Sport | Fußball 05.12.2011

"Payer muss das Kapitel Rapid abschließen"

© Bild: ap

Für Goalie Helge Payer wird die Lüft in Wien-Hütteldorf immer dünner.

Roland Königshofer nahm nach dem 2:1 die Huldigungen für seinen Sohn entgegen, weil die Rapid-Verantwortlichen Tormann-Debütant Lukas aus der emotionalen Interview-Schusslinie nahmen. "Danke! Richte ich ihm aus", sagte Roland zu Michael Mörz. "So ist er eben, je schwieriger es ist, desto stärker verbeißt er sich", fügte der stolze Papa hinzu. Der Mattersburg-Kapitän hatte nämlich die Parade beim Bürger-Freistoß in letzter Sekunde gelobt.

"Jetzt braucht er Spielpraxis", meinte der frühere Rad-Steher-Weltmeister abschließend.

Die Bestätigung dafür bekam er aber (noch) nicht. "Wir werden die Entwicklung beobachten. Helge ist nicht komplett weg vom Fenster", meinte Rapid-Trainer Peter Schöttel auf die Frage, wer am Samstag in Kapfenberg im Tor stehen wird.

Doch die Tendenz für Helge Payer ist eindeutig negativ. Von Trainer Peter Pacult fühlte sich der 32-Jährige ungerecht behandelt und dachte, unter Schöttel würde alles anders.

Der Neue erklärte aber umgehend, dass er wegen Payers Fitness Bedenken habe und hoffte auf die Verpflichtung von Gebauer (Ried) oder Wolf (Kapfenberg). Geworden ist es dann der billigere Novota, der bis zu seiner schweren Gesichtsverletzung Payer dennoch verdrängt hatte.

Späte Chance

Königshofer patzte gleich im ersten Test gegen Retz, war nur noch der dritte Goalie, gab aber nicht auf. "Helge hat zuletzt keine Sicherheit ausgestrahlt. Wir wussten, dass uns ein Tormann, der im Strafraum so präsent und selbstbewusst ist wie Lukas, guttun wird", erklärt Schöttel.

Es schaut also nicht gut aus für Payer, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Peter "Tiger" Zajicek, der auch nach dem Rauswurf als Tormanntrainer unter Pacult 2009 ein Vertrauter von Payer blieb, meint sogar: "Helge muss das Kapital Rapid abschließen und woanders einen Neustart versuchen."

Zajicek war es auch, der Ex-Sportdirektor Hörtnagl von der Verpflichtung Königshofers überzeugte: "Das war meine letzte Aktion vor dem Rauswurf." Zur Bundesliga-Premiere des 22-Jährigen meint Zajicek, der selbst wieder für eine neue Herausforderung bereit wäre: "Entweder wirst du in solchen Partien vernichtet, oder sie machen etwas aus dir. Jetzt lebt Lukas als Tormann bei Rapid."

Auffällig ist, dass Payer sein Niveau unter Zajiceks Nachfolgern Manfred Kohlbacher und Raimund Hedl nicht halten konnte. Zajicek, der auch Schranz, Mandl und Goriupp zu unerwarteten Team-Einberufungen pushte, meint: "Helge spürt, dass er seit seiner Thrombose vor der EURO 2008 nicht mehr das uneingeschränkte Vertrauen bei Rapid bekommt. Er müsste im Training gesteuert und besonders gut behandelt werden, weil er sensibel ist. "

Doch der vom Konkurrenten zum Trainer Payers aufgestiegene Hedl will den Verdacht der Freunderlwirtschaft erst gar nicht aufkommen lassen und gesteht Payer keinerlei Bonus zu.

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Erstellt am 05.12.2011