Sport | Fußball
05/30/2012

Platter an Alaba: "How do you do?"

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter begrüßte ÖFB-Kicker David Alaba auf Englisch. Seine Begründung: Er sei "eher Wintersportler".

David Alaba ist es schon gewohnt, dass er den Menschen Sprachtipps gibt. Dem französischen Weltklasse-Kicker Franck Ribéry etwa, seinem Arbeitskollegen bei Bayern München, hat Alaba beigebracht, in breitestem Wienerisch "Bist deppat?" zu sagen.

Am Dienstag war es wieder einmal Zeit für eine kleine Lektion in Sachen Sprache. Schuld war Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Er wollte das österreichische Fußball-Nationalteam, das in Tirol auf Trainingslager ist, willkommen heißen. Platter brachte den Spielern Schnaps vorbei, small-talkte – und kam dabei auch mit Alaba ins Gespräch.

Und zwar auf Englisch. "How do you do?", begrüßte er Alaba. Der war baff: "Wieso redet denn der Englisch mit mir?" Dann antwortete er Platter aber cool: "Sie können ruhig Deutsch mit mir reden. Ich bin Österreicher."

"Peinlich"

Platter gestand, der Vorfall sei ihm "natürlich peinlich": "Ich danke David Alaba für seine gelassene Reaktion." Aus Platters Büro heißt es, der Landeshauptmann sei "eher Wintersportler" – und habe Alaba schlicht nicht erkannt.

Schon das ist erstaunlich: Alaba wurde in den vergangenen Monaten auch Nicht-Fußball-Fans zum Begriff; mit Bayern München schaffte er es bis ins Finale der Champions League (wo er gesperrt war).

Und dann ist da noch ein Nachgeschmack: Platter wird beim Treffen mit Alaba (Mutter von den Philippinen, Vater aus Nigeria, er selbst geboren und aufgewachsen in Wien) doch nicht etwa von der Hautfarbe auf die Sprachkenntnisse geschlossen – und den dunkelhäutigen Nationalspieler deswegen auf Englisch begrüßt haben? Nein, heißt es aus dem Platter-Büro: Ausgangspunkt sei eine Unterhaltung zwischen Alaba und dem dem (britischen) Konditionstrainer des Teams gewesen, die auf Englisch geführt wurde.

Pleiten & Pannen

Für Platter ist es nicht die erste unangenehme Schlagzeile der vergangenen Monate: Ende März stand er unter Beschuss, weil bekannt geworden war, dass er sich von Unternehmen zu mehreren Jagden hatte einladen lassen. Bei der Gemeinderatswahl in Innsbruck Ende April wurde die ÖVP von der Bürgerliste "Für Innsbruck", einem Ableger der Tiroler Volkspartei, und deren Koalitionspartnern ausgebremst.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund