armin Veh, der den deutschen Bundesliga-Klub mangels sportlicher Perspektiven im Sommer verlassen wird. Von Beginn der Trainersuche an stand Schmidt neben Ex-Bremen-Trainer Thomas Schaaf im engeren Kandidatenkreis der Frankfurter.

Nun soll die Trainersuche kurz vor dem Abschluss stehen. Die Verantwortlichen haben eine „Idealvorstellung“ im Kopf, sagte Sportdirektor Bruno Hübner Sky Sport News HD: „Wir haben gute Chancen, dass er letztendlich zu uns kommt.“

Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass Schmidt einen Klub verlassen würde, obwohl er erst kurz davor seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hatte. Das passierte auch im Sommer 2012. Damals wechselte er nach Salzburg, obwohl sein neuer Vertrag in Paderborn noch bis 2014 gelaufen wäre. In diesem hatte er jedoch keine Ausstiegsklausel, Red Bull bezahlte aber die vom deutschen Zweitligisten geforderte eine Million Euro Ablöse.

Gerücht Hütter

Schmidts unerwartete Aussagen befeuerte auch die Salzburger Gerüchteküche. Ein Trainername musste einfach fallen. Und er fiel natürlich auch schon: jener vom scheidenden Grödig-Coach Adi Hütter. Dem Ex-Salzburg-Spieler und Ex-Coach der Red-Bull-Juniors wird ein Naheverhältnis zu Salzburgs Sportchef Ralf Rangnick nachgesagt, obwohl er dieses zuletzt dementierte.

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