Sport | Fußball 05.12.2011

Lahms Vorspiel: Randnotizen neben dem Bestseller

© Bild: ap

Gegner Österreich ist für die Deutschen vor der Partie nur Nebensache.

Es ist momentan "Der feine Unterschied", der vor dem Freitag-Länderspiel Deutschland weit mehr bewegt als Österreich. Das Buch von Teamkapitän Philipp Lahm steht auf der Bestsellerliste von Amazon ganz oben, hat die "Schoßgebete" von Charlotte Roche auf Rang zwei verdrängt.

Dabei ist Lahms Opus ein Faserschmeichler gegenüber Skandal-Roche. Trotzdem sind Lahm und sein Buch beim deutschen Nationalteam Gesprächsthema Nr. 1. Vor allem im "CongressCenter" von Düsseldorf, wo die tägliche Pressekonferenz abgehalten wird. Hier traten am Dienstag Teamchef Löw und Lahm auf. Hier sprachen am Mittwoch Teammanager Bierhoff, Neuer und Müller. Hier reden am Donnerstag Co-Trainer Flick und Schweinsteiger.

Auftritt

Hier ganz in der Nähe des Düsseldorfer Messegeländes traten die deutschen Teamkicker am Mittwoch in der Vorbereitung für das Spiel gegen Österreicher wieder gegen den Ball. In einer topmodernen Arena mit integriertem Hotel.

Bis vor zehn Jahren war es noch das Rheinstadion, weil es ganz nah am Wasser gebaut ist. Nach dem Neubau wurde aus dem Stadion eine Arena, die erst nach einer Charter-Fluggesellschaft benannt wurde, jetzt nach einem Bekleidungsunternehmen heißt. Die moderne Arena hat viel Esprit und sogar eine Fortuna, die aber momentan nur zweitklassig ist. Da ist das deutsche Team schon ein bisschen ein Aufputz für Düsseldorf. Denn hier bereitet sich die DFB-Auswahl auf das Spiel am Freitag vor, das im 40 Kilometer entfernten Gelsenkirchen stattfindet.

Und hier in Düsseldorf ist das österreichische Team höchstens eine Randnotiz. "Deutschland kann sich am Freitag vorzeitig für die EM qualifizieren. Lahm hat sich als Kapitän disqualifiziert", meint etwa Michael Horeni von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es wird also geredet über a) Lahm, b) Lahm und c) Teamkapitän Lahm.

Gesprächig

"Nein, es hat kein Treffen mit dem Spielerrat gegeben. Wir haben mit den Spielern einzeln geredet. Die sehen das alles entspannt." Teammanager Oliver Bierhoff versuchte am Mittwoch das Thema zu beenden. Denn es gab ja Wichtigeres, über das man hätte sprechen können.

So ging etwa der Wechsel von Per Mertesacker