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07.06.2017

Rekorde und Kuriositäten aus der Saison 2016/’17

Die 54 Champions in Europa sind gekürt. Der KURIER gibt den Überblick:

The same procedure as every year: Zum vierten Mal in Serie kürte sich Red Bull Salzburg zum österreichischen Meister – und das mit zwei klubinternen Rekorden. Noch nie wurden so viele Punkte geholt (81), noch nie wurden so wenige Gegentreffer kassiert (24).

Salzburg ist einer von 54 europäischen Meistern (siehe unten). Der KURIER hat sich in den Ligen umgeschaut und einige Highlights gefunden.

Polen

Die letzte Entscheidung war eine der spannendsten. In der letzten Runde der Extraklasa am Pfingstsonntag hatten noch vier Klubs Titelchancen. Am Ende machte wieder Legia Warschau das Rennen. Allerdings musste der Titelverteidiger zittern. Das Heimspiel gegen Lechia Gdańsk (0:0) war längst beendet als in Białystok noch gespielt wurden. Dort spielten mit Jagiellonia und Lech Posen die zwei anderen Titelkandidaten gegeneinander. Diese Partie musste wegen Bengalischen Fackeln, die auf das Spielfeld geworfen worden waren, lange unterbrochen werden. Zehn Minuten musste Legia bangen. Erst als das Parallelspiel abgepfiffen wurde, stand der Titel fest. Die Partie endete 2:2. Hätte Jagiellonia Białystok noch ein Tor geschossen, wäre man selbst Meister geworden. Für Lech, der Mannschaft von Ex-Austria-Coach Nenad Bjelica, reichte es zu Platz drei. Gdańsk wurde nur Vierter.

Moldau

Noch spannender war die Titelentscheidung in der Republik Moldau. Sheriff Tiraspol und Dacia Chișinău hatten nach 30 Runden je 69 Punkte auf dem Konto. Ein Finalspiel entschied um den Titel. In diesem stand es nach 120 Minuten 1:1. Im Elfmeterschießen warfen die Dacia-Spieler die Nerven weg, Sheriff gewann mit 3:0 und fixierte den 15. Meistertitel.

Schottland

Zum sechsten Mal in Serie wurde Celtic Glasgow Meister. Obwohl der ewige Rivale, die Glasgow Rangers, nach vier Jahren Pause wieder in der Scottish Premiership mitspielen durften, war es erneut ein Solo. Celtic beendete die Saison ungeschlagen, holte 106 von 114 möglichen Punkten und hatte 30 Punkte Vorsprung auf Vizemeister Aberdeen. Dazu gewannen „The Bhoys“ auch noch den Liga- und den Verbandspokal, holten also dazu noch das schottische Triple.

Frankreich

Zum ersten Mal nach 17 Jahren Pause wurde AS Monaco Meister. Der achte Titel in der Klubgeschichte wurde von den Monegassen mit begeisterndem Offensivfußball geholt. In 38 Spielen gelangen 107 Treffer, also fast drei pro Partie. Dass trotzdem kein Monaco-Stürmer Torschützenkönig wurde, ist kurios. Radamel Falcao landete mit 21 Saisontoren nur auf Platz drei. PSG-Stürmer Edinson Cavani (35 Tore) und Lyon-Angreifer Alexandre Lacazette (26) waren noch treffsicherer.

Georgien

Der FC Samtredia feierte seine Titelpremiere – in einer kurzen Saison mit nur 13 Spielen. Weil der georgische Verband die Umstellung des Spielbetriebes auf den Kalenderjahresmodus beschlossen hatte, gab es 2016 zwei Meister. Nachdem Dinamo Tiflis die Saison 2015/’16 auf Platz 1 abgeschlossen hatte, wurde im Herbst eine Zwischensaison gespielt – in zwei Gruppen zu je sieben Teams. Die Ersten, Tschichura Satschchere und Samtredia, ermittelten in zwei Finalspielen im Dezember den Meister. Dem Klub aus der 25.000-Einwohner-Stadt reichte nach einem 2:0-Heimsieg im Rückspiel in Satschchere ein 2:2.

