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Neuauflage des Finales von 2010 in Gruppenphase
12/06/2013

Neuauflage des Finales von 2010 in Gruppenphase

Weltmeister Spanien trifft auf die Niederlande, die Deutschen bekommen es mit Ronaldo & Co. zu tun.

Die Auslosung für die Fußball-WM 2014 in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) hat am Freitag in Costa do Sauipe eine Gruppe mit drei Ex-Weltmeistern gebracht. Im Pool D spielen Uruguay, Italien und England gemeinsam mit Außenseiter Costa Rica. Doch auch die Gruppe B hat es mit der Neuauflage des WM-Finales 2010 zwischen Spanien und den Niederlanden sowie Chile in sich.

Das Eröffnungsspiel bestreitet Brasilien am 12. Juni in Sao Paulo gegen Kroatien. Daneben bekommt es der Gastgeber noch mit Mexiko und Kamerun zu tun. Österreichs Quali-Gegner Deutschland trifft in der ersten Turnierphase in Gruppe G auf Portugal, Ghana und die USA. Somit kommt es zum Duell von DFB-Bundestrainer Joachim Löw mit seinem Vorgänger Jürgen Klinsmann, der nun mit Co-Trainer Andreas Herzog das US-Team betreut. 2006 hatten die Deutschen bei der Heim-WM unter Klinsmann und seinem Assistenten Löw Platz drei erreicht.

"Wir waren gestern noch mit Jürgen Klinsmann Abendessen. Er hat von einer Entwicklung gesprochen. Ab sofort wird er ein wenig verschlossener sein", meinte Deutschlands Teammanager Oliver Bierhoff nach der Auslosung. "Wir treffen auf alte Bekannte. Ghana hatten wir 2010 in unserer Gruppe, 2012 (bei der EM, Anm.) hatten wir Portugal. Die USA in der Gruppe ist schon auch etwas ganz Besonderes. Jürgen und ich haben seit langem ein sehr, sehr gutes und inniges Verhältnis", lautete Löws erster Kommentar.

Schweizer Losglück

Besonderes Losglück hatte die Schweiz, die im Pool E neben Ex-Weltmeister Frankreich mit Ecuador und Honduras zwei leichte Gegner erhielt. Auch für Belgien, genauso wie die Eidgenossen aufgrund der Oktober-Weltrangliste als eines von acht Topteams gesetzt, ist in der Gruppe H gegen Algerien, Russland und Südkorea der angepeilte Achtelfinal-Aufstieg in Reichweite.

Der Pool C mit Kolumbien, Griechenland, Elfenbeinküste und Japan verspricht sehr ausgeglichen zu werden. Der neben Brasilien zweite große südamerikanische Titelanwärter Argentinien mit Weltfußballer Lionel Messi bekommt es in der Gruppe F mit dem einzigen WM-Neuling Bosnien-Herzegowina, Nigeria und dem Iran zu tun.

Bereits im zweiten Match steigt am 13. Juni 2014 in Salvador die WM-Neuauflage zwischen Spanien und den Niederlanden. Der Verlierer dieses Duells steht bereits unter enormen Druck, wenn Chile anschließend gegen Außenseiter Australien den erwarteten Sieg einfährt.

Zidanes Mitschuld

Die Auslosung begann mit einem Schweigemoment für den südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela. Es folgte ein 45-minütiger Showblock, ehe acht ehemalige Fußball-Größen in die Töpfe griffen und die WM-Gruppen ermittelten: Zinedine Zidane (FRA), Cafu (BRA), Mario Kempes (ARG), Lothar Matthäus (GER), Alcides Ghiggia (URU), Geoff Hurst (England), Fabio Cannavaro (ITA) und Fernando Hierro (ESP) zogen die Lose.

Ausgerechnet der ehemalige Juventus-Turin-Spielmacher Zidane war für die Konstellation in Gruppe D verantwortlich. Der französische Superstar zog nämlich Italien als erstes Team aus dem Europa-Topf. Italiens Teamchef Cesare Prandelli und seine Abordnung waren alles andere als erfreut. Zidane, der sich im nach Elfmeterschießen verlorenen WM-Finale 2006 in Deutschland gegen Italien nach einer verbalen Provokation seines Gegenspielers Marco Materazzi zu einer mit Rot geahndeten Tätlichkeit hatte hinreißen lassen, nahm es dagegen total gelassen.

WM-Gruppen
Gruppe A: Brasilien, Kroatien, Mexiko, Kamerun
Gruppe B: Spanien, Niederlande, Chile, Australien
Gruppe C: Kolumbien, Griechenland, Elfenbeinküste, Japan
Gruppe D: Uruguay, Costa Rica, England, Italien
Gruppe E: Schweiz, Ecuador, Frankreich, Honduras
Gruppe F: Argentinien, Nigeria, Bosnien-Herzegowina, Iran
Gruppe G: Deutschland, Portugal, Ghana, USA
Gruppe H: Belgien, Algerien, Russland, Südkorea

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WM-Spielplan

Klinsmann: "Schwieriger und größer hätte es nicht kommen können"

Vicente del Bosque (Teamchef von Titelverteidiger Spanien): "Es wird nicht einfach für uns. Ich würde es nicht als Todesgruppe bezeichnen, aber es wird schwer. Es wird seltsam sein, gegen die Niederländer zu starten, weil es ja das letzte Spiel der WM 2010 war."

