Prödl: „Haben uns Respekt verschafft“

Kopie von Sebastian Proedl
Foto: EPA Sebastian Prödl will mit Werder noch den Sprung nach Europa schaffen.

Sebastian Prödl war 2008 einer der ersten der aktuell 19 Österreicher in der Deutschen Bundesliga.

Bremens Innenverteidiger Sebastian Prödl freut sich auf den Hit gegen Dortmund am Samstag.

KURIER: Herr Prödl, wie haben Sie Ihren kurzen Weihnachtsurlaub verbracht?

Sebastian Prödl: Ich war zuhause in der Steiermark und habe mich erholt. Aber natürlich parallel auch ein wenig trainiert. Nichts tun geht nicht, sonst verliert man ja die Kondition.
 
Was haben Sie sich für 2013 vorgenommen?
Mit Gelassenheit an die Dinge heranzugehen. Das ist ein wichtiger Punkt. Ich versuche, mir Ziele zu setzen, sie zu erreichen aber dabei nicht zu versteifen. Für mich ist auch wichtig, dass ich fit bleibe und meinen Job genießen kann. Ich bin bei einem tollen Verein und habe ein tolles Umfeld, indem ich mich sehr wohl fühle. Als Spieler möchte ich noch routinierter und abgeklärter werden.
 
Sie wurden beim Test gegen Osnabrück am Montag verletzt ausgetauscht. Sind Sie fit?
Ja. Es war nur eine Verhärtung. In einem Meisterschaftsspiel hätte ich weitergespielt, die Auswechslung war nur eine Vorsichtsmaßnahme. Ich geh’ davon aus, am Samstag gegen Dortmund zu spielen.
 
Ist Dortmund der ideale Gegner, um gut in die Meisterschaft zu starten?
Wann du gegen wen spielst, ist wurscht. Dortmund ist eine Riesenaufgabe, die kommen mit einer brutal starken Offensive. Da wissen wir gleich, wo wir stehen.
 
Wie stehen die Chancen?
Dortmund ist Favorit, aber wir haben daheim eine positive Bilanz. Es wird ein enges Gezerre. Leider fehlt Marko Arnautovic wegen einer Gelbsperre.
 
Apropos Arnautovic: Wie beurteilen Sie seine Entwicklung?
Die Situation, dass sein Vertrag in eineinhalb Jahren ausläuft, beflügelt ihn doppelt. Er hat bis jetzt eine gute Saison gespielt, das ist eine gute Basis. Man darf aber noch mehr Konstanz verlangen und erwarten.
 
Sie waren 2008 einer der ersten Österreicher von den aktuell 19 in der Deutschen Bundesliga. Sie dürften Pionierarbeit geleistet haben. Freut Sie das?
Ohne arrogant klingen zu wollen, werte ich das schon als persönlichen Erfolg. Ich bin ein wenig stolz darauf.
 
Mittlerweile treffen Sie fast wöchentlich einen Kollegen aus dem Nationalteam.
Und einige davon sind schon Stammspieler. Wir geben ein gutes Bild ab. Als ich 2008 gekommen bin, wurden wir noch viel öfter als „Ösis“ verniedlicht. Wir haben uns aber Respekt und Anerkennung verschafft, auch weil wir die Deutschen im September an den Rand einer Niederlage gebracht haben. Und unsere Nationalmannschaft wird auch ganz anders wahrgenommen, weil man die Spieler aus der Liga kennt.
 
Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Deutschen Bundesliga?

Sebastian Prödl Foto: EPA Man braucht nur zu schauen, welche Transfers deutsche Klubs tätigen, welche Topstars hier spielen oder noch kommen wollen. Dass Guardiola zu den Bayern kommt, kann man als Paradebeispiel dafür gelten lassen, dass die Liga großes Interesse geweckt hat. Deutschland verkauft sich einfach extrem gut, durch tolle Stadien und Strukturen.

 
Und Sie als Spieler müssen sich nicht – wie etwa in Spanien – Gedanken darüber machen, ob das Gehalt überwiesen wird.
Das ist schön, weil ich der Typ bin, der gerne auf der sicheren Seite steht. Generell wirst du in Deutschland keinen Verein in den ersten zwei Ligen finden, der nicht strukturell top aufgestellt ist. Finanzielle Probleme sind minimal. Das würde nie in große Schulden ausarten.
 
Wie sehen Sie die Deutsche Liga im internationalen Vergleich?
England ist von den Namen der Spieler eine größere Nummer. Aber von den Leistungen haben die deutschen Teams schon ein bisserl mehr erreicht. Dortmund hat Manchester City eliminiert, Schalke hat sich gegen Arsenal durchgesetzt. Okay, Chelsea hat die Champions League gewonnen. Aber wie, das lassen wir mal so dahingestellt.
 
