Louis Schaub soll Rapid Wien in die Gruppenphase bringen.

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Rapid Wien
08/27/2014

Louis Schaub: "Ich war früh der Herr im Haus"

Talent Schaub und Jung-Funktionär Peschek vor dem Spiel gegen Helsinki im Interview.

von Alexander Huber

Auf Rapid wartet morgen, Donnerstag, ab 20.30 Uhr in der Europa League das Spiel des Jahres im Wiener Ernst-Happel-Stadion: Gegen HJK Helsinki muss im Play-off-Rückspiel ein 1:2 aufgeholt werden. Das wichtige Auswärtstor in Finnland erzielte Louis Schaub – der erst 19-Jährige soll wie schon 2013 den Sprung in die Gruppenphase möglich machen.

Ein Scheitern würde auch Christoph Peschek spüren: Der gerade einmal 30-jährige Vizepräsident ist (unter anderem) für die Fan-Arbeit zuständig. Dem KURIER gaben der grün-weiße Jungstar und der jüngste Rapid-Funktionär in einer Führungsrolle seit dem legendären Dionys Schönecker (Sektionsleiter von 1910 bis zu seinem Tod 1938) ein Doppelinterview.

KURIER: Rapid steht unter Druck. Ist in einer heiklen Situation die Jugend eine Bürde?
Louis Schaub:
Wir wollen den Erwartungen natürlich gerecht werden. Speziell an mich gerichtet spüre ich nicht so einen großen Druck. Zuletzt ist es nicht so gut gelaufen. Aber das können wir mit dem Aufstieg gegen Helsinki am Donnerstag schnell umschwingen lassen.
Christoph Peschek: Ich verspüre meine Jugend nicht als Bürde. Es gibt doch nichts Schöneres, als bei meinem Herzensverein mitgestalten zu dürfen. Wir geben alles für die bekanntlich großen Ziele. Es ist beim Verein so wie bei der Mannschaft oder einem Unternehmen: Eine gesunde Mischung aus Jüngeren, die ganz viel Kraft investieren, und Erfahrenen mit mehr Routine, ist das Beste.

Herr Schaub, Sie sind mit 17 in die Kampfmannschaft gekommen. Waren Sie immer früher dran?
Schaub:
Nein, ich habe immer dort gespielt, wo ich altersmäßig gerade sein sollte. Lediglich in der U 18 war ich nur kurz.

Herr Peschek, Sie wurden mit 30 Vizepräsident. War Ihr Alter bei der Bestellung ein Thema?
Peschek:
Nein. Präsident Michael Krammer wollte mich kennenlernen, da waren wir sofort auf einer Wellenlänge. Ich bin demütig, dass ich bei Rapid mitwirken darf. Ich will beweisen, dass die mir zugestandene Verantwortung gerechtfertigt ist. Mit dem Stadionneubau konnten wir das Jahrhundertprojekt von Rapid auch bereits auf Schiene bringen.

Herr Schaub, beneiden Sie auf dem Feld manchmal Steffen Hofmann für seine Erfahrung?
Schaub:
Ich kann ihn jederzeit um Hilfe fragen. Aber es ist doch gut, wenn man nicht immer weiß, was jetzt zu tun ist. Ich kann alles selbst erleben und daraus lernen.

Sie sind bis zum Hinspiel in Helsinki über zehn Monate lang einem Tor nachgelaufen. War das besonders schwierig, weil Sie so eine Durststrecke zum ersten Mal erlebt haben?
Schaub:
Mit 27 wäre das auch nicht leichter gewesen. Ich werde in ein paar Jahren nicht anders aufs Tor schießen als heute.

Herr Peschek, Wiens Bürgermeister Michael Häupl hat Sie im Magazin "profil" als eines der größten SPÖ-Talente gelobt und hervorgehoben. Kann es passieren, dass Sie nach der nächsten Wahl in Wien keine Zeit mehr für einen Posten bei Rapid haben?
Peschek:
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich versuche immer, den Verein und das Parteipolitische strikt zu trennen. Eines ist klar: Der Herr Bürgermeister weiß, dass ich furchtbar gerne bei Rapid tätig bin.

Herr Schaub, sind Sie früher als andere erwachsen geworden?
Schaub:
Bei mir ist das auch familiär bedingt – dadurch, dass mein Papa gestorben ist, als ich acht Jahre alt war. Ich war früh der Herr im Haus. In diese Rolle bin ich geschlüpft und es hat gepasst.

Im Rapid-Kader gibt es nur fünf Spieler, die älter als 23 sind. Kommt es vor, dass die Routiniers gar nicht mehr mitbekommen, worüber die Jungen in der Kabine reden?
Schaub:
Nein, wir verstehen uns sehr gut. Der Schmäh rennt. Das ist keine Altersfrage. Unser Kabinen-DJ ist mit Mario Sonnleitner auch einer der Älteren. Wir Jungen müssen nur darauf schauen, dass kein Schlager gespielt wird.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Schaub:
Ich habe für mich Ziele gesteckt, aber ob ich die in fünf Jahren schon erreicht habe? Es wäre kein Problem, wenn es sechs oder sieben Jahre dauert. Ich hoffe jedenfalls, dass ich umso besser werde, je älter ich werde.
Peschek: Ich möchte in den nächsten fünf Jahren zumindest ein Mal mit Louis gemeinsam den Meisterteller in der Hand halten. Das ist mein Ziel.

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