Reiter: "Der Erfolg ist schmerzhaft"

Reiter: "Der Erfolg ist schmerzhaft"
Der Rieder Rechen-Meister im KURIER-Interview

Ried war Abstiegskandidat und wurde Cupsieger. Diese Saison fielen sieben Stammspieler weg – mit dem Herbstmeistertitel als Ergebnis. Erfolgsmanager Stefan Reiter spricht über Effizienz und ihre Schattenseiten.

KURIER: Der KURIER hat berechnet, wie effizient die Klubs ihr Geld einsetzen. Überrascht es Sie überhaupt, dass Ried gut abschneidet?
Stefan Reiter: Wenn man ein Jahr lang ohne großes Budget gut dasteht, kann das auch Zufall sein. Es geht um Nachhaltigkeit. Und nachdem wir in Ried mit unserem Weg seit sechs Jahren durchgehend Erfolg haben, kann ich sagen, dass wir die Effizienz Richtung Optimum treiben.

Alles andere als effizient ist Salzburg. Wird Ried-Ehrenpräsident Vogl als neuer Geschäftsführer dort Rieds Sparsamkeit einführen?
Nein. Das sind zwei verschiedene Welten. Bei Salzburg sind Titel und Erfolge im Europacup das Minimum, in Ried wird man nie eine konkrete Platzierung als Auftrag bekommen.

Was ist entscheidend, um effizient zu arbeiten?
Es geht auch um die Erwartungshaltung. Salzburg gibt so viel aus, weil das Geld ohnehin da ist und sie durch die Einkäufe ihr Risiko minimieren wollen.

Das heißt, Ried nimmt hohes Risiko?
Absolut. Wir holen Spieler, die nichts kosten, weil sie zuletzt enttäuscht haben, noch sehr jung sind, oder unbekannte Spanier. Diese Rechnung geht nur auf, wenn sie in Ried stärker werden und den Marktwert erhöhen. Das geht nur über besonders harte Arbeit von allen. Dieser Erfolg hat dann seinen Preis.

Und zwar?
Die Besten werden immer abgeworben und diese Einnahmen laufen dann in Budget und Infrastruktur. Der Erfolg ist schmerzhaft. Es wäre schon schön, einmal über Investitionskapital verfügen zu können.


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