Nächster Trainerwechsel bei Inter

Claudio Ranieri
Foto: REUTERS Ranieri muss bei Inter seinen Hut nehmen.

Benitez, Leonardo, Gasperini, Ranieri - seit Mourinho blieb kein Coach länger als sechs Monate.

Die Ära Claudio Ranieri bei Inter Mailand hat gerade einmal sechs Monate gedauert: Nach dem Aus in der Champions League war die jüngste Serie-A-Niederlage gegen den Erzrivalen Juventus Turin und der Absturz auf Tabellenplatz acht zu viel, Klubchef Massimo Moratti hat die Notbremse gezogen.

Für Schadensbegrenzung soll nun der erst 36-jährige Andrea Stramaccioni sorgen. Der Jungcoach soll den 18-fachen italienischen Meister in den letzten neun Spielen der Serie A zumindest in die Europa-League-Plätze führen. Zur Erinnerung: Vor knapp zwei Jahren hatte Inter gegen den FC Bayern noch die Champions League gewonnen.

"Hier kommt der Mou der Jungen"

Im Gegensatz zur Profi-Abteilung von Inter hat Stramaccioni schon einen großen Erfolg in dieser Saison vorzuweisen. Mit der Primavera (U19) gewann er am Sonntag die Champions League für Nachwuchskicker.

"Hier kommt der Mou der Jungen", titelte die "Gazzetta dello Sport" in Anspielung auf Erfolgscoach Jose Mourinho, dem man in Mailand heute noch nachweint. In diesem Satz ist aber das ganze Inter-Dilemma zusammengefasst: Zum einen muss sich jeder Trainer zwangläufig an Vorgänger Mourinho messen lassen - und wird angesichts dessen Triples 2010 aus Meisterschaft, Cup und Champions League zwangsläufig scheitern. Anderseits plant der Klub seit längerem einen Umbau der alternden Mannschaft, um sich für die Zukunft zu rüsten.

Kandidaten

Vereinseigentümer Moratti macht es seinen Trainern dabei nicht leicht. Der erste Mourinho-Nachfolger Rafael Benitez hatte bereits versucht, dem Team ein neues Gesicht zu geben - nach einem halben Jahr senkte Moratti den Daumen.

Und damit begann das Übel: Es folgte Leonardo, der es auch nicht länger als sechs Monate aushielt. Gian Piero Gasperini musste nach knapp vier Monaten gehen, Ranieri nun nach sechs. Irgendetwas passte Moratti nie, meist waren es die fehlenden Siege.

   Seit seiner Machtübernahme 1995 hat der Öl-Magnat bereits 17 Trainer zu Inter geholt. Die Kandidatenliste für die nächste Saison ist wieder einmal lang: Als Favoriten werden der ehemalige argentinische und chilenische Teamchef Marcelo Bielsa (nun Athletic Bilbao), der jüngst bei Chelsea gefeuerte Portugiese Andre Villas-Boas und sogar die Nationaltrainer Cesare Prandelli (Italien) und Laurent Blanc (Frankreich) gehandelt. Stramaccioni wird zum Saisonende wieder den Sessel räumen.

(apa / wol) Erstellt am
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