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21.03.2016

Red Bull Salzburg steht wieder ein Umbruch bevor

Trainer Óscar García benötigt für sein Wunschsystem neue Flügelstürmer.

Salzburg im März 2016 hat nur mehr marginal etwas mit Salzburg im März 2014 zu tun. Vor zwei Jahren hatte Red Bull unter Trainer Roger Schmidt mit einer spielerischen Leichtigkeit die Bundesliga dominiert. Diese ist mittlerweile nach den Abgängen zahlreicher Leistungsträger wie Sadio Mané, Kevin Kampl oder Alan verloren gegangen.

Salzburg ist zwar wie im März 2014 auch derzeit Tabellenführer, aber die Spiele enthalten ziemlich viel Krampf und Kampf. Auch beim mageren 2:1-Heimsieg am Samstag gegen Mattersburg gab es viel zu viele Leerläufe, auch wenn sich Trainer Óscar García zufrieden zeigte: "Es war eine tolle Leistung von allen Spielern."

Der Umbau der Mannschaft ist (noch) nicht gelungen. Von den elf Neuzugängen im Sommer 2015 ist (bis jetzt) eigentlich nur einer eine Verstärkung: der Brasilianer Paulo Miranda – und das hätte sich nach dessen inferiorem Einstand auch niemand gedacht. Flops wie die ausgeliehenen Hany Mukhtar und Omer Damari, die beide gegen Mattersburg nicht im Kader standen, werden in Salzburg keine Zukunft mehr haben.

Systemfrage

Gegen die Burgenländer bot Óscar wieder eine 4-4-2-Grundformation mit einer Raute im Mittelfeld auf. "Nachdem wir keine Außenstürmer haben, müssen wir ein System spielen, in dem sich die Mannschaft wohlfühlt", erklärte der Spanier. Für Óscars bevorzugte Grundordnung, das 4-3-3, fehlen also seiner Meinung nach die geeigneten Spielertypen in der Offensive. "Im Kader haben wir nicht viele Außenstürmer", sagte der 42-Jährige. Will er das im Sommer verändern? "Wenn ich kann, dann ja", antwortete der Ex-Barcelona-Spieler.

Aber nur mit neuen Flügelstürmern wird es nicht getan sein. Die Abhängigkeit von Naby Keita ist extrem: Kein anderer zentraler Mittelfeldspieler kann den Afrikaner, der seinen Vertrag vorzeitig bis 2021 verlängert hat, nur annähernd entlasten. Eigentlich war Christoph Leitgeb und Reinhold Yabo diese Rolle zugedacht gewesen. Beide fallen aber nun schon seit Monaten mit Knieproblemen aus. Und dass sie Keita bald helfen werden, ist eher unwahrscheinlich.