Louis van Gaal (Teamchef Niederlande): "Wir treffen auf den Weltmeister, Australien, gegen das wir noch nie gewonnen haben, und auf Chile, das auch eine gute Mannschaft hat. Von den Gegnern her ist das also schwer. Aber die Umstände, unter denen wir spielen müssen, sind in Ordnung. Es ist nicht die beste Auslosung, ich wäre lieber in der Gruppe H gelandet."

Luiz Felipe Scolari (Teamchef Brasilien): "Das ist die sechste WM-Teilnahme von Kroatien. Sie haben ein sehr gutes Team. Für Kamerun ist es die fünfte, und sie haben für einige Glanztaten in der WM-Geschichte gesorgt. Und Mexiko ist ein sehr harter Gegner. Es gibt keine leichten Gruppen. Es ist immer gut, gegen ein europäisches Team zu starten, weil diese sich erst an die Bedingungen in Brasilien gewöhnen müssen. Es wird ein ausgeglichenes erstes Match, aber wir leben hier, wir arbeiten hier und wir kennen unser Land besser als jeder andere."

Cesare Prandelli (Teamchef Italien): "Wir haben die schwierigste Gruppe, das wird uns ins Schwitzen bringen. Wenn wir gut vorbereitet ankommen, bin ich sicher, dass wir ein großartiges Turnier spielen werden."

Roy Hodgson (Teamchef England): "Das ist eine schwierige Gruppe, soviel ist sicher. Mit Italien und Uruguay, das ist fast so, als ob man zwei Top-Gesetzte bekommen hätte. Wir wissen, wie stark Italien ist, wir haben gegen sie im EM-Viertelfinale verloren. Das wird ein hartes Match vom Klima her. Es hätte nicht viel Szenarien geben können, bei denen wir vor Freude gehüpft wären. Daher überrascht uns das jetzt nicht. Das Positive ist, dass wir nur eine lange Reise haben."

Joachim Löw (Teamchef Deutschland): "Jetzt können wir den nächsten Schritt machen und arbeiten für die WM. Wir müssen uns in der Vorbereitung ein wenig an die Schwüle und an diese hohen Temperaturen gewöhnen. Es ist eine WM der Strapazen. Wir treffen auf alte Bekannte. Ghana hatten wir 2010 in unserer Gruppe, 2012 hatten wir Portugal. Die USA in der Gruppe ist schon auch etwas ganz Besonderes. Jürgen (Klinsmann) und ich haben seit langem ein sehr, sehr gutes und inniges Verhältnis."

Oliver Bierhoff (Teammanager Deutschland): "Wir brauchen nicht unzufrieden sein. Die Gegner sind machbar. Es ist klar, dass wir der Favorit sind. Wir waren gestern noch mit Jürgen Klinsmann Abendessen. Er hat von einer Entwicklung gesprochen. Ab sofort wird er ein wenig verschlossener sein."

Jürgen Klinsmann (Teamchef USA): "Der Fußball schreibt immer wieder diese verrückten Geschichten. Jetzt kommt die nächste verrückte Geschichte hinzu. Für uns ist es eine Wahnsinnsgruppe, neben Deutschland auch mit Portugal und Ghana. Schwieriger und größer hätte es nicht kommen können. Wir haben aber auch ein bisschen Selbstvertrauen getankt über die letzten zweieinhalb Jahre. Wir trauen uns auch zu, da in die nächste Runde zu kommen. Es ist eine Hammergruppe, aber wir sind bereit dafür."

Paulo Bento (Teamchef Portugal): "Das ist eine ausgeglichene Gruppe mit einem Team, das man als Favorit bezeichnen kann - und das ist Deutschland wegen seines Potenzials und seiner Geschichte. Die USA und Ghana sind zwei gut organisierte Teams, die auch individuelle Stärke aufweisen. Im ersten Match der EURO haben wir gegen Deutschland mit 0:1 verloren , aber gut gespielt. Wir werden nach Kräften kämpfen, um uns zu qualifizieren, am besten als Nummer eins unserer Gruppe."

Didier Deschamps (Teamchef Frankreich): "Das Gute ist, dass wir nicht alle unsere Spiele im Norden bestreiten müssen, mit den Problemen der Hitze und der Feuchtigkeit. Die Schweiz wird der schwerste Gegner, Ecuador und Honduras kennen wir weniger gut. Das Wichtigste wird sein, das erste Spiel (gegen Honduras) zu gewinnen."

