Salzburg muss gewinnen

UEFA EUROPA LEAGUE: FC BASEL - RED BULL SALZBURG
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH Salzburg-Torjäger Jonatan Soriano konnte es nicht fassen: Der Spanier fand in Basel keine einzige Torchance vor.

Nach dem 0:0 im Achtelfinal-Hinspiel ist im Duell mit Basel alles offen.

Hätte Stefan Ilsanker seine Kopfballchance in der 2. Minute verwertet, dann wäre wohl alles so gelaufen wie immer, dann hätten die Salzburger das Europa-League-Achtelfinal-Hinspiel in Basel wahrscheinlich ähnlich klar gewonnen wie das Sechtzehntelfinal-Hinspiel in Amsterdam (3:0). Doch hätte hin und wäre her: Auch nach dem 0:0-Endstand lebt die Salzburger Chance auf den Aufstieg.

Am  Donnerstag treffen einander der österreichische und der Schweizer Tabellenführer wieder – dieses Mal  allerdings in einer vollen Red-Bull-Arena und nicht in einem halbleeren St.-Jakob-Park.

Dass einige Salzburger die Enttäuschung über das Ende der 14 Partien dauernden Siegesserie bei der Nummer 22 im UEFA-Klubranking nicht verbergen konnten, beweist nur, wie hoch die Ansprüche  geworden sind. „Wir sind schon gar nicht mehr gewohnt gewesen, nicht zu gewinnen“, meinte Ilsanker.

Die Ausgangslage für das Rückspiel ist klar: Die Salzburger brauchen einen Sieg, um ins Viertelfinale aufzusteigen. Den Baslern reicht ein Remis, allerdings müssen auch die Schweizer ein Tor schießen, um sich ein Elfmeterschießen zu ersparen.

Salzburger Heimserie

Dass beide Teams sowohl das eine als auch das andere können, beweist die bisherige Saison. Salzburg hat seit dem 22. September 2013  (2:2 gegen den WAC) alle elf Heimspiele gewonnen, Basel auswärts bisher ein einziges Spiel verloren – in der Champions-League-Gruppenphase bei Schalke (0:2). Damals hätte den Schweizern ebenfalls ein Unentschieden zum Weiterkommen gereicht.

Im Rückspiel werden die Mannschaften personell in jedem Fall ein anderes Gesicht haben als im Hinspiel. Bei Salzburg ist Innenverteidiger Martin Hinteregger gesperrt, ihn wird Rodnei ersetzen. Und vielleicht wird auch Alan wieder fit. Der fehlte Jonatan Soriano in Basel als kongenialer Partner.

Aber auch die Schweizer werden  personell verändert in Salzburg antreten. Trainer Murat Yakin hofft, dass die Offensivspieler Marco Streller und Marcelo Diaz wieder einsatzfähig sein werden. Seinen besten Mann aus dem Hinspiel muss Yakin allerdings ersetzen: Geoffroy Serey Die ist gesperrt.

Der Ivorer bremste nicht nur Sadio Mané, sondern zeigte immer wieder, wie sich das Pressing der Salzburger ausspielen lässt: mit klugen Pässen, mit starken Dribblings, aber auch mit einer Portion Härte.

Für seinen Trainer ist das Rückspiel momentan aber gar nicht so wichtig – Yakin setzt andere Präferenzen. „Das Spiel in Aarau am Sonntag ist für mich wichtiger“, sagt der 39-Jährige. Der FC Basel ist zwar Tabellenführer in der Super League, aber liegt nur fünf Punkte vor der Konkurrenz. Der Meistertitel in der Schweiz ist finanziell übrigens äußerst lukrativ, ist dieser doch gleichbedeutend mit der direkten Qualifikation für die Champions League.

„In Salzburg wird das anders sein. Die können sich schon auf das Rückspiel konzentrieren“, glaubt der Basel-Trainer. Recht hat er. Denn im Gegensatz zu seinem Team ist Red Bull zu 99,99 Prozent Meister – egal, wie die WAC-Partie am Sonntag endet.

Wenn die Konkurrenz am Samstag mitspielt, dann könnte Salzburg sogar schon zum Abschluss des dritten Saisonviertels den Titel in Österreich fixieren – mit dem zwölften Heimsieg in Serie.

Basel - Salzburg in Bildern

Slazburg erwischte einen guten Start in die Partie: Ilsanker (li.) scheiterte nach zwei Minuten mit einem Kopfball an Basel-Goalie Sommer. Auch in Folge blieben die Gäste aus Salzburg am Drücker. Kampl probierte es zweimal, bei beiden Versuchen scheiterte er am starken Yann Sommer. In der 20. Minute wollte Mane einen Elfmeter herausholen, doch Schiedsrichter Hategan zeigte dem Senegalesen zurecht Gelb für seine Schwalbe. In der Folge wurde das Spiel immer ruppiger. Der Schweizer Schwegler und sein Gegenspieler Degen gerieten immer wieder aneinander. Die beste Basler Chance in der ersten Hälfte vergab Sio, der nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball bekam. Kurz danach vergab auch Basel-Kapitän Stocker eine gute Gelegenheit, sein Schuss aus kurzer Distanz ging direkt auf Salzburg-Keeper Gulacsi. Ohne Tore ging es in die Halbzeitpause, obwohl beide Mannschaften die eine oder andere gute Einschussgelegenheit gehabt hatten. Nach dem Wiederanpfiff sahen die 17.700 Zuschauer im St. Jakob-Park fast dasselbe Bild wie zu Beginn der Partie. Der bis dato unauffällige Soriano hatte die erste Chance in Hälfte zwei. Kampl & Co. hatten mehr Ballbesitz, dennoch haperte es hie und da im Spiel nach vorne. Die Pässe kamen nicht so an, wie man das in den letzten Wochen beim überlegenen Bundesliga-Leader gesehen hatte. Am Ende blieb es beim torlosen Unentschieden, das beide Teams vom Einzug ins Viertelfinale träumen lässt.
(KURIER) Erstellt am
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