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31.07.2017

Rapid klettert nach oben: Der Faktor Zeit im Fokus

Nach dem 4:1-Sieg von Rapid gegen St. Pölten ist vieles eine Frage der Zeit.

Es war offensichtlich an der Zeit, über die Zeit zu reden: alle wesentlichen Fragen nach dem 4:1-Sieg von Rapid in St. Pölten drehten sich um den Faktor Zeit.

Erstmals seit dem Saisonstart 2016 war Rapid – wenn auch nur für eine Nacht – wieder Tabellenführer. "Wir verfallen jetzt sicher nicht in Euphorie", betont Trainer Goran Djuricin, der auch nach dem 2:2 gegen Mattersburg die nötige Ruhe bewahrt hat.

Thomas Murg war der bestimmende Mann bei den kombinationsstarken Wienern. Dafür hat der 22-Jährige – angesichts seines immensen Potenzials – lange gebraucht. "Murg kann jetzt 90 Minuten Vollgas geben", erklärte Athletiktrainer Toni Beretzki schon nach dem Cup-Auftakt den Hauptgrund für den Aufschwung.

Kollektives Offensivpressing über 90 Minuten ist aber noch nicht möglich: "Wir können eine Hälfte voll Stoff geben und auch in der Rapid-Viertelstunde passt es. Aber um ein ganzes Spiel so anlegen zu können, war die Vorbereitung zu kurz", erklärt Djuricin. "Ich erwarte mir den nächsten körperlichen Schub in ein, zwei Monaten."

Der ursprünglich als Spielmacher vorgesehene Tamas Szanto ist verletzt. Heute wurde bekannt gegeben, dass der Leistenbruch operiert wird. Da lediglich eine kleine Stelle betroffen ist, sollte der 21-Jährige (bei gutem Heilungsverlauf) "nur" ein paar Wochen ausfallen.

Ungewöhnlich für Rapid ist, dass eine Woche in Ruhe für das Derby (noch gibt es Restkarten) geübt werden kann, während auf die Austria noch ein hitziges Duell auf Zypern samt Reisestrapazen wartet. "Das sollte ein Vorteil sein", meint Djuricin. "Ob es sich positiv auswirkt, werden wir am Sonntag sehen."

Geduldsprobe

Beim SKN ist der Fehlstart hingegen perfekt: Cup-Aus in Klagenfurt, Last-Minute-Pleite in Graz und (fast) chancenlos gegen Rapid. Am Samstag geht es zum starken LASK.

"Wir brauchen Geduld. Der Kader steht jetzt, aber nach dem Umbruch müssen wir uns erst finden", sagt Markus Schupp. Der Sportchef setzt in Martin Rasner Hoffnungen: "Er ist erst einige Tage bei uns, war nach der Einwechslung aber gleich voll da."

Trainer Jochen Fallmann verzichtete freiwillig auf Schlüsselspieler Michael Ambichl, einen der besten Standardschützen der Liga: "Seine Vorbereitung war schlecht. Wir hatten ein langes Gespräch. Mit der Zeit wird er uns wieder helfen."