Alexander Ibser trifft in letzter Sekunde und fixiert eine Sensation in der ersten Bundesliga-Runde: Aufsteiger Mattersburg schlägt Meister Salzburg 2:1.

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Alex Domanski

Mattersburg gelang die Sensation
07/25/2015

Mattersburg gelang die Sensation

Knalleffekt zum Liga-Start: Der Aufsteiger schlug Meister Salzburg 2:1.

von Günther Pavlovics

Die Pfiffe waren gerade verstummt, da wurde im Pappelstadion gejubelt. Pfiffe gab es von einigen gestrigen Fans, weil bei der Saisoneröffnung Renate Pertl, die Lead-Sängerin der Band „Egon 7“ , bei der Bundeshymne die großen Töchter und Söhne besungen hatte.

Jubel gab es, weil Markus Pink den Aufsteiger schon nach 16 Sekunden gegen den Meister in Führung gebracht hatte: Nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Novak hatte Perlak den Ball Richtung Strafraum gehoben. Hinteregger hatte etwas geschlafen, Tormann Stankovic etwas gezögert – Pink war geistig flinker gewesen und hatte eingeschossen. Pink war für einen Bundesligarekord aber um sechs Sekunden zu langsam: 2007 hatte Jezek für Salzburg gegen Altach schon nach zehn Sekunden getroffen.

Eingespielte Burgenländer

Mattersburg überraschte Salzburg mit einem 3-5-2-System und schnellem Kombinationsspiel. Nicht aber mit neuem Personal, sondern mit der verschworenen Aufstiegstruppe. Mattersburg hat nur zwei neue Spieler geholt: Grgic und Templ. Der eine saß auf der Bank, der andere auf der Tribüne.

Salzburg hingegen bastelte in der Vorbereitung nach den Abgängen von Sabitzer, Ilsanker, Ramalho, Bruno und Gulasci an einer neuen Stammformation. Zudem fehlten Leitgeb, Damari, Yabo, Schwegler und Lazaro verletzt.

Dennoch brauchten die Salzburger nur eine Viertelstunde, um sich besser zurechtzufinden. Allerdings fehlte die Entschlossenheit, dominierte manchmal die Verspieltheit. So gab es bloß drei richtige gute Möglichkeiten zum Ausgleich: Djuricin scheiterte an Kuster (22.), Reyna traf bedrängt von Novak das Tor nicht (29.). Am nächsten kam dem Ausgleich Jonatan Soriano, dessen Freistoß von der Latte zurück ins Feld prallte (15.).

Unauffälliger Soriano

Soriano hatte in den fünf Spielen, die er gegen Mattersburg absolviert hat, fünf Mal getroffen. Die letzten vier Tore waren aus Standards – drei Elfmeter, ein Freistoß. Der Freistoß war aber auch das Auffälligste, das der Spanier, der letzte Saison 31 Tore geschossen hat, an diesem Nachmittag machte.

Peter Zeidler reagierte zur Pause, brachte Minamino und Berisha. Der Salzburger Trainer gab sein Liga-Debüt. Mit Liefering hat er letzte Saison den Meister im Pappelstadion 6:3 und 2:0 geschlagen. Im letzten Duell jedoch setzten sich die Burgenländer bei Liefering aber mit 4:0 durch.

Allerdings wurde Salzburg weiterhin nicht richtig gefährlich. Miranda hatte mit einem Kopfball nach einer Ecke noch die beste Chance (62.). Mattersburg kam zu Kontern, spielte diese aber nicht gut zu Ende. So konnte Tormann Stankovic nach Perlak-Stanglpass vor Pink retten.

Umstrittener Ausgleich

Salzburg kam zum Ausgleich, wenngleich es Diskussionen um das Tor von Keita gab (83.). Atanga hatte den Ball in den Strafraum gelupft. Mattersburg-Tormann Kuster war mit der Hand am Ball, doch Keita konnte die Kugel mitnehmen und abschließen. Danach hatte Mattersburg bei einem Schuss von Soriano noch Glück, der Ball prallte von der Stange in die Hände von Kuster.

