Sport | Fußball
12.12.2013

Rapid verliert und scheidet aus

Das 1:3 in Kiew beendet die Europacup-Saison der Wiener.

Im Finalstadion der Europameisterschaft 2012 wartete in Kiew auf Rapid ein echtes Finale. Doch im direkten Kampf um den Aufstieg in der Europa League setzte sich die höhere Qualität von Dynamo durch. Nur 16 Minuten lang schien die Antwort auf die Millionenfrage gefunden. Nach der 1:3-Niederlage bleibt der jungen Mannschaft viel gewonnene Erfahrung, aber erstmals unter Trainer Zoran Barisic auch eine Negativserie von drei Pflichtspielpleiten in Folge. Dabei hatte das Spiel perfekt für Rapid begonnen. Dynamo hatte zwar wie ein echter Favorit losgelegt und schon nach 35 Sekunden durch einen Lens-Kopfball die erste Chance. Doch mit dem ersten schnellen Rapid-Angriff wurden die Löcher in der Defensive der Ukrainer sichtbar. Marcel Sabitzer spielte auf Guido Burgstaller, der im Zentrum sein Ziel suchte und fand. Terrence Boyd war auch von Teamspieler Aleksandar Dragovic nicht zu stoppen und vollendete mit seinem vierten Tor in der Gruppenphase zum 0:1 (6.). Unter den 18.000 Zusehern im Olympiastadion waren nur noch die 1100 mitgereisten Rapidler zu hören. Die Sensation schien nahe und die Tilgung der Altlasten von rund 1,5 Millionen Euro durch den Aufstieg in die K.o.-Phase greifbar. Doch Dynamo antwortete ruhiger als der in der Coaching Zone tobende, schwer in der Kritik stehende Trainer Oleg Blochin. Mit schönen Kombinationen wurde der Druck erhöht. In der 22. Minute segelte eine Flanke durch den Strafraum, Christopher Trimmel hatte gegen Jeremain Lens das Nachsehen. Der Flügelstürmer vollendete überlegt zum 1:1. Und nur sechs Minuten später war die flotte Partie gedreht. Mittelstürmer Brown setzte sich gegen Christopher Dibon durch, die folgende Flanke verwertete Oleg Gusew direkt – 2:1. Wie beim 2:2 in Wien spielten beide Mannschaften weiter nach vorne. Steffen Hofmann hatte den Ausgleich nach perfekten Assists von Burgstaller glich zwei Mal auf dem Fuß. Doch Altmeister Schowkowski streckte seinen Fuß (35.) und seinen Arm (41.) im richtigen Moment entgegen.

Wiedersehen

Der Dynamo-Tormann war schon 1996 beim Einzug der Rapidler in die Champions League gegen Kiew dabei. Ein halbes Jahr zuvor hatten die Hütteldorfer auch zum letzten Mal im Europacup überwintert. Dass dieser Traum noch am Leben blieb, war auch Brown Ideye zu verdanken: Im Konter vergab der Stürmer knapp (40.). Auch nach der Pause hatten die nun defensiveren Ukrainer die erste Chance. Und was für eine. Nach einem Sonnleitner-Patzer schob Yarmolenko die Kugel aus fünf Metern am verwaisten Tor vorbei (47.). Rapid wirkte nicht mehr so spritzig wie zu Beginn, die Aufgabe gegen einen im Sommer um 50 Millionen Euro aufgerüsteten Gegner das Spiel zu machen, wurde nicht gestemmt. Und so kam nur eine Minute nach dem Generationenwechsel (Schaub und Behrendt für Hofmann und Boskovic) in Minute 70 das Aus: Ein Freistoß von Miguel Veloso senkte sich ins Kreuzeck – 3:1.

Es begann so schön für Rapid...

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Rapid Vienna's players celebrate a goal against Dy

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: DYNAMO KIEW - SK RAPID WIE

Rapid Vienna's Boyd celebrates a goal against Dyna

UKRAINE SOCCER UEFA EUROPA LEAGUE

Dynamo Kiev's Lens reacts after scoring a goal aga

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: DYNAMO KIEW - SK RAPID WIE

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UKRAINE SOCCER UEFA EUROPA LEAGUE

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Christopher Trimmel, Jeremain Lens

Jeremain Lens, Miguel Veloso

Gruppe G, 6. und letzte Runde

Dynamo Kiew - SK Rapid Wien 3:1 (2:1) Kiew, Olympiastadion, 18.752, SR Björn Kuipers/NED)Torfolge: 0:1 ( 6.) Boyd 1:1 (22.) Lens 2:1 (28.) Gusew 3:1 (70.) Veloso (Freistoß)Dynamo: Schowkowskij - Gusew, Chacheridi, Dragovic, Makarenko - Vukojevic, Veloso - Jarmolenko, Belhanda (83. Bezus), Lens (71. Dudu) – IdeyeRapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Dibon, Schrammel - Petsos, Boskovic (68. Behrendt) - Hofmann (69. Schaub), Burgstaller, Sabitzer (46. Starkl) – BoydGelbe Karten: Jarmolenko bzw. Trimmel, BoydDie Besten: Gusew, Veloso, Lens bzw. Burgstaller

Tabelle
1. KRC Genk 6 4 2 0 10:5 14
2. Dynamo Kiew 6 3 1 2 11:7 10
3. Rapid Wien 6 1 3 2 8:10 6
4. FC Thun 6 1 0 5 3:10 3

Würde es gern vermeiden, gegen Salzburg zu spielen

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Wir haben richtig gut angefangen, hatten dann eine ganz schlechte Phase, wo wir nicht in die Zweikämpfe gekommen sind. Ich habe zwei gute Möglichkeiten noch vor der Pause gehabt. Nach der Pause hat Kiew wesentlich defensiver gespielt, wir sind kaum mehr zu Chancen gekommen. Die Bilanz in der Europa League interessiert uns heute nicht. Wir haben uns gut verkauft, aber wir sind nicht aufgestiegen, deshalb sind wir enttäuscht."Terrence Boyd (Rapid-Torschütze): "Nach dem 1:0 dachte ich schon, dass vielleicht etwas geht. Das Spiel hat sich aber sehr, sehr schnell gedreht. Es war ein Lernprozess für uns. Wir sind heuer mit jedem Spiel reifer und cleverer geworden. Wir haben uns immer gut verkauft."Aleksandar Dragovic (Kiew-Verteidiger, ÖFB-Teamspieler): "Über 90 Minuten gesehen war es ein verdienter Sieg. Wir waren heute sehr unter Druck und sind froh, dass wir europäisch überwintern. Ich würde es gern vermeiden, gegen Salzburg zu spielen."