Gehört Dortmund jetzt zur internationalen Spitze?
Es war schon beeindruckend zu sehen, wie sie international aufgetreten sind. Da hab ich mich schon mitgefreut. Es ist lässig, sich mit diesen Spielern zu messen.
 
Sie haben bereits in der Champions League gespielt. Ist es ein Ziel, wieder dorthin zu kommen?
Natürlich. Es macht mehr Spaß dabei zu sein, als am Mittwochabend vor dem Fernseher zu sitzen.
 
Schafft Bremen heuer noch einen internationalen Startplatz?
Wir sind auf Platz zwölf, haben aber nur vier Punkte Rückstand. Die Chancen stehen nicht so schlecht, aber für mehrere Teams. Es wird bis zum Schluss ein enges Rennen. Vor ein paar Jahren noch haben vier oder fünf Mannschaften darum gekämpft. Jetzt sind es zehn. Auch das spricht für die Qualität in der Liga.
Legionäre

Deutschland trägt Rot-Weiß-Rot

David Alaba wurde nach seiner Verletzung prompt wieder zum Leistungsträger auf der linken Abwehrseite des FC Bayern. Stammplatz-Chance:100 % Marko Arnautovic zeigte mit fünf Toren und fünf Assists im Herbst endlich ein wenig Konstanz und hat damit sein Werder-Leiberl sicher. Stammplatz-Chance: 100% Christian Fuchs spielte als einziger Österreicher in allen 17 Partien und bereitete als linker Verteidiger für Schalke fünf Tore vor. Stammplatz-Chance: 100% Zlatko Junuzovic ist seit seinem Wechsel nach Bremen Stammspieler – und das auf der neuen Position im defensiven Mittelfeld. Stammplatz-Chance: 100% Martin Harnik gehört zu Stuttgarts Mannschaftsrat und hält bei vier Saisontoren. Die 17 aus dem Vorjahr sind aber kaum zu schaffen. Stammplatz-Chance: 100% Martin Stranzl ist nach wie vor Abwehrchef in Gladbach, verschob das Karriereende und verlängerte erst seinen Vertrag bis 2014. Stammplatz-Chance: 100% Sebastian Prödl zeigt Verantwortung in der Bremer Innenverteidigung und beim Verwalten der Teamkasse. Stammplatz-Chance: 90% Julian Baumgartlinger fehlte im Herbst nur ein Mal gesperrt. Ist fixer Bestandteil im Mainzer Mittelfeld. Stammplatz-Chance: 90% Andreas Ivanschitz führte bei Mainz in 16 Partien Regie, erzielte vier Tore, wurde aber neun Mal ausgetauscht. Stammplatz-Chance: 90% Raphael Holzhauser nützte seine Chance in Stuttgart, spielte bisher elf Mal im Zentrum und bereitete schon drei Tore vor. Stammplatz-Chance: 60% Emanuel Pogatetz spielte in Wolfsburg seit dem Rauswurf von Trainer Magath keine Minute mehr. Auch beim Neuen (Dieter Hecking) stehen die Konkurrenten Naldo, Kjær und Madlung derzeit höher im Kurs. Stammplatz-Chance: 40% Alexander Manninger hat es schwer, weil Augsburgs Stammkeeper Jentzsch genesen ist. Die Nummer zwei dürfte er aber werden. Stammplatz-Chance: 30% Paul Scharner war im Herbst verletzt und stellte sich bei einer Gelb-Roten patschert an. Muss sich beim HSV noch gedulden. Stammplatz-Chance: 30% Robert Almer wird in Düsseldorf weiterhin zweiter Tormann sein, solange der starke Giefer fit bleibt. Stammplatz-Chance: 20% Erwin Hoffer stand bei Frankfurt im Herbst nur zwei Mal in der Startelf, wurde vier Mal eingetauscht und erzielte nur ein Tor. Stammplatz-Chance: 20% Kevin Stöger darf in Stuttgart hoffen, saß unter Coach Bruno Labbadia bisher nur zwei Mal auf der Bank. Stammplatz-Chance: 20% Michael Gregoritsch muss sich über Hoffenheims Amateure empfehlen. Stammplatz-Chance: 10% Samuel Radlinger ist in Hannover dritter Torhüter und spielt im zweiten Team. Stammplatz-Chance: 0% Richard Strebinger ist in Bremen dritter Torhüter und spielt im zweiten Team. Stammplatz-Chance: 0%
(KURIER) Erstellt am
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