Sport | Fußball
05.12.2011

Moniz will mehr Teamspieler entwickeln

Derzeit ist kein Salzburger Stammspieler im A-Team. Der Niederländer nimmt seine Schützlinge in die Pflicht.

Es ist das Starensemble der Fußball-Bundesliga. Dennoch stellt Red Bull Salzburg keinen Stammspieler in der österreichischen Nationalmannschaft. Das stört auch Trainer Ricardo Moniz. Die Schuld dafür sieht der 47-jährige Niederländer aber nicht bei Teamchef Dietmar Constantini. Stattdessen nimmt er auch seine Spieler in die Pflicht.

Jakob Jantscher befand sich für das Testspiel am Mittwoch gegen die Slowakei zwar im ÖFB-Aufgebot, kam aber nicht zum Einsatz. Christoph Leitgeb ist in Salzburg zwar Stammspieler, war von Constantini aber mehrfach nicht nominiert worden und hat dem Team daher den Rücken gekehrt.

Moniz' Antwort auf die Frage, ob die beiden ehemaligen Sturm-Spieler unter ihm als Teamchef derzeit im Nationalteam zum Einsatz kämen, war klar: "Nein." Sie müssten noch härter an sich arbeiten. Gleiches gelte für die Youngsters Georg Teigl, Daniel Offenbacher und Marco Meilinger, die bei der U20-WM in Kolumbien nicht über Kurzeinsätze hinausgekommen waren.

Auch bei Nationaltrainern Vertrauen zu erwecken, müsse laut Moniz das Ziel sein. "Das ist genau das, was uns fehlt. Das Potenzial ist top, aber du musst auch konkret sein." Der Anspruch von Red Bull sei es, Spitzenspieler zu entwickeln. "Wenn sie nicht ausgewählt werden, muss irgendetwas fehlen", meinte Moniz. "Sie müssen sich Gedanken machen, was sie ändern können."

Leistungsschwankungen

Moniz fordert viel - bedingungslosen Einsatz, dazu zwei bis drei Trainings pro Tag. "Qualität kannst du nicht kaufen", erinnerte der Niederländer, der im April seinem Landsmann Huub Stevens als Salzburg-Coach nachgefolgt war. Seit Mai hat der Vizemeister mit ihm in 13 Spielen nicht verloren, in der laufenden Saison in acht Pflichtspielen erst ein Gegentor erhalten.

"Unsere Philosophie ist es aber, Spieler zu entwickeln", betonte Moniz. Daher müssten auch Leistungsschwankungen in Kauf genommen werden. "Da bin ich eigensinnig", erklärte der ehemalige Techniktrainer. Constantini, mit dem er am Dienstag im Rahmen einer Terminkonferenz in Klagenfurt zusammengetroffen war, nahm Moniz wegen der kurzen Teamcamps in Schutz: "Er hat nicht die Zeit, um Spieler weiterzuentwickeln. Das ist unsere Aufgabe."

Zentral sei allerdings der diesbezügliche Willen der Spieler. Teigl, Offenbacher und Meilinger etwa seien vergangene Woche angeschlagen von der U20-WM zurückgekehrt - und ohne Erfolgserlebnis. "Sie sind physisch und mental müde zurückgekommen", sagte Moniz.

Lediglich Teigl wird am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF eins) im Duell zweier Europacup-Starter in Ried im Kader stehen. Offenbacher laboriert an einer Knöchelverletzung, Meilinger spielte am Freitag bei den Juniors in der Regionalliga. Allesamt hätten sie laut Moniz viel Potenzial - aber auch noch viel zu beweisen.