Sport | Fußball 05.12.2011

Salzburg & Austria: Strategietausch

© Bild: reuters

Während die Austria die Zahl der Legionäre fast geviertelt hat, verdoppelte Gegner Salzburg die Zahl der Gastarbeiter.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte die Austria doppelt so viele Legionäre wie Salzburg. Vor sechs Jahren arbeiteten noch 18 Fußball-Gastarbeiter für die Wiener, in Salzburg hatte der damalige Trainer Kurt Jara nur neun in seinem Kader.

Mittlerweile hat sich das Verhältnis mehr als umgekehrt. Salzburg-Trainer Ricardo Moniz kann vor dem Schlager am Sonntag zum Saisonauftakt gegen die Austria aus 17 Legionären auswählen, dazu werden mit den Brasilianern Jefferson und Alex Rafael (beide RB Brasil) noch zwei weitere kommen.

Sein Gegenüber, Austria-Trainer Karl Daxbacher, hat hingegen nur mehr ein Quintett ohne österreichischen Pass zur Verfügung. Eigentlich nur ein Quartett, denn der Brasilianer Schumacher spielt in den Planungen keine Rolle mehr.

Patriotisch

Heimat bist du großer Talente. Den Weg der jungen Österreicher wird und kann die Austria aus finanziellen Gründen so bald nicht verlassen, wobei Trainer Karl Daxbacher einräumt: "Auf Sicht werden wir nicht nur mit Talenten auskommen." Dennoch versucht man den aktuellen Abgang von Julian Baumgartlinger mit eigenen Kräften zu kompensieren. Sportmanager Thomas Parits: "Junge Spieler wie Dilaver oder Gorgon werden nun ihre Chance erhalten."

Über die Salzburger Ankündigung, auf Rot-Weiß-Rot zu setzen, kann Daxbacher nur schmunzeln: "Reden ist das eine, umsetzen das andere. Aber unterm Strich steht nur der Erfolg."

In Salzburg hätte man aber auch gerne mehr Österreicher im Kader. Doch die Wunschspieler Julian Baumgartlinger und Zlatko Junuzovic wollten nicht von der Austria nach Salzburg kommen. Trotzdem ist die Transferpolitik der Salzburger nicht ganz nachvollziehbar.

"23 Spieler", hatte Ricardo zum Saisonende gemeint, wolle er in seinem Kader haben. Mittlerweile stehen 29 Spieler unter Salzburger Sold. Ein Trio (Schiemer, Mendes, Douglas) fehlt derzeit verletzt. Trotzdem sind es immer noch drei Profis mehr als angekündigt.

Ob da die jungen Österreicher Teigl, Meilinger, Offenbacher und Hinteregger wirklich regelmäßig zum Einsatz kommen werden. Am Sonntag wird nur Letzterer spielen, aber auch nur, weil in der Salzburger Innenverteidigung der personelle Notstand herrscht.

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Erstellt am 05.12.2011