Volle Identifikation: Athletic ist für die Fans in Bilbao mehr als ein Klub

© AP/Alvaro Barrientos

Europa League
09/28/2016

Rapid-Gegner Bilbao: Die Nr. 1 der Basken

Europa League: Als Außenseiter reisen die Wiener zu einem ganz speziellen Klub.

von Alexander Huber

Im 17. Saisonspiel wartet auf Rapid eine neue Situation: Erstmals laufen die Hütteldorfer als klarer Außenseiter ein. Das würden vor dem morgigen Europa-League-Spiel in Bilbao (21.05 Uhr) nicht einmal die Basken aus Höflichkeit abstreiten.

Ein Blick auf die Liga-Tabelle (nur zwei Punkte Rückstand auf Real) und die Erfolge in der Europa League (Aus im Viertelfinale gegen Sieger Sevilla) reichen. Da die Rapidler ohnehin wieder an alten Problemen gegen Außenseiter wie St. Pölten verzweifeln, kommt der Rollentausch gerade recht. "Diese Partie in dem geilen Stadion ist ein absolutes Highlight der Saison", sagte Stefan Schwab an seinem 26. Geburtstag.

Identifikation pur

Trainer Mike Büskens muss zwar auf Murg (erkrankt) verzichten, freut sich als deklarierter Fußball-Romantiker aber besonders auf Bilbao: "Ich finde das toll, wie Bilbao diese Tradition durchzieht, nur Basken spielen zu lassen. Dazu wird der perfekt ausgebildete Nachwuchs gefördert. Das ergibt im Baskenland eine Identifikation mit dem Klub, die unfassbar groß ist." Neben der bekannt guten Atmosphäre im neuen San Mamés würdigt Büskens auch den Kampf gegen finanzielle Windmühlen: "Bilbao hat erst als einer der letzten Vereine das Dress für Sponsoren freigegeben."

Immer erstklassig

Tatsächlich ist es Athletic gelungen, stets einen Kader zu bilden, der mit Spaniens Elite mithält. Zur Auswahl stehen nicht einmal drei Millionen Basken, sowie Spieler, die lokal ausgebildet wurden. Nur Real und Barcelona verbindet mit Bilbao die Ehre, seit der Ligagründung 1928 erstklassig gespielt zu haben. Der letzte der acht Meistertitel ist zwar schon 32 Jahre her, die Champions League wurde 2014 trotzdem erreicht. Und von 23 Cup-Titeln kann Rapid noch lange träumen.

Stolz sind sie bei Athletic auf Iker Muniain. Der Eigenbauspieler wurde mit 16 Jahren und 291 Tagen der jüngste Torschütze der Primera Division und ist heute mit 23 immer noch beim Klub, dessen Wappen baskische Heiligtümer zieren. Geschenke für Rapid und 800 mitreisende Fans wird’s nicht geben. Nach dem 0:3 bei Sassuolo zählt für Bilbao nur ein Sieg.