Zoran Barisic hatte bei Rapid Auf und Abs.

© APA/HERBERT NEUBAUER

Nachgefragt
04/20/2014

Barisic: "Ohne Trainerteam bin ich nichts"

Nach seinem ersten Jahr als Rapid-Trainer zieht Zoran Barisic Bilanz.

von Alexander Huber

Mit Zahlen ist Zoran Barisic nach seinem ersten Jahr als Cheftrainer von Rapid nicht zu überraschen. Sowohl die Summe der bisher gecoachten Pflichtspiele (50) als auch jene der eingesetzten Spieler (30) hat der 43-jährige Wiener parat. Die Rechnung in Grödig ist noch einfacher: Mit einem Sieg kann der frühere Amateurtrainer zum zweiten Mal in Folge die Europacup-Qualifikation fixieren.

Zu seinem ersten Jahrestag als Hauptverantwortlicher in Hütteldorf spricht Barisic im KURIER-Interview über ...

... das Duell mit Europacup-Konkurrent Grödig: Wir betrachten das als Finalspiel, das wir unbedingt gewinnen wollen. Wir werden auf alles vorbereitet sein und auch so auftreten.

... seine Zusage als Nachfolger von Peter Schöttel vor einem Jahr: Ich wollte schon die Chance sehen, dass es nicht nur interimistisch ist. Mir war aber auch klar: Wenn ich es nicht in den Europacup schaffe, wäre es mein letztes Engagement als Rapid-Trainer gewesen. Dieses Risiko bin ich eingegangen.

... die Anstrengungen als Rapid-Trainer: Ich wusste, dass es kaum noch Privatleben geben wird und hab’ mich darauf eingestellt. Meine Familie lebt das mit und ist bei fast allen Spielen dabei. Nächste Saison fällt zumindest der Stressfaktor Trainerausbildung weg.

... sein Thema für die schriftliche Trainer-Arbeit zum Abschluss der UEFA-Pro-Lizenz: Ich werde über die Entwicklung junger Spieler hin zur Kampfmannschaft schreiben. Wie kann man die in Österreich noch problematische Schnittstelle zu den Profis schließen? Da will ich meine Erfahrungen von der Basis praxisnah einbringen.

... den schönsten Moment bisher: Das Glücksgefühl war sehr groß, als wir in Georgien in die Europa-League-Gruppenphase gekommen sind. Zum einen, weil uns das zum Saisonstart niemand zugetraut hatte. Zum anderen, weil ich wusste, dass mit diesen Millionen auch Arbeitsplätze im Klub gesichert werden können. Da ist viel Last von den Schultern gefallen.

... seine schönsten Siege: Die Derby-Siege, das 2:1 gegen Salzburg und zuletzt das 2:0 gegen Sturm, weil da die Unterstützung im ganzen Stadion außergewöhnlich war.

... den bisher bittersten Moment: Das war der Saisonstart mit dem Cup-Aus beim LASK und gleich darauf der im Finish vergebene Sieg in Wolfsberg in der ersten Runde.

... sein Verhalten, wenn der Druck besonders groß ist: Noch mehr nachdenken als sonst. Über das Training, die Spiele, unsere Pläne.

... den Umgang mit den Fans: Egal, ob auf der Tribüne oder auf den Straßen – sie begegnen mir sehr positiv. Das freut mich, weil nach den schweren Zeiten noch nicht alles gut ist, sie den Weg mit den Jungen aber mitgehen.

... die härtesten Konkurrenten abseits des Feldes: Zum einen die Erwartungshaltung. Geduld hat ja kaum einer, weil mit dem Namen Rapid etwas anderes verbunden wird als das, das der Klub derzeit versucht. Zum anderen die Meinungsmacher, die das Gesamte zu einfach und oberflächlich betrachten.

... die Stärke der Mannschaft in der kommenden Saison: Ich gehe davon aus, dass sie besser sein wird als diese Saison. Das ist der Anspruch.

... die größten Unterschiede zum interimistischen Einspringen im Frühjahr 2011: Wir profitieren im Trainerteam von der größeren Erfahrung. Mein Team ist da fantastisch, weil sich jeder extrem weiterentwickelt und dadurch auch mich fordert. Ohne mein Trainerteam bin ich nichts.

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