Ottmar Hitzfeld (Teamchef Schweiz): "Ich bin nicht blauäugig, dass ich denke, das ist ein Selbstläufer. Jede WM-Gruppenphase hat Stolpersteine, da muss man immer aufpassen. Und gerade die Mannschaften, von denen alle sagen, die muss man schlagen, also etwa Ecuador und Honduras, die sind oft technisch, taktisch gut eingestellt und können auch Fußball spielen. Und Frankreich ist für mich eine Top-Mannschaft, aber trotzdem gehören wir als gesetzte Mannschaft auch zu den Favoriten. Im Verein mit Frankreich müssten wir also das Achtelfinale erreichen. Es ist kein Zufall, dass noch kein Europäer hier in Südamerika Weltmeister geworden ist, die klimatischen Bedingungen sind extrem und dazu noch die Reisestrapazen, das ist ein Vorteil für süd- und mittelamerikanischen Mannschaften."

Safet Susic (Teamchef Bosnien-Herzegowina): "Wir dürfen nicht unzufrieden sein, obwohl wir mit Argentinien einen der Titelfavoriten in der Gruppe haben. Von den zwei anderen Teams ist eines sicher schwächer als wir, nämlich der Iran. Nigeria verfügt im schlimmsten Fall über ähnliche Qualitäten wie wir, hat aber große WM-Erfahrung. Wir werden mit Nigeria um den zweiten Platz kämpfen."

Alejandro Sabella (Teamchef Argentinien): "Die Todesgruppe ist uns erspart geblieben. Außerdem ist es positiv, dass wir in Rio de Janeiro, Belo Horizonte und Porto Alegre spielen."

Niko Kovac (Teamchef Kroatien): "Nachdem wir eine so harte Gruppe erwischt haben, sind wir hocherfreut die WM gegen den Gastgeber zu eröffnen. Das kleine Kroatien gegen das große und mächtige Brasilien - das wird ein Duell. Das ist eine große Motivation für meine Spieler und ein ganz besonderer Moment für uns. Wir werden unser Bestes versuchen, um weiterzukommen, aber ich kann den Achtelfinalaufstieg nicht versprechen."

Miguel Herrera (Teamchef Mexiko): "Brasilien hat zweifelsohne beeindruckende Spieler wie Neymar, Alves oder Robinho. Die Gruppe ist schwer, die Mannschaften sind stark und solide, aber der Stil der Gegner kommt Mexiko entgegen. Wir haben zuletzt gute Spiele gegen Brasilien gespielt. Die anderen beiden Gegner sind nicht sonderlich schwierig, wenn wir unsere Leistung bringen. Entscheidend ist es, das erste Match zu gewinnen."

Jorge Sampaoli (Teamchef Chile): "Das ist eine sehr komplizierte Gruppe, wenn man auf die Gegner blickt. Klar ist es besonders schwer, wenn man gegen zwei wichtige Europäer spielt, noch dazu wenn einer davon der Titelverteidiger ist. Wir hoffen trotzdem, dass wir wieder so große Spiele machen wie zuletzt gegen England (2:0-Sieg Mitte November im Wembley-Stadion, Anm.) und Spanien (2:2 am 10. September in Genf, Anm.)."

Jose Pekerman (Teamchef Kolumbien): "Das ist eine ausgeglichene Gruppe, wir haben ein afrikanisches, ein asiatisches und europäisches Team als Gegner. Wir haben bewiesen, dass wir uns mit jedem Team messen können."

Alberto Zaccheroni (Teamchef Japan): "Es ist schade, dass wir das stärkste afrikanische Team (Elfenbeinküste, Anm.) in der Gruppe haben, aber wenigstens ist uns ein zweites europäisches erspart geblieben. Und es macht schon einen Unterschied, gegen Griechenland zu spielen. Niederlande oder Frankreich wären viel schlimmer gewesen. Wir werden bei großer Hitze spielen, da kommen uns die Erfahrungen aus dem Confederations Cup in diesem Jahr sicher zugute."

Kwesi Appiah (Teamchef Ghana): "Es ist schön, auf Deutschland zu treffen und die USA, die wir zuletzt 2010 im WM-Achtelfinale geschlagen haben. Wir sind jetzt ein besseres Team als 2010. Ich bin sicher, dass es in dieser Gruppe viele Überraschungen geben wird."

Fabio Capello (Teamchef Russland): "Die Physis zweier Teams bereitet mir Sorge. Südkorea ist ein physisch sehr starkes Team, und Belgien hat exzellente Spieler, die auch sehr schnell sind."

Diego Forlan (Uruguay-Stürmer): "Im Vergleich zu den anderen haben wir die härteste Gruppe erwischt. Aber man muss es nehmen, wie es kommt. Schon bei der letzten WM haben wir bewiesen, dass wir in einer sehr schwierigen Gruppe weiterkommen können."

Vincent Kompany (Kapitän Belgien): "Eine interessante, aber gefährliche Gruppe, in der man sich nicht verstecken kann. Der Aufstieg ist Pflicht."

Die Favoriten

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