Der kolumbianische Patient: Goalgetter Falcao muss zittern.

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Brasilien 2014
04/28/2014

Prominente Sorgenkinder vor dem Fußballfest

Ob Messi, Gomez oder Van Persie - 45 Tage vor der WM sind etliche Stars verletzt oder nicht in Form.

Es ist die Phase, in der die Teamchefs Wochenende für Wochenende um ihre Leistungsträger zittern und bangen. Es ist die Phase, in der Spieler nervös werden und die Teamärzte auf medizinische Wunder und Blitzgenesungen hoffen. Der Countdown für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien läuft unerbittlich, und 45 Tage vor dem Anpfiff zum Turnier gibt’s noch viele prominente Sorgenkinder und Problemfälle.

Lionel MessiDer vierfache Weltfußballer macht derzeit weniger mit seinen Leistungen Schlagzeilen. Er wirkt lustlos, fühlt sich angeblich nicht wohl. Vielleicht fühlt er sich besser, wenn ihm Barcelona die 20 Millionen Euro netto im Jahr zahlt, die er angeblich für eine Vertragsverlängerung fordert. Barça-Präsident Bartomeu trifft sich demnächst mit Messi-Vater Jorge. Außerdem gibt es immer wieder Gerüchte um den Gesundheitszustandes des Argentiniers, den immer öfter Brechreiz plagt.

Radamel Falcao Kolumbiens Stürmerstar hatte sich am 22. Jänner im französischen Cup einen Kreuzbandriss zugezogen. Drei Tage später wurde er in Portugal operiert. Der Angreifer von AS Monaco absolviert derzeit in einer Sportklinik in Madrid die zweite Phase seiner Rehabilitation. Sein behandelnder Arzt geht davon aus, dass der 28-Jährige nach Brasilien fahren wird. "Auch wenn er zu Beginn des Turniers noch nicht 100 Prozent wird bringen können", meinte José Carlos Noronha. Kolumbien trifft in Gruppe C auf Griechenland, Japan und die Elfenbeinküste.

Iker Casillas Der schillernde Real-Tormann ist in einer komischen Situation. In der Nationalmannschaft ist er die unumstrittene Nummer 1, bei Real Madrid ist er in der Meisterschaft nur Ersatz. Casillas, dessen Sohn Martin Anfang des Jahres geboren wurde, kann nur im Cup und in der Champions League Spielpraxis sammeln. Allerdings hat Teamchef Vicente del Bosque im Tor ein Luxusproblem, auch wenn Barcelonas Valdes für die WM ausfällt. Er hat noch Reina (Napoli), De Gea (Manchester United) und Diego López (Real Nr. 1).

Thiago Alcántara Der Brasilianer, der für Spanien spielt, steht auf der Verletztenliste der Bayern. Nachdem er wegen eines Risses der Syndesmose schon große Teile der Herbstmeisterschaft verpasst hatte, verletzte er sich beim ersten Spiel der Bayern als Meister wieder: Thiago zog sich beim 3:3 gegen Hoffenheim einen "ausgedehnten Teilriss des Innenbandes im rechten Knie" zu. Gestern teilten die Bayern mit, dass er wieder das Lauftraining aufgenommen hat.

Franck Ribéry Der Franzose spielt seit Wochen außer Form – ausgerechnet jetzt, in der wichtigen Phase der Saison. Die Bayern kämpfen um den Einzug ins Champions-League-Finale. Die Franzosen wollen endlich wieder weniger streiten, dafür aber bei einem Großereignis weiterkommen. Und dafür ist ein Ribéry in Spiellaune ein wichtiger Faktor. "Letztes Jahr war er Weltklasse. Wenn Franck Ribéry überragend spielt in der letzten Saison und in dieser Saison nicht auf diesem Niveau, dann ist das ein Problem des Trainers", sagt Bayerns Trainer Josep Guardiola.

Robin van Persie Ende März wurde der Stürmer von Manchester United auf der Trage vom Spielfeld gebracht. Vor zwei Wochen postete er ein Video, das ihn zeigt, wie hart er mit Individualtraining für sein Comeback schuftet. In Manchester rechnen sie damit diese Saison kaum mehr. In den Niederlanden zittert man, dass er zumindest bis zur WM halbwegs fit ist.

Mario Gomez Der Stürmer der deutschen Nationalmannschaft befand sich in der WM-Saison bislang mehr in der Arztpraxis als im Strafraum. Erst war Gomez mit einem Innenbandriss im rechten Knie fünf Monate lang im Krankenstand, nun zwickt ihn nach dem Comeback plötzlich das andere Knie (Bänderzerrung). Bei seinem Klub Fiorentina plant man im Liga-Finish nicht mehr mit dem deutschen Angreifer. "Ich fürchte, dass wir Gomez bis Ende der Spielzeit nicht sehen werden, da er immer noch nicht das Training mit der Mannschaft aufgenommen hat" sagte Fiorentina-Coach Vincenzo Montella.

Sami Khedira Der deutsche Mittelfeldmann von Real arbeitet nach seinem Kreuzbandriss, den er im November erlitten hatte, fieberhaft an seinem Comeback und an der WM-Teilnahme. Die Signale, die aus Madrid kommen, stimmen inzwischen positiv: Khedira fasst schon wieder Fuß im Teamtraining und ist voller Tatendrang. "Ich will die Erwartungen nicht zu hoch hängen. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich in Top-Verfassung zur WM gehen werde", sagte Khedira. Und auch Teamchef Löw plant fest mit dem Mittelfeldmann. "Weil er wie ein Besessener daran arbeitet, zurückzukehren." Für Löw wäre ein Ausfall von Khedira ein herber Verlust, da er im zentralen Mittelfeld bereits auf den langzeitverletzten Leistungsträger Gündogan (Dortmund) verzichten muss.

Mario Balotelli Der italienische Stürmer befindet sich zwar nicht im Krankenstand, trotzdem ist er ein Sorgenkind der Squadra Azzurra. Denn Balotelli ist jederzeit für eine Eskapade und einen Ausrutscher abseits des Rasens gut, und in Italien sehen nicht wenige in ihm einen gefährlichen Unruheherd. Dazu kommt seine aktuelle Unform: Vor wenigen Monaten hatte Balotelli noch behauptet, der beste Spieler der Welt zu sein, am Wochenende erklärte der Milan-Stürmer nun: "Ich bin ein vollkommen normaler Spieler."

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