Sport | Fußball 05.12.2011

Personalplanungen bei der Austria

© Bild: apa

16 auslaufende Verträge, ein Torjäger auf der Ersatzbank - den Austria-Chefs steht eine intensive Winterpause bevor.

Thomas Parits hat keine Eile. Nur wenig bringt einen wie ihn noch aus der Ruhe - er hat ja fast alles im Fußball als Aktiver und Funktionär erlebt. Unruhiger Schlaf bei 16 auslaufende Verträge im kommenden Sommer? Mitnichten. Diese Problematik kostet den Sport-Vorstand von Austria Wien bestenfalls ein müdes Lächeln.

Weil die meisten ohnehin eine einseitige Option beinhalten, die die Austria bis Ende April 2012 ziehen kann. Patrick Salomon und Manuel Wallner wollen die Austria wegen fehlender Spielpraxis verlassen, womit Hlinka, Jun, Junuzovic, Ortlechner und Liendl als potenzielle Verhandlungspartner verbleiben.

Mit ihnen möchte Parits die Gespräche im Rahmen des Trainingslagers ab 18. Jänner in Antalya aufnehmen. "Viel früher können wir damit gar nicht beginnen, da ich den Aufsichtsratsbeschluss am 20. Dezember abwarten muss." Dort wird das Budget festgelegt werden. Parits: "Dann kenne ich meinen Spielraum und weiß, was ich welchem Spieler konkret anbieten kann."

Letztes Wochenende weilte Parits in Portugal und sah bei zwei Erstliga-Spielen und einem Zweitliga-Match möglichen Austria-Verstärkungen auf die Beine, allesamt junge Talente, die zuletzt bei der Unter-20-Weltmeisterschaft für Portugal gespielt haben.

Im Visier

Gesucht werden ein Innenverteidiger, ein Außenbahnspieler und ein Stürmer. Einerseits könnte für den im Europacup bisher groß aufspielenden Nacer Barazite jederzeit ein konkretes Angebot auf den Tisch flattern, auf der anderen Seite birgt die Reservistenrolle von Torjäger Roland Linz mit der Zeit Potenzial für Unruhe.

Daher hat Parits mit dem Torschützenkönig der abgelaufenen Saison ein ausführliches Gespräch geführt. "Wir wollen seinen Vertrag nicht auflösen. Er macht derzeit eine harte Zeit durch, ich verstehe auch seine Sichtweise. Aber im Fußball ändern sich viele Dinge sehr schnell."

Neue Stürmer

Der Vertrag mit Linz (bis 2013) beinhaltet eine Ausstiegsklausel von Seiten des Spielers, sofern ein Verein eine vorgeschriebene Summe bezahlt. "Wir können den Kontrakt gar nicht lösen", erklärt Parits.

Dennoch nimmt der einstige Stürmer neue Angreifer ins Visier. Einer davon soll Marco Djuricin (18) sein, der bei Hertha BSC Berlin bisher vergeblich um einen Fixplatz gekämpft hat. Parits: "Die Frage ist, ob er uns wirklich helfen kann. Außerdem hat er einen aufrechten Vertrag."

Der Winter wird für die Austria in Sachen Personalpolitik jedenfalls eine heiße Jahreszeit.

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Erstellt am 05.12.2011