Sport | Fußball 05.12.2011

Noch drei Spiele auf Bewährung

© Bild: apa

Die Wogen um Dietmar Constantini haben sich vor dem Slowakei-Spiel geglättet. Doch der Erfolgsdruck bleibt.

Beim Teamtraining in Klagenfurt lief der Schmäh auch außerhalb des Feldes. Als ein Auto mit getönten Scheiben in Richtung Trainingsplatz einbog, meinte ein junger Zuschauer launig: "Da schau' her, der Christoph Daum kommt schon."

Ein Beleg dafür, dass das jüngste Gerücht vor dem Spiel am Mittwoch gegen die Slowakei bundesländerübergreifend die Runde macht und die Menschen beschäftigt. Der Fan konnte allerdings nicht wissen, dass zu diesem Zeitpunkt Daum gegenüber dem KURIER ein Engagement beim ÖFB dementierte. ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig schmunzelte: "Da hat sich ein Medium jetzt kräftig geirrt."

Schein und Sein

Teamchef Dietmar Constantini gab sich nach dem verbalen Schlagabtausch der letzten Tage mit Fußball-Verbands-Präsident Leo Windtner am Montag öffentlich locker und volksnah. Händeschütteln hier, Autogramme dort.

Am Nachmittag fühlte er sich an seine Fußball-Camps erinnert, absolvierte er doch mit Nachwuchskickern der Akademie Klagenfurt ein Showtraining für Team-Ausrüster Puma.

Den Spekulationen um seine Person ging er geschickt aus dem Weg. Auch mögliche lästige Fragen der Medienvertreter umdribbelte er gekonnt, indem er in der offiziellen Pressekonferenz seinem Assistenten Manfred Zsak den Vortritt ließ.

Ruhe und Gelassenheit

Auch die Spieler suchen bei diesem Thema ausnahmsweise das Abseits. Christian Fuchs, der am Mittwoch die Kapitänsschleife an Marc Janko übergibt: "Keiner von uns beteiligt sich an den Spekulationen. Unser Job ist es, Vorgaben, von wem auch immer, umzusetzen. Was kommen wird, ist Sache des Präsidenten." Fuchs bekam die Diskussionen um den Teamchef durchs Internet mit. "Ich habe gar keine Zeit, mich damit zu lange zu beschäftigen."

Martin Harnik empfindet die Gerüchte ohnehin nur als leidiges Thema. "Für mich ist das nach den letzten Leistungen unverständlich. Es war ein Aufschwung zu erkennen. Die Mannschaft hat sich gemeinsam mit dem Trainerteam gefunden."

Der Stuttgart-Legionär hat ein simples Rezept parat, um die Gerüchte zu beenden. "Mit einer guten Leistung und einem Sieg gegen die Slowakei können wir das alles im Keim ersticken."

Trainerdiskussionen gehören für Harnik zum Fußball-Geschäft. "Der Kopf des Trainers muss meist als erster rollen. Das ist auch in Deutschland nicht anders."

Drei weitere Partien hat Constantini noch Schonfrist: Nach dem Slowakei-Spiel trifft Österreich in der EM-Quali auf Deutschland und die Türkei. Spätestens danach wird über ihn unter Garantie wieder diskutiert.

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Erstellt am 05.12.2011