Sport | Fußball 18.01.2012

Neuer Präsident für Sturm Graz

© Bild: APA/ELMAR GUBISCH

Christian Jauk soll den angezählten Verein neu strukturieren. Ihm zur Seite steht ein neuer Vorstand.

Generalversammlungen versprühen zwar ähnlich großen Charme wie Plattenbau-Siedlungen im Herbstnebel, sind aber irgendwie wie mit Neujahrsvorsätzen zu vergleichen. Mit einem Wandel, mit dem Altes verabschiedetet wird, um Neues besser zu machen.

Beim regierenden Meister Sturm Graz wurde renoviert, ein komplett neuer Vorstand aus dem Hut gezaubert; vom alten blieb nur Ehrenpräsident Hans Fedl über. Vor allem mit Christian Jauk soll ein frischer Wind bei Sturm wehen. Der Bankier löste am Dienstag Abend bei einer außerordentlichen Generalversammlung Gerald Stockenhuber als Präsident ab. Jenen Stockenhuber, der nach den Zwistigkeiten, die im Sturm-Vorstand auf der Tagesordnung standen, den Hut nahm.

Wunderdinge

Über Jauk, der vor fünf Jahren in der Rettungsmannschaft mithalf, Sturm nach dem Konkurs vor dem Untergang zu bewahren, wird in Graz viel Gutes erzählt. Mit großer wirtschaftlicher Kompetenz sei der Vorstandsvorsitzende der Bank Burgenland ausgestattet, zudem arbeite der 47-jährige akribisch und mit großem Fleiß. Und außerdem kenne er den Verein in- und auswendig. Weil er bis Ende 2010 selbst Vizepräsident war, damals allerdings mit seinen Vorstellungen im Vorstand, insbesondere bei Stockenhuber, an Grenzen stieß.

Jetzt hat Jauk das Sagen im Verein, und holte sich vor allem Fachkräfte aus der Wirtschaft in seinen neuen Vorstand. Das Sponsoring soll verbessert werden.

Neuer Geschäftsführer

Denn eines ist schon recht beachtlich: In der Vorsaison konnte Sturm Graz mehr Sponsorengelder aufstellen, als in der laufenden Saison - und das als regierender Meister. Der sportliche Profibetrieb wird in eine Kapitalgesellschaft (GmbH) ausgelagert und von einem Aufsichtsrat kontrolliert.

In diesem sitzt auch der ehemalige Sturm-Boss und jetzige Liga-Präsident Hans Rinner, der damit ein Comeback in Graz gibt. Ein Geschäftsführer, der für Sport und Finanzen zuständig
ist, wird in den nächsten fünf, sechs Wochen installiert. Heinz Palme wird diese Position nicht einnehmen. Der Fußballfachmann hatte Sturm geklagt, nachdem eine mündliche Zusage für diese Funktion im März nicht eingehalten wurde. Es erfolgte eine außergerichtliche Einigung.

 

Niederlage

Für die Fans gab es keinen Sieg. Der Antrag der Initiative "Freiheit für Sturm" auf Entfernung des Sponsornamens Puntigamer im Logo und im Vereinsnamen verfehlte hauchdünn die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit. "Ich sehe dieses knappe Ergebnis als Arbeitsauftrag für uns", sagt Jauk.

Erstellt am 18.01.2012