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23.03.2017

Nationalteam: Die Brennpunkte in der WM-Quali

Mit einer Dreier-Abwehrkette und einem Zweier-Sturm gegen die Republik Moldau?

We wish you a happy new year. Etwas verspätet ist der Gruß, aber für das österreichische Nationalteam reicht es noch immer. Möge 2017 besser werden als 2016. Dem Freudentaumel nach der EM-Qualifikation folgte fast ein Jahr Katerstimmung. Nur gegen Albanien und Malta wurden Tests gewonnen. Der frustrierenden EM folgte ein Sieg in der WM-Qualifikation in Georgien. Nach dem Hoffnungsschimmer gab es aber eine Niederlage in Serbien, ein Remis gegen Wales und erstmals seit langer Zeit eine Heimniederlage – gegen Irland. Jetzt steht das Team in jedem Spiel unter Zugzwang. Erstmals am Freitag gegen Moldau.

Das sind die Brennpunkte vor dem Auftakt des Jahres und der Aufholjagd:

Brennpunkt Tor: Robert Almer ist verletzt, Ramazan Özcan zurückgetreten. Teamchef Marcel Koller hat Almer auch als Ersatzmann vertraut. Nun muss er wieder einen Bankfachmann ins Tor stellen – Heinz Lindner ist bei Eintracht Frankfurt nur zweite Wahl. Andreas Lukse, der Altach zuletzt verletzt gefehlt hat, laboriert zudem an einer Magenverstimmung und verpasste auch gestern das Training. Daniel Bachmann, der Dritte im Goalie-Bunde, steht bei Stoke City unter Vertrag, aber nicht einmal bei der Zweiermannschaft regelmäßig im Tor.

Brennpunkt Abwehr: Drei oder vier, das ist hier die Frage. Koller hat in seinen mehr als fünf Jahren als Teamchef einmal die Experimentierfreude übermannt – bei der EM hat er gegen Island mit wenig erprobter Dreierkette gespielt. Möglich: Hinteregger und Dragovic mit Prödl oder Wimmer. Die Spieler halten sich bedeckt. Dragovic: "Für mich wäre eine Dreierkette neu, für andere nicht." Kapitän Baumgartlinger ist kein Freund der radikalen Schritte. Wäre diese Systemumstellung solch ein Zeichen von Radikalität? "Nein, das wäre ein üblicher und gängiger Schritt." Es ist aber zu erwarten, dass erst im Testspiel gegen Finnland zur Tat geschritten wird.

Brennpunkt Außenverteidiger: Nach dem Team-Aus von Fuchs und Garics sowie der Formschwäche von Klein tun sich auf den Außenpositionen Baustellen auf – die mit der Dreierkette entschärft werden könnten.

Brennpunkt Alaba: Diese Diskussion ist ein für allemal beendet. Im Nationalteam unter Koller wird Alaba nicht linker Verteidiger spielen. Diesmal bekommt er im zentralen Mittelfeld Ilsanker statt des gesperrten Baumgartlinger zum Partner.

Brennpunkt Sturm: Solospitze oder doch ein Duo an vorderster Front? Reicht Jankos Fitness, würde er in der Startelf und in Baumgartlingers Abwesenheit (Sperre) auch Kapitän sein. Die Doppelspitze Janko und Burgstaller hätte das nötige Durchsetzungsvermögen gegen eine tief stehende Abwehr.

Brennpunkt Flügelspiel: Bei einer Dreierkette in der Abwehr und einem Fünfer-Mittelfeld braucht es lauf- und zweikampfstarke Außenspieler. So wie Schöpf, der das zwar bei Schalke spielt, aber gegen Moldau gesperrt ist. Taktik hin, System her. Für Marko Arnautovic gibt es Wichtigeres. Denn, so sagt der Stürmer: "Es spielen elf gegen elf. So einfach ist das. Und ich spiele überall. Zur Not auch im Tor, wenn ich dem Team damit helfen kann."