Sport | Fußball
10.01.2012

Prödl will zeigen, was in ihm steckt

Sebastian Prödl möchte in Bremen weniger Sündenbock, dafür mehr Stammspieler sein.

Mit den Jahren erhöht sich meist die Reife, mit der Reife steigen auch die Ansprüche. Vor allem jene an sich selbst. Sebastian Prödl, Teamverteidiger, ist diesbezüglich keine Ausnahme. Der 24-Jährige war von Graz ausgezogen, um in Bremen die große Fußballwelt kennen zu lernen. Nach drei Jahren, 65 Spielen (drei Tore) und einigen Erfahrungen mehr will er seinen Anspruch auch vom Klub einfordern.

Derzeit weilt er mit Werder Bremen in Belek um Training zu lagern. Er möchte sich ideal vorbereiten auf das Frühjahr, quasi die Bewerbungszeit, da im Sommer sein Vertrag bei den Norddeutschen ausläuft.

Anspruchsvoll

"Ich möchte mir eine gute Position für den Sommer schaffen. Ganz gleich, ob ich in Bremen bleibe oder nicht." Anfragen zu seiner Person gibt es aus Deutschland, dazu zeigen Lazio Rom und AC Florenz Interesse am ehemaligen Sturm-Verteidiger. Angst, auf dem Transfermarkt übrig zu bleiben, hat der Steirer nicht. "Ich habe gute Spiele in Deutschland und auch auf internationaler Bühne vorzuweisen. Das gibt mir die nötige Gelassenheit. So schlecht ist meine Situation nicht."

Doch grundsätzlich möchte er Bremen die Treue halten, sofern die sportliche Perspektive vorhanden ist. Denn der mittlerweile auch in der Persönlichkeit gereifte Prödl nimmt sich nach seiner Verletzung im vergangenen Jahr – ebenso wie im Nationalteam – einen Stammplatz in der Innenverteidigung zum Ziel. "Ich will spielen und beweisen, was in mir steckt."

Kritisch

Die Statistik gibt dem Österreicher jedenfalls Recht. Laut der Impire -Datenbank liegt Prödl bei den gewonnenen Zweikämpfen mit einem Wert von 66,67 Prozent von allen Profis der Deutschen Bundesliga auf Platz 14, noch vor Emanuel Pogatetz oder seinem Werder-Konkurrenten Andreas Wolf. Auch in der Pass-Statistik, nicht unwesentlich für einen Verteidiger, der das Spiel eröffnen soll, liegt Prödl im vorderen Feld auf Rang 33.

Und dennoch werden seine Leistungen vor allem von der deutschen Presse bei Weitem nicht so gut gesehen wie die Statistik schließen lässt. "Ich möchte nicht mehr der Sündenbock sein." Verliert Werder mit Prödl, dann sitzt der Österreicher im nächsten Spiel meist nur auf der Bank. Verliert Bremen mit Naldo oder Wolf, erhalten diese in der folgenden Woche wieder ihre Chance. Die Situation könnte sich aber schnell wesentlich verändern, da Naldo Werder bis Ende Jänner in Richtung Brasilien verlassen will.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Hintergrund