Im Jänner wurde Gladbach abgeblockt, im Sommer wird’s für Kainz ernst.

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Alex Domanski

Kaderplanung
04/24/2016

Rapid: Der große Dreh am Transferrad

In der Bundesliga wartet auf Rapid am Sonntag Sturm. Am Transfermarkt wird es für die Wiener stürmisch.

von Alexander Huber

Noch stehen die restlichen fünf Spiele im Vordergrund. Im Hintergrund wird bei Rapid schon am Kader-Umbau gebastelt. Es steht der große Dreh am Transferrad bevor:

Innenverteidigung

Ablösefrei verpflichtet wurde Admira-KapitänChristoph Schösswendter. Zum einen, um mit dem 1,95-Meter-Mann sowohl defensiv wie offensiv im Luftkampf stärker zu werden. Zum anderen, um vorzubauen. "Wir wollen nicht wieder zum Spielball von Interessen werden", erklärt SportdirektorAndreas Müller. So hatMaximilian Hofmann seinen 2017 auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert, weil es mehrere Anfragen für den 22-Jährigen gibt. Falls alle bleiben, soll TalentMaximilian Wöberverstärkt auf den Nebenpositionen (Linksverteidiger, Sechser) forciert werden.Mario Sonnleitnerdroht ein Platz auf der Ersatzbank. Doch das war seit 2010 öfter der Fall, und der Vize-Kapitän hat sich stets durchgesetzt.

Außenverteidigung

Stefan Stanglhat ein weiteres Angebot zur Verlängerung über 2017 hinaus abgelehnt. Der linke Verteidiger will weg, am liebsten zu Watford. Ob die im Winter kolportierte Ablösesumme von drei Millionen nach dem Valencia-Debakel und Stangls Knöchelverletzung realistisch ist, erscheint fraglich.Thomas Schrammelwird nach dem Kreuzbandriss die alte Stärke zugetraut.Stephan Auer, der zuletzt rechts und links aufgezeigt hat, ist für TrainerZoran Barisicein Kandidat für eine "deutliche Steigerung im zweiten Jahr". BeiMario Pavelicläuft es wie bei Hofmann: Sollte der Rechtsverteidiger den Vertrag (bis 2017) nicht vorzeitig verlängern, wird beiPatrick Farkasernst gemacht. Noch gibt es kein Angebot für den Mattersburger, weil Müller bei Pavelic zuversichtlich ist: "Mario hat erkannt, dass ihm noch mehr Zeit bei Rapid guttun würde." Keine Eigenwerbung konnte FixabgangMichael Schimpelsberger bei Rapid II betreiben.

Defensives Mittelfeld

Die Nachfolge von Thanos Petsos (zu Bremen) gilt als Königstransfer. Der neue Sechser soll so lauf- und pass-stark wie Petsos sein. "Ein Stratege", meint Barisic. "Und auch kopfballstark", sagt Müller. Klingt extrem teuer bis aussichtslos. Christian Gartner ist nach einem Jahr ohne Profi-Einsätze in Düsseldorf von der Liste der Top-Kandidaten gerutscht. "Srdjan Grahovac ist der Letzte mit einem Vertrag bis 2017 ohne Angebot zur Verlängerung. Aber auch er bekommt eines", verrät Müller nach dem Leistungsanstieg beim bosnischen Teamspieler. Zusätzlich soll Eigenbauspieler Tamas Szanto, 20, forciert werden.

Offensives Mittelfeld

Das DenkmalSteffen Hofmannist nicht umzustoßen,Stefan Nutzverzweifelt zusehends. "Nutz ist unzufrieden. Er zieht in Betracht, woanders für weniger Geld zu spielen, um mehr Einsatzzeit zu bekommen", verrät sein Berater Christian Sand. Bei Nutz zeigt sich, dass Barisic alles tut, um nicht den Eindruck von Freunderlwirtschaft zu er vermitteln: Der Trainer wird von der gleichen Agentur betreut wie Nutz und legt beim Spielmacher nach anfänglichen körperlichen Schwächen besonders strenge Maßstäbe an.
Eine Alternative wäreKevin Stöger, wie dieSportzeitung berichtete. Der 22-jährige Linksfuß wurde um eine Million von Paderborn gekauft, wäre im Fall des Abstiegs in Liga drei aber ablösefrei. "Als Berater von Petsos bin ich in Kontakt mit Rapid, für Stöger gibt es aber noch kein Angebot", verrät Manager Antonio Fernández dem KURIER. Im Fall des Abstiegs kann es schnell gehen: "Wir schließen einen Transfer nach Österreich sicher nicht aus. Aber als ablösefreier Spieler hätte Kevin natürlich viele Interessenten."

Donis Avdijaj, vom heutigen Gegner Sturm, besuchte die letzten beiden Spiele im Prater, wird laut Müller aber "nie und nimmer zu Rapid wechseln". Kontakt hat die Schalke-Leihgabe nur zu Sportchef-Sohn Miles, mit dem der 19-Jährige im Schalke-Nachwuchs kickte.

Flügelstürmer

Im Jänner einigte sich Rapid mit Norrköping auf eine Ablöse für den linken FlügelArnor Ingvi Traustason. In letzter Sekunde sagte der isländische Teamspieler ab, um seine EM-Teilnahme im Duell mit Kainz nicht zu gefährden. Auf einen Vorvertrag ließ sich Schwedens Meister natürlich nicht ein. Da ein Verkauf vonFlorian Kainzim Sommer näherrückt, legte Rapid bei Traustason zuletzt nach. Doch nach drei Toren im Team-Dress sind mindestens zwei Millionen zu überweisen. Zu viel. "Wir konnten uns mit Norrköping nicht mehr auf eine Ablöse einigen", sagt Müller. Ausschließen will der Deutsche den Kauf des EM-Starters (noch) nicht, betont allerdings: "Wir haben die Bemühungen um Alternativkandidaten verstärkt."
Schnell weg sein kannLouis Schaub, der vergleichsweise billig ist. Der 21-jährige hat als einziger Rapidler eine Ausstiegsklausel im Vertrag bis 2017 und ist schon länger bei Köln im Gespräch.

Mit Thomas Murg wird als Stammspieler geplant. Der verletzte Winter-Neuzugang wird derzeit mit Muskel-Aufbau körperlich auf Rapid-Niveau gebracht.

Sturm

Der teure Kaderplatz von Deni Alar (vermutlich zu Sturm) soll mit Qualität ersetzt werden. Weil der Slowene Gregor Bajde, 21, vor den Augen von Müller und Co-Trainer Carsten Jancker "nicht restlos überzeugte", ist wieder alles offen. Auf der Liste finden sich Top-Talente als Zukunftsaktie ebenso wie teurere Legionäre. Marco Djuricin (von Salzburg an Brentford verliehen) ist hingegen kein Kandidat.