Sport | Fußball
05.12.2011

Salzburg angelt nach Maierhofer

Transfer-Coup: Der Zwei-Meter-Mann soll für den Tabellenführer den Kopf hinhalten. Der Ex-Rapidler ist interessiert.

Eigentlich wollte sich Salzburg-Stürmer Alan nur von seinem ehemaligen Arbeitskollegen Joaquin Boghossian verabschieden. Pech für Alan, dass die FIFA so etwas nicht will: Slogans auf Unterleiberln sind verboten. Also sah der Brasilianer am Sonntag nach seinem Tor zum 3:1-Endstand in Ried Gelb, weil er den aufs Leibchen gekritzelten Spitznamen Boghossians "Bogho" den TV-Kameras präsentierte.

Vielleicht hatte Alan aber auch Glück, dass er schon Gelb gesehen hatte. Denn Schiedsrichter Harkam hätte ihm in der zweiten Hälfte direkt die Rote Karte zeigen müssen, als er sich beim Rieder Provokateur Anel Hadzic für ein Foul von hinten mit einem Fußtritt revanchierte. Aber der 22-Jährige sah wieder nur die Gelbe Karte.

Gelb plus Gelb ergibt zwar auch Rot, aber Alan wird nur gegen Sturm fehlen. Bei einem Ausschluss wegen einer Tätlichkeit wäre er wohl für drei Spiele gesperrt worden.

Stürmermangel

Trotzdem: Alans Ausschluss zeigt, wie dünn Salzburgs Personaldecke im Angriff ist. Nach dem Abgang von Boghossian, der am Sonntag für ein Jahr an Nacional Montevideo verliehen worden ist, wird Salzburg auf jeden Fall einen neuer Stürmer verpflichten. "Wir müssen einen holen", kündigt Salzburg-Sportchef Heinz Hochhauser an.

Trainer Ricardo Moniz hat klare Vorstellungen, welche Qualitäten der Neue haben soll: "Wir brauchen Höhe." Also soll als Boghossian-Ersatz wieder ein Spieler jenseits der 1,90 Meter Körpergröße kommen.

Der durch schwedische Medien mit Salzburg in Verbindung gebrachte Mattias Ranégie (BK Häcken) würde mit 1,96 Metern zwar ins Anforderungsprofil passen, aber die Lösung des Sturmproblems wird wohl wesentlich naheliegender sein.

Der 2,02 Meter große Stefan Maierhofer war bei Red Bull schon einige Male im Gespräch. Nun steht er aber wirklich ganz oben auf der Salzburger Wunschliste: Der am Dienstag 29-jährige Ex-Rapidler, dessen Vertrag beim Premier-League-Klub Wolverhampton Wanderers noch ein Jahr läuft, bestätigt im KURIER-Gespräch das beidseitige Interesse. Maierhofer hätte zwar mit Eintracht Frankfurt auch noch eine zweite Option. Doch der ebenfalls interessierte deutsche Zweitligist darf wegen Lizenzauflagen derzeit kein Geld für neue Spieler ausgeben.

Ablöse

Wolverhampton erklärte Maierhofer, dass er um 1,5 Millionen Euro gehen darf. Eine Summe, die für Salzburg wohl ein geringes Problem wäre. Überhaupt, weil in diesem Sommer mit der Ausnahme des von NAC Breda ausgeliehenen Leonardo nur ablösefreie Spieler verpflichtet worden sind. Offiziell ist Maierhofer in Salzburg natürlich kein Thema. "Ich nenne sicher keine Namen von Kandidaten", sagte Sportchef Heinz Hochhauser nach der Ried-Partie.

Verschwiegenheit über interne Angelegenheit gehört nämlich zur Red-Bull-Philosophie: Über laufende Verhandlungen wird nicht gesprochen. Ein fixer Transfer wird erst publik gemacht, wenn ein Spieler die medizinischen Tests bestanden und seinen Vertrag unterschrieben hat. So weit ist man bei Maierhofer allerdings noch nicht.

Damit der neue Stürmer allerdings in den Europa-League-Play-off-Spielen gegen Omonia Nikosia spielberechtigt ist, müsste der Transfer freilich rasch über die Bühne gehen. Bis Mittwoch (24 Uhr MESZ) dürfen die Salzburger einen Spieler bei der UEFA nachmelden. Am Tag danach absolviert Salzburg das Hinspiel in Zyperns Hauptstadt (19 Uhr, live ORFeins).