Sport | Fußball
16.04.2012

Rapid lässt Prokopic nicht fallen

Der 24-Jährige fällt ein halbes Jahr aus. Ein geplanter Auslandstransfer ist geplatzt.

Und wieder einmal erleidet die Karriere von Boris Prokopic einen schweren Rückschlag. Wie immer, wenn sich der 24-Jährige anschickt, bei Rapid den Durchbruch zu schaffen. Der im enttäuschenden Wiener Derby (0:0) bei einem Zweikampf mit Emir Dilaver erlittene Seiten- und Kreuzbandriss ist die schwerste von auffallend vielen Verletzungen seit dem Sprung des eingebürgerten Slowaken in den Profikader der Hütteldorfer.

2008, knapp nach dem Liga-Debüt, bremsten ein Bandscheibenvorfall und danach eine Schambeinentzündung den Mittelfeldspieler. Ein Jahr später setzte dem schüchternen Talent ein Seitenbandriss zu.

Nur in den eineinhalb Jahren in Innsbruck, während des Leihvertrages mit Wacker, war der Spielmacher gesund und stark. Kaum zurück in Hütteldorf, ging 2011 die schwarze Serie mit einer Bänderverletzung und einem Nasenbeinbruch weiter. Im Herbst folgte eine Fersenverletzung. Trainer Peter Schöttel sah trotzdem eine Zukunft in Hütteldorf: "Ich schätze Boris sehr, weil er so viel kann." Und Prokopic startete nach einer Nasen-OP, die das Luftholen erleichtert, tatsächlich mit zwei Toren in Folge durch.

Knapp vor dem Derby kam das bisher lukrativste Angebot für den im Sommer Ablösefreien: Ein Verein aus dem Ausland wollte Prokopic verpflichten.

Vertragsverlängerung

Dieser Traum ist mit der halbjährigen Pause geplatzt. Am Montagabend operierte Rapid-Arzt Benno Zifko Prokopic, den zuvor noch Schöttel angerufen hatte: "Er war sehr niedergeschlagen. Aber ich habe ihm gleich gesagt, dass wir ihn nicht fallen lassen." Der Verletzte wird also eine Vertragsverlängerung angeboten bekommen. "Das ist bei einem langjährigen Rapidler wie Prokopic eine Selbstverständlichkeit."

Ähnlich zu Prokopic warten einige (zumeist verliehene) Talente, die durchaus die nötige Qualität haben, noch auf den Durchbruch. Und damit sind sie für Wiener Neustadt interessant.

Neustädter Interesse

Mit dem 0:0 gegen Kapfenberg wurde auch der letzte Angriff des Letzten im Abstiegskampf pariert. "Wir werden den Klassenerhalt schaffen", traut sich Trainer-Manager Peter Stöger bei zwölf Punkten Vorsprung nach 30 Runden zu sagen. Also kann bereits an der Mannschaft gebastelt werden, die erneut als Abstiegskandidat gelten wird, weil nicht alle Stützen gehalten werden können.

Hilfe soll mit Leihspielern aus Hütteldorf kommen, wie den derzeit an St. Pölten verliehenen Rapidlern Thomas Fröschl (Sturm, 23) und Dominik Hofbauer (Mittelfeld, 21). " Rapid hat noch mehrere für uns interessante Spieler", sagt Stöger. Etwa den bei der Vienna geparkten Konstantin Kerschbaumer (Mittelfeld, 19). Schöttel, den mit Stöger gegenseitige Wertschätzung verbindet, ist angesichts der insgesamt elf verliehenen Talente gesprächsbereit. "Aber zu viele Rapidler sollten nicht für Wiener Neustadt spielen, sonst heißt es, sie dürfen nicht gegen uns gewinnen."

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