Sport | Fußball
05.12.2011

Polizeipräsident: "Rapid sehr bemüht"

Der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl setzt auf die Kooperation mit Rapid und den verstärkten Einsatz.

Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl ist zuversichtlich. Er sieht keine Probleme bei der Umsetzung des Fünf-Punkte-Maßnahmen-Pakets von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Und auch die Zusammenarbeit mit Rapid nach dem Platzsturm im Derby funktioniert: "Die Polizei hat sich Gedanken gemacht, Rapid ist sehr bemüht. So wird es uns gelingen, eine neue Fußballkultur zu schaffen."

Rapid hat 63 Hausverbote ausgesprochen, die durch den Liga-Senat 3 zu österreichweiten Stadionverboten werden. Die Zugangsverweigerung sei laut Pürstl problemlos über die Personalisierung des Kartenverkaufs umsetzbar. Wer in die heiklen Sektoren West und Ost des Hanappi-Stadions will, muss künftig beim Kartenkauf einen Ausweis vorlegen. Die Eintrittskarte ist nur in Verbindung mit dem Ausweis gültig, eine Weitergabe ist nicht möglich.

Pürstl würde diese Maßnahmen auch gerne für die Nord- und Südtribüne sehen: "Aus polizeilicher Sicht müsste das in ganz Österreich Standard sein." Doch Rapid sieht dabei massive organisatorische Probleme.

Kernaufgabe

Überforderte Ordner bei den Eingangskontrollen soll es nicht mehr geben. Pürstl: "Ich garantiere, wir werden sehr konsequent bei den Eingängen stehen und die Ordner unterstützen. Das ist eine polizeiliche Kernaufgabe." Klare Aufträge an die Bezirkskommandos und die Einsatzverantwortlichen seien bereits ergangen.

Neu ist, dass die Exekutive auch nach der Schließung der Fan-Kammerl durch Rapid überprüfen will, ob verbotene Pyrotechnik eingelagert wird: "Es gibt keinen kontrollfreien Raum mehr im Stadion."

Die Polizei will mithilfe von szenekundigen Beamten auch für mehr Ruhe beim An- und Abmarsch der Fans sorgen. Vor allem durch ein schärferes Vorgehen gegen die Pyrotechnik-Fans. "Da kommen Dinge zum Einsatz, die Sprengmittel gleichen. Wir werden nicht warten, bis wir den ersten Toten haben."

Annäherung

Montagabend diskutierte die Klubspitze drei Stunden lang mit 87 anwesenden Fanklubs. "So viele waren noch nie da. Im August gibt es das nächste Fanklub-Treffen", sagt Klubservice-Leiter Andy Marek, der hofft, dass der stille Protest der "aktiven Fanszene" bis dahin vorbei sein könnte: "Es gibt noch keine Lösung, aber eine Annäherung."

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