Pirlo (li.) und Kaka machen sich in New York und Orlando ein schönes Leben.

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Major League Soccer
03/06/2016

Eine Liga wird zum Pensionistenheim

Europas Altstars sind zum Liga-Start an diesem Wochenende immer noch die Zugpferde.

Drogba, Pirlo, Lampard – die Zugnummern der neuen Saison der Major League Soccer leben vom Glanz vergangener Tage. In ihrer 21. Spielzeit ist die US-Profifußballliga mehr denn je ein sportlich zweifelhaftes Sammelbecken von Altstars.

Von Sonntag an schleppen sich Veteranen wie Didier Drogba (Montreal Impact), Kaka (Orlando City FC), Steven Gerrard (Los Angeles Galaxy) sowie Andrea Pirlo, David Villa und Frank Lampard (alle New York City FC) ins Rennen um den Titel. Ihr Durchschnittsalter beträgt 35,3 Jahre.

Die bekanntesten Neuzugänge in der Saisonpause, der niederländische Ex-Bundesliga-Profi Nigel de Jong und der Engländer Ashley Cole (beide L.A. Galaxy) passen mit ihren 31 und 35 Jahren bestens zur Altersstruktur. Längst ist Europas Sicht auf die MLS zementiert: Zwischen Washington und Vancouver kann man die Fußball-Karriere bequem ausklingen lassen, mit einem guten Verdienst und einer hohen Lebensqualität in einer der Großstädten..

Anonymität

"Wir hoffen, dass wir schon bald Spieler im Alter von 26, 27 Jahren anlocken können – vielleicht nicht die Elite, aber gute Leute", betont der ehemalige Bundesliga-Profi Claudio Reyna, inzwischen Manager des New York City FC. Sein Argument beim Werben um die großen Namen: Land und Liga bieten Lifestyle in einigen der Top-Metropolen der Welt. Und selbst für einen Superstar wie Italiens Andrea Pirlo mitten in Manhattan Anonymität. In der New York Times betonte der Italiener, dass er in New York "einfach mal zum Abendessen in die angesagtesten Restaurants gehen" könne. In seiner Heimat sei das nicht möglich.

Der italienische Weltmeister Pirlo wird ab dieser Saison von einem französischen Weltmeister trainiert: Patrick Vieira ist der berühmteste MLS-Mann an der Seitenlinie. "China ist zu einem großen Wettbewerber der MLS geworden. Unser Problem ist die Gehaltsobergrenze. Diese verhindert, dass wir bessere Spieler holen, und die gehen dann eben nach China", sagt Patrick Vieira.

Keine Limits

Auch David Beckham betont, dass die Liga ihre fest geschriebene Gehaltsobergrenze abschaffen müsse. Der Engländer, der von 2007 bis 2012 für Galaxy in Los Angeles spielte und die MLS-Rechte für ein Team in Miami besitzt, sieht das Limit als "eine Sache, die viele Spieler davon abhält, in die MLS zu kommen".

In dieser Saison liegt die Gehaltsobergrenze pro Team bei 3,49 Millionen Dollar. Das Maximalgehalt eines Profis, von drei pro Team erlaubten Ausnahmen abgesehen, beträgt 436.250 Dollar. Im Vergleich dazu verdient so mancher Spieler in Europas zweiten Ligen mehr.

Andreas Ivanschitz geht mit der Nummer 23 Rücken in seine zweite Saison in den USA. Mit den Seattle Sounders startet er am Sonntag mit einem Heimspiel gegen Kansas City. Ivanschitz ist mittlerweile zum USA-Fan geworden. "Ich wollte das Abenteuer schon immer wagen. Spät hat es sich ergeben", sagt der 32-Jährige.

Begeistert ist er auch vom hochprofessionellen Umfeld und dem gewaltigen Interesse an seinem Arbeitgeber. Bedingungen wie im Sounders-Trainingszentrum Starfire "habe ich auch in der deutschen Bundesliga noch nicht gesehen". Ivanschitz’ bekannteste Mitspieler sind Clint Dempsey und Nelson Valdez.

Sportlich sind die bekannten Größen in der Favoritenrolle: RB New York, im Vorjahr Hauptrunden-Sieger, will das Halbfinal-Aus vergessen machen. Meister Portland Timbers sowie Columbus Crew dürften ebenfalls um den Titel mitspielen.

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