Sport | Fußball 05.12.2011

Österreich vor, noch drei Tor'!

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Das Nationalteam braucht im Prater ein 3:0 gegen die Türkei, um mehr als nur eine theoretische Chance zu haben. Ab 20:30 Uhr im KURIER.at-Ticker.

Ein 1:0-Sieg am Dienstag im Wiener Happel-Stadion (20.45 Uhr/ ORF eins) gegen die Türkei wäre nach dem 2:6 in Deutschland Grundvoraussetzung für eine Art Wiederversöhnung, wäre Balsam für die Moral der angeschlagenen österreichischen Truppe und vor allem gut für den Ruf des angezählten Teamchefs Dietmar Constantini.

Aber ein so knapper Sieg könnte trotzdem zu wenig sein, um die Mini-Chance auf eine EM-Teilnahme zu wahren. Um noch Platz zwei hinter den uneinholbaren Deutschen zu erreichen, müsste Österreich 3:0 gewinnen. Nur dann hätte man im direkten Duell (Hinspiel 0:2) bei Punktegleichheit in der Endabrechnung die Nase vorne.

Wie aber kann dann ein deutlicher Sieg, wie er Österreich gegen die Türkei erst ein einziges Mal in der Fußballgeschichte (1982 4:0 in Wien) tatsächlich gelungen war, vor 48.000 Zuschauern, von denen rund 10.000 den Gegner anfeuern, heute erreicht werden?

Risiko & Disziplin

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Volle Kraft voraus, weil ohnehin schon alles egal ist? Keineswegs. "Es wäre das Falsche, von Beginn an alles nach vorne zu werfen und damit zu riskieren, dass wir in der Defensive offen sind." Teamchef Constantini hofft vielmehr auf einen günstigen Spielverlauf. Den die österreichische Mannschaft zu ihren Gunsten erzwingen möchte.

Kapitän Christian Fuchs glaubt zu wissen, wie das funktionieren könnte. "Jeder muss diszipliniert auf seiner Position spielen, damit wir eine Überzahl erzeugen können." Und ein weiteres Mal bemüht Fuchs den tierischen Vergleich: "In Deutschland sind wir herumgelaufen wie ein aufgescheuchter Hendlhaufen."

Ein Wechsel zeichnet sich im Tor ab. Pascal Grünwald dürfte Christian Gratzei ersetzen. "Falls es einen Wechsel gibt, dann ist das kein Zeichen dafür, dass Gratzei die Schuld am 2:6 trägt", so Constantini. Paul Scharner kehrt nach seiner Sperre in das Team zurück, wird neben Emanuel Pogatetz das zentrale Abwehr-Duo bilden. Dafür wird Franz Schiemer ins Mittelfeld rücken und die Rolle einnehmen, die der Rapidler Stefan Kulovits im Heimspiel gegen Deutschland laut Teamchef "sensationell" erfüllt hatte.

Unterstützung

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Ob Marc Jankos Fitness seinen Einsatz zulässt, wird sich erst am Spieltag entscheiden. Muss er passen, ist abermals Fuchs Kapitän. "Wir müssen als Mannschaft enger zusammenrücken." Die Formationen, so Fuchs, dürfen insgesamt nicht weiter als 30 Meter auseinander stehen. "Wir müssen uns gegenseitig taktisch unterstützen." Fuchs verspricht den Fans: "Wir werden laufen ohne Ende." In den letzten zwei Tagen erfolgte die taktische Analyse des Deutschland-Spiels. "Da sind auch klare Worte gefallen", erzählt Fuchs.

Hilfreich könnte sein, dass bei den Türken starke Spieler fehlen: Nuri Sahin, Hamit Altintop und Emre Belözoglu wegen Verletzungen, Selcuk Inan ist gesperrt.

Constantini wird sich am Mittwoch im Anschluss an die mediale Analyse jedenfalls in Klausur mit ÖFB-Präsident Leo Windtner begeben. Im Falle einer Niederlage gegen die Türken könnte dies schon das finale Gespräch sein. Dennoch empfindet der Tiroler die Partie nicht als persönliches Schicksalsspiel. "In meiner Karriere hatte ich ohnehin schon einige. Aber der Josef Hickersberger hatte viel mehr Schicksalsspiele als ich. Schicksal ist für mich außerdem etwas anderes als Fußball."

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Erstellt am 05.12.2011