Sport | Fußball
18.01.2018

"NHL" statt "BBC": Real will neue "Galaktischen"

Der Klub-Boss Florentino Perez plant einen Total-Umbruch. Ronaldo soll verkauft werden, Neymar kommen.

Das hört sich ein wenig wie Science Fiction an: Real Madrid ist nach 19 Runden in der Primera Division einem Abstiegsplatz näher als Tabellenrang eins. Mit Tabellenplatz vier und fast unglaublichen 19 Punkten Rückstand auf den Erzrivalen FC Barcelona - und 14 Zählern Abstand zum Liga-16. La Coruna - erleben die Madrilenen aktuell ihre größte Schwächephase der letzten Jahre.

In Madrid läuten die Alarmglocken. Der Präsident der Königlichen Florentino Perez will dem hochbestückten Kader einen neuen Anstrich verpassen und hat laut der gewohnt gut informierten Zeitung Marca transfertechnisch Großes vor. Womöglich zu Großes.

Perez entwickelt in seiner ersten Amtszeit als Präsident von Real Madrid zwischen 2000 und 2006 das Konzept der "Galaktischen". Er holte mit von 2000 bis 2003 Figo, Zidane, Ronaldo und Beckham vier der besten Fußballer der Welt um etwas mehr als 200 Millionen Euro.

KBC

2009 begann seine zweite Ära als Präsident. Für 194 Millionen Euro holte man im Sommer 2009 Cristiano Ronaldo, Kaka und Benzema.

BBC

Kaka ging, Bale kam. 91 Millionen Euro wurden an die Spurs überwiesen. Der bisher erfolgreichste Real-Offensive war geboren. Sie standen zusammengerechnet 1162 Mal für Real auf dem Platz, wobei die drei 780 Tore erzielten und nicht weniger als 12 Titel einfuhren. Nun aber scheint ihre Zeit im Bernabeu abgelaufen.

Projekt NHL

Rund eine halbe Milliarde Euro müsste Real Madrid wohl für Neymar (25, PSG), Eden Hazard (27, Chelsea) und Robert Lewandowski (29, Bayern) in die Hand nehmen. Mit dem Verkauf von " BBC" könnte er vielleicht die Hälfte dieser Summe einnehmen.

Neymar wollte Perez schon mehrmals nach Madrid locken. 2013 entschied sich der brasilianische Superstar aber für Erzrivale Barcelona, um schließlich im vergangenen Sommer zu Paris St-Germain zu wechseln. Im Sommer will Perez einen neuen Versuch starten, wobei sich dieses Vorhaben angesichts des bis 2022 laufenden Vertrages als besonders schwierig gestalten sollte.

Der Wunschspieler von Real-Trainer Zinedine Zidane ist dagegen Hazard. Der belgische Spielmacher vom FC Chelsea wird immer wieder mit den Königlichen in Verbindung gebracht – auch weil die große gegenseitige Wertschätzung zwischen Trainer und Spieler offenkundig ist.