Sport | Fußball 05.12.2011

Neid schließt Rücktritt nicht aus

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Die Trainerin des deutschen Frauen-Nationalteams steht nach dem WM-Aus in der Kritik. Offiziell gibt ihr der DFB Rückendeckung.

Die Kritik an Teamchefin Silvia Neid hat nach dem unerwarteten WM-Aus von Weltmeister Deutschland im Viertelfinale gegen Japan (0:1 n.V.) zugenommen. "Ich brauche jetzt erst mal Abstand. Erst wenn ich in ein paar Wochen wieder im Alltag angekommen bin, werde ich mich fragen: Was will ich eigentlich? Kann ich mich für eine EM in zwei Jahren nochmals motivieren? Und dann auch eine Antwort finden", sagte die deutsche Teamchefin.

Auf die Frage, ob sie abtreten müsse, antwortete die 47-Jährige: "Die Frage kann man stellen. Aber das entscheiden ich und meine Arbeitgeber, der DFB." Ihr sei klar, dass "jetzt eine Schuldige gesucht" werde. Nach der Niederlage gegen die Asiatinnen hatte Neid noch betont, keine "Motivationsprobleme" zu haben. Doch die Stimmen gegen sie scheint sie offenbar nachdenklich zu machen. Kritik kam auch von DFB-Vizepräsident Rolf Hocke, der meinte: "Neid muss sich bestimmte Fragen gefallen lassen."

Sündenbock

Der Deutsche Fußball-Verband ( DFB) gab ihrer Trainerin jedoch offiziell Rückendeckung. "Wir lassen uns nicht verrückt machen. Ich sehe die Silvia sicher auf ihrem Posten", erklärte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach nach dem Neid-Interview. Die Debatte um die Blondine hatte sogar zum Zwist im Hause der ausgebooteten Birgit Prinz geführt. Nachdem ihr Vater den Rücktritt von Neid gefordert hatte, sah sich die Stürmerin genötigt, eine öffentliche Erklärung abzugeben: "Es ist nicht richtig, jetzt einer Person die Schuld zu geben."

Prinz (33) und auch Ariane Hingst (31) treten ab, doch das Gros des DFB-Teams bleibt auch nach der verpatzten Heim-WM zusammen. "Wir müssen keinen großen Neuaufbau machen. Unsere Mannschaft ist relativ jung, hat ein Durchschnittsalter von 26", sagte Neid und kündigte ungeachtet der Rücktrittsspekulationen um ihre Person mit Blick auf die EM Juli 2013 in Schweden an: "Wir müssen gar keinen großen Umbruch machen".

Der Titelverteidiger und siebenfache Europameister startet die Qualifikation für dieses Turnier am 17. September gegen die Schweiz. Bis September 2012 sind die weiteren Gegner in Gruppe 2 Spanien, Rumänien, die Türkei und Kasachstan.

Erstellt am 05.12.2011