Robert Huth gelang in Manchester ein seltener Doppelpack.

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Premier League
02/06/2016

Leicester demütigt Manchester City

Die Überraschungsmannschaft feiert bei der Star-Truppe einen 3:1-Erfolg.

Zwei Österreicher stehlen mit ihren Klubs in der englischen Premier League den großen Favoriten aus Manchester und London die Show. Leicester City mit Christian Fuchs hat am Samstag den Schlager bei Manchester City mit 3:1 gewonnen und damit die sensationelle Tabellenführung ausgebaut. Erster Verfolger der "Foxes" ist nun Tottenham Hotspur, das mit Kevin Wimmer gegen Watford 1:0 gewann.

"Unglaublich. Heute hat alles funktioniert", jubelte Fuchs im Interview mit dem klubeigenen Videokanal. "Wir haben ein richtig gutes Spiel gezeigt. Speziell nach dem zweiten und dritten Tor, da hatten wir viel Ballbesitz", sagte der 29-Jährige. Der ÖFB-Teamkapitän, der durchspielte und das 3:0 einleitete, darf mit seinen Kollegen schön langsam wirklich vom Titelgewinn träumen.

Traumstart

Robert Huth sorgte für einen Traumstart Leicesters, traf schon nach wenigen Augenblicken nach einem Mahrez-Freistoß etwas glücklich zum 1:0 (3.). Vor allem deshalb konnten die Gäste auf Konter lauern, ihre große Stärke ausspielen. ManCity hatte aber auch Pech, dass bei einem Foul von Fuchs an der Strafraumgrenze in der ersten Hälfte nicht Elfmeter, sondern nur Freistoß gepfiffen wurde.

Gleich nach dem Seitenwechsel nützte Leicester einen Konter aus, profitierte dabei aber auch von einer haarsträubenden Abwehrleistung der Hausherren, die von Riyah Mahrez (48.) düpiert wurden. Für den 24-jährigen Algerier war es bereits der 14. Saisontreffer. Das 3:0 (60.) markierte neuerlich Huth nach einem idealen Corner von Fuchs. Den spielbestimmenden Gastgebern gelang durch Sergio Aguero (87.) nur noch Ergebniskosmetik.

"Der Spirit ist fantastisch, der beste, an den ich mich in meiner Karriere erinnern kann, auch als Spieler. Sie helfen sich gegenseitig auf dem Platz, jeder kämpft für den anderen", erklärte Leicester-Trainer Claudio Ranieri das Erfolgsgeheimnis. Über die Perspektive äußerte er sich nicht konkret. "Es ist eine verrückte Liga. Wir genießen es natürlich und wir werden kämpfen, aber ohne Druck. Nun fahren wir zu Arsenal, und ich hoffe, wir konzentrieren uns genauso wie in den jüngsten zwei Spielen und können unseren Traum fortsetzen."

Der ehemalige englische Nationalspieler Gary Lineker, der bei Leicester City groß geworden ist, blickte nach dem Abpfiff ungläubig auf die Tabelle. "Leicester hat sechs Punkte Vorsprung ...sechs Punkte. Das ist nicht möglich. Ist es wirklich nicht", twitterte der frühere Weltklassestürmer.

Die Spurs träumen auch vom Titel

Nach dem Sieg von Tottenham führt Leicester allerdings "nur" mit fünf Punkten vor Hotspur, ManCity liegt sechs Zähler zurück. An der White Hart Lane gewann Wimmer, der durchspielte, das Duell der österreichischen Innenverteidiger mit Sebastian Prödl, der bei Watford in der 54. Minute eingewechselt worden war. Den Siegestreffer für das klar dominierende Tottenham, das mehrmals an Watford-Torhüter Heurelho Gomes scheiterte, erzielte Kieran Trippier in der 64. Minute. Nach sieben Siegen in den jüngsten neun Spielen träumen auch die Spurs, die 1961 ihren bisher letzten Meistertitel geholt haben und seit 1963 zu Saisonende nie besser als Dritter waren.

Nichts zu holen gab es für Marko Arnautovic und Stoke City. Die "Potters" kassierten gegen Everton eine 0:3-Heimniederlage, Arnautovic wurde in der 76. Minute ausgewechselt.

Ohne den erkrankten Trainer Jürgen Klopp kam der FC Liverpool gegen den FC Sunderland nicht über ein 2:2 hinaus. Viele Liverpool-Fans verließen in der 77. Minute aus Protest gegen eine Eintrittspreis-Erhöhung zur neuen Saison von 59 auf 77 Pfund (100 Euro) die Anfield Road vorzeitig. Danach kamen die Gäste richtig in Fahrt. Adam Johnson (82.) und Jermain Defoe (89.) egalisierten die Partie. Klopp war wegen des Verdachts einer Blinddarmentzündung nicht im Stadion.

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