Sport | Fußball
01.03.2018

Napoli-Stürmer verteilte getarnt Pizza an Obdachlose

Der belgische Teamspieler Dries Mertens bewies großes Herz.

Es gibt Menschen, die in schlechten Zeiten nur auf sich selbst fokussiert sind. Dann gibt es auch Menschen, die in solchen Zeiten daran denken, dass es andere gibt, denen es wesentlich schlechter geht. Zu der zweiten Kategorie gehört anscheinend Dries Mertens.

Der Belgier ist eigentlich eine Bank im Sturm des Serie-A-Klubs. In der vergangenen Saison war der 30-Jährige bester Torschütze des Champions-League-Teilnehmers, in dieser ist er es auch. Dennoch hat der 65-fache Teamspieler hie und da seine Durststrecken. So gelang Mertens im November und Dezember 2017 in allen Bewerben (Liga, Cup, Champions League) nur ein einziger Treffer - beim 3:0-Heimsieg gegen Donezk in der Champions League. In den Phasen, in denen der Erfolg ausbleibt, fängt man in der Regel zu grübeln an. So geschehen auch bei Dries Mertens.

Im Dezember, nach einem Spiel in Torino, das seine Mannschaft zwar gewann, Mertens aber zum wiederholten Male torlos blieb, rief er nach der Heimkehr nach Neapel einen guten Freund an. "Komm, lass uns treffen, wir kaufen ein paar Pizza Margherita und bringen sie denen, die hungrig sind und auf der Straße leben. Es ist sehr kalt", wurde der Inhalt des Gesprächs im italienischen Blatt Corriere del Mezzogiorno erst nun, Monate später, bekanntgegeben.

Kurze Zeit später erschien der Fußballer mit vielen Pizzakartons am Bahnhof Napoli Piazza Garibaldi, dem Treffort vieler Obdachloser. Gut getarnt, natürlich, denn er wollte nicht erkannt werden. Mertens schmückte sich auf Sozialen Netzwerken nicht mit Bildern, die ihm diese Wohltat attestieren. Er wollte der Stadt, in der er seit beinahe fünf Jahren daheim ist, etwas zurückgeben. So scheint es zumindest. Dank Medien haben wir eine verspätete Weihnachtsgeschichten, die Mertens nie haben wollte.