Rapid Wien's Deni Alar (R) celebrates after scoring a goal with teammate Guido Burgstaller during their Europa League third round qualifying soccer match against Vojvodina Novi Sad in Vienna August 9, 2012. REUTERS/Leonhard Foeger (AUSTRIA - Tags: SPORT SOCCER)

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Europa League
07/30/2013

Rapid: Neues Blatt im Millionenpoker

Rapid braucht das Europacup-Geld, trifft in Tripolis aber auf eine Unbekannte.

von Alexander Huber

Am Mittwoch, um 9 Uhr früh, beginnt für Zoran Barisic eine neue Phase seiner Trainerkarriere. Erstmals fliegt der 43-Jährige als Chefcoach zu einem Europacup-Spiel. Vom Flughafen in Kalamata geht es per Bus weiter nach Tripolis, wo Asteras (griechisch für „Stern“) nach vielen Jahren in unteren Spielklassen nach Höherem strebt.

Die Aufgabe in der Kleinstadt auf dem Peloponnes ist reizvoll, aber auch unangenehm. Erstens, weil der Gegner im Hinspiel am Donnerstag (20.30 Uhr/ORFeins live) einer Rechnung mit vielen Unbekannten gleicht. Zweitens, weil das Budgetloch bedrohliche Ausmaße angenommen hat. Eine neuerliche Qualifikation für die Europa League wäre dringend nötig.

„Ich befasse mich nur mit dem Sportlichen – das wird schwer genug. Ich brauch’ meine Spieler auch nicht darauf hinzuweisen, dass der Europacup finanziell besonders wichtig ist. Sie werden ohnehin top-motiviert sein“, sagt Barisic, der neben den vier Langzeitverletzten (Wydra, Alar, Schimpelsberger, Starkl) auf den gesperrten Pichler verzichten muss.

Grundsätzlich ist ein Dritter der griechischen Liga über jenen der Bundesliga zu stellen. Dass Tripolis dennoch als ungesetzter Klub schon zum Europacup-Start auf Rapid treffen kann, liegt an der kurzen Erfolgsgeschichte: Der Festland-Klub spielte vergangene Saison erstmals europäisch und schied nach vier Partien mit vier Unentschieden und zwei Runden gegen Funchal aus Portugal aus.

Drei-Millionen-Loch

Mit zwei Europacup-Runden haben traditionellerweise auch die Hütteldorfer kalkuliert. Allein: Die Budget-Unterdeckung wäre mit dem (ohnehin schweren) Einzug ins Play-off noch lange nicht ausgeglichen. Laut KURIER-Recherchen fehlten zu Saisonbeginn auf der Einnahmenseite über drei Millionen Euro auf die kalkulierten Ausgaben. Da keine lukrativen Transfers anstehen, wäre dieses immense Loch nur mit den Einnahmen in der Gruppenphase zu schließen.

Wie riskant diese Planung ist, zeigte sich im Vorjahr: Gegen Novi Sad brachte in der dritten Quali-Runde erst der umstrittene Elfmeter von Deni Alar in der 95. Minute den Sprung ins Play-off. Danach gab es gegen PAOK Saloniki einen hart erkämpften, ebenfalls glücklichen Triumph. Was auch nicht vergessen werden sollte: Die von Rapid-Anhängern ausgelöste Eskalation im Stadion von Thessaloniki brachte ein Geisterspiel und kostete den Verein rund 700.000 Euro.

Auch am Donnerstag in Tripolis stehen die auf Bewährung spielenden Hütteldorfer unter Beobachtung der UEFA. Sollte nächste Woche der Aufstieg gelingen, dürfte aber Rapid wohl erstmals als gesetzter Klub im Play-off die letzte Hürde ins (finanzielle) Glück ansteuern.

Keine Ausreden

Nach der Pleiten-Serie in der Gruppenphase 2012 (fünf Niederlagen in Folge) stellt sich ohnehin die Frage, ob der kleine, unerfahrene Kader der langfristigen Doppelbelastung überhaupt gewachsen wäre. „Warum nicht? Wir müssen nur fit genug sein. Daran arbeiten wir“, sagt Barisic. „Ich verspreche: Wenn wir es so weit schaffen sollten, würde ich die Doppelbelastung nie als Ausrede verwenden.“

Davor warten laut Barisic gegen Tripolis „zwei enge Partien gegen ein umgebautes Team, dem noch der Meisterschaftsrhythmus fehlt. Der Verein ist zwar international nicht bekannt, stellt aber eine Klassemannschaft.“

Am Dienstag bekam das Trainerteam noch ein umfangreiches Dossier über Tripolis. Barisic fühlt sich in seiner Einschätzung der Chancen bestätigt: „50:50.“

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