Als schon alle an ein Remis glaubte, patzte Salzburgs Neuzugang Miranda, der eingewechselte Ibser rannte allein auf Stankovic zu und brachte den Ball via Außenrist zum Siegestor im Netz unter.

Salzburg verpatzte so die die Generalprobe für das Qualifikationsspiel zur Champions League gegen Malmö (am Mittwoch in Wals-Siezenheim).

Mattersburg - Salzburg 2:1 (1:0).

Tore: 1:0 ( 1.) Pink, 1:1 (83.) Keita, 2:1 (93.) Ibser

Mattersburg: Kuster; Malic, Mahrer, Prietl; Farkas, Sprangler, Jano, Novak (86. Höller); Perlak (72. Grgic); Onisiwo, Pink (64. Ibser).

Salzburg: Stankovic; Schmitz, Miranda, Hinteregger, Ulmer; Keita, Laimer (46. Berisha); Reyna (46. Minamino), Atanga; Djuricin (70. Oberlin), Soriano.

Gelbe Karten: Sprangler bzw. Schmitz. Mattersburg, Pappelstadion, 8.500 Zuschauer, SR Lechner.

Fußball-tipico-Bundesliga (1. Runde): SV Mattersburg - Red Bull Salzburg Endstand 2:1 (1:0). Mattersburg, Pappelstadion, 8.500 Zuschauer, SR Lechner. Tor: 1:0 ( 1.) Pink 1:1 (83.) Keita 2:1 (93.) Ibser Mattersburg: Kuster - Malic, Mahrer, Prietl - Farkas, Sprangler, Jano, Novak (86. Höller) - Perlak (72. Grgic) - Onisiwo, Pink (64. Ibser) Salzburg: C. Stankovic - Schmitz, Miranda, Hinteregger, Ulmer - Keita, Laimer (46. Berisha) - Reyna (46. Minamino), Atanga - Djuricin (70. Oberlin), Soriano Gelbe Karten: Sprangler bzw. Schmitz

Fußball-tipico-Bundesliga (1. Runde): SV Mattersburg - Red Bull Salzburg Endstand 2:1 (1:0). Mattersburg, Pappelstadion, 8.500 Zuschauer, SR Lechner. Tor: 1:0 ( 1.) Pink 1:1 (83.) Keita 2:1 (93.) Ibser

Mattersburg: Kuster - Malic, Mahrer, Prietl - Farkas, Sprangler, Jano, Novak (86. Höller) - Perlak (72. Grgic) - Onisiwo, Pink (64. Ibser) Salzburg: C. Stankovic - Schmitz, Miranda, Hinteregger, Ulmer - Keita, Laimer (46. Berisha) - Reyna (46. Minamino), Atanga - Djuricin (70. Oberlin), Soriano Gelbe Karten: Sprangler bzw. Schmitz

"Heute hat es sehr gut geklappt“

Ivica Vastic (Mattersburg-Trainer): „Wir haben heute mit dem Tor einen Top-Start erwischt. Salzburg hat in der zweiten Halbzeit mehr vom Spiel gehabt, sie waren vor allem bis zum Ausgleich stärker. Meine Mannschaft hat das 1:1 aber sehr gut weggesteckt. Wir haben immer an uns geglaubt. Und dann gelang Ibser ein sensationelles Tor. Heute hat es sehr gut geklappt.“

Peter Zeidler (Salzburg-Trainer): „Gratulation an die kämpferische und taktische Superleistung der Mattersburger. Wir haben praktisch mit einem 0:1 begonnen. In diesen Sekunden waren wir unkonzentriert und hatten dann Probleme, unseren Rhythmus zu finden. Auch wenn das 1:0 durch Novak und Pink gut gemacht war, darf das nicht passieren. Wir werden das Spiel mit Video aufbereiten.“

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