Sport | Fußball
05.12.2011

Mit Walke zurück auf der Erfolgsspur

Mit dem Deutschen im Tor blieb Titelfavorit Salzburg in den vergangenen zwei Spielen ohne Gegentreffer.

Es war irgendwie logisch. Und doch sehr überraschend. Nach sieben sieglosen Bundesliga-Spielen wechselte Ricardo Moniz vor acht Tagen die Torhüter, obwohl er davor immer wieder gesagt hatte, dass dies für ihn kein Thema sei und er an Eddie Gustafsson festhalten werde - übrigens ist das nicht die einzige verbale Ungereimtheit des Niederländers seit Sommer.

Nun darf also Alexander Walke das Salzburger Tor hüten. Sowohl gegen Kapfenberg als auch gegen Paris St-Germain gewann Salzburg. In beiden Spielen blieb der Deutsche ohne Gegentor. "Ich freue mich, dass ich die Chance bekommen habe. Ich habe im Training immer alles gemacht", sagt Walke. "Es hat ein bisschen gedauert, aber lieber zu spät als nie."

Meinungsumschwung

Erfolg ändert alles, auch Meinungen. Plötzlich genießt der 28-Jährige das Vertrauen von Moniz und nicht mehr der Salzburger Fanliebling. "Ein Tormann muss den Unterschied ausmachen, er muss Punkte gewinnen. Das hat Alexander gegen Paris St-Germain durch seine Reaktionsschnelligkeit gemacht", sagt der umstrittene Trainer.

Walke galt als größtes deutsches Tormanntalent. Jugendsünden verhinderten aber wohl die ganz große Karriere. Schon im Nachwuchs-Internat von Werder Bremen hatte er Probleme. Wegen Cannabis-Konsum musste er drei Monate Einzeltraining absolvieren. Eine härtere Bestrafung gab es nach der U-20-WM 2003, bei der Walke das deutsche Tor gehütet hatte.

Bei einer Dopingprobe wurde ihm die Einnahme von Tetrahydrocannabinol, dem Hauptwirkstoff von Cannabis, nachgewiesen. Die FIFA sperrte ihn sieben Monate.

Pleiten

Danach durfte sich Walke nur in der 2. deutschen Bundesliga bei Freiburg, Wehen Wiesbaden und Hansa Rostock beweisen. Im Sommer 2010 wechselte er nach Salzburg, war aber zunächst nur zweite Wahl hinter Gerhard Tremmel. Walke kam nur zu vier Einsätzen, stand bei den Blamagen gegen HB Torshavn (Champions-League-Qualifikation) und Blau-Weiß Linz (ÖFB-Cup) im Tor.

Besser lief es für Walke dann im Frühjahr. Als Leispieler bei Greuther Fürth absolvierte er in der zweiten deutschen Liga 16 Spiele, kassierte nur 12 Gegentreffer und spielte in acht Spielen zu null.

Im Sommer kam er dann wieder zurück nach Salzburg. "Man hat mir gesagt, dass ich eine faire Chance bekommen werde", erzählt Walke. Die hat er nun nach fünf Monaten bekommen.

Optimismus

"Ich möchte nur spielen. So lange wie möglich, so oft wie möglich. Das ist das Einzige, was für mich zählt", sagt Walke, der natürlich auch am Sonntag in Wr. Neustadt (18.30 Uhr, live Sky Austria) das Tor der Salzburger hüten wird. Für dieses ist der Deutsche optimistisch: "Wir haben bewiesen, dass wir es können."