Rumänien

Viitorul Constanța wurde erst 2009 gegründet. Der Klub ging aus der Fußballschule des ehemaligen rumänischen Stars Gheorghe Hagi hervor, der auch Eigentümer und Trainer von Viitorul ist. In der fünften Saison in der Liga 1 wurde der Klub aus der Stadt am Schwarzen Meer erstmals Meister. Wie Rekordmeister Steaua Bukarest hatte Viitorul nach zehn Spielen der Meisterrunde 44 Punkte, die bessere Bilanz in den direkten Duellen sprach für Hagis Team.

Weißrussland

Kein anderer Klub dominiert eine europäische Liga schon so lange wie BATE Borissow die Wyschejschaja Liha. Seit dem Titel für Schachtjor Soligorsk 2005 gewann immer der Klub aus der Stadt nahe Minsk den Titel. Die elfte Meisterschaft in Folge war ein Solo. Nach 30 Saisonspielen hatte BATE elf Punkte Vorsprung auf Vizemeister Soligorsk.

Litauen

Was Salzburg in Österreich schaffte, gelang auch Žalgiris. Der Klub aus Vilnius holte das vierte Double in Serie und gehört weltweit zu den Top 10 der Double-Seriengewinner. Auch 2017 schaut es gut aus: Žalgiris liegt in der Ganzjahresmeisterschaft klar auf Platz 1.

Die Vereinigung Europäischer Fußballverbände (kurz UEFA) hat derzeit 55 Mitglieder. In 54 Verbänden gibt es eine nationale Meisterschaft. Nur in Liechtenstein wird kein Meister ermittelt. Die Vereine aus dem Fürstentum spielen im Schweizer Ligasystem mit. Mit dem FC Vaduz ist aber gerade der beste Verein Liechtensteins aus der Super League abgestiegen. Am Pfingstsonntag fiel in der polnischen Extraklasa die letzte Titelentscheidung. Damit stehen alle Meister der UEFA-Verbände der Saison 2016/’17 fest.

Alle 54 Titelträger im Überblick:

Albanien FK Kukesi
Andorra FC Santa Coloma
Armenien Alaschkert Martuni
Aserbaidschan FK Qarabağ Ağdam
Belgien RSC Anderlecht
Bosnien HSK Zrinjski Mostar
Bulgarien Ludogorez Rasgrad
Dänemark FC Kopenhagen
Deutschland FC Bayern München
England Chelsea London
Estland Infonet Talinn
Färoer Vikingur Gøta
Finnland IFK Mariehamn
Frankreich AS Monaco
Georgien FC Samtredia
Gibraltar Europa FC
Griechenland Olympiakos Piräus
Irland FC Dundalk
Island FH Hafnarfjardar
Israel Hapoel Beer-Sheva
Italien Juventus Turin
Kasachstan FK Astana
Kosovo Trepça' 89
Kroatien NK Rijeka
Lettland Spartaks Jurmala
Litauen Zalgiris Vilnius
Luxemburg F91 Düdelingen
Malta Hibernians FC
Mazedonien Vardar Skopje
Moldau Sheriff Tiraspol
Montenegro Buducnost Podgorica
Niederlande Feyenoord Rotterdam
Nordirland Linfield Belfast
Norwegen Rosenborg Trondheim
Österreich Red Bull Salzburg
Polen Legia Warschau
Portugal Benfica Lissabon
Rumänien Viitorul Constanta
Russland Spartak Moskau
San Marino SP La Fiorita
Schottland Celtic Glasgow
Schweden Malmö FF
Schweiz FC Basel
Serbien Partizan Belgrad
Slowakei MSK Zilina
Slowenien NK Maribor
Spanien Real Madrid
Tschechien Slavia Prag
Türkei Besiktas Istanbul
Ukraine Schachtjor Donezk
Ungarn Honved Budapest
Wales The New Saints
Weißrussland FK BATE Borissow
Zypern APOEL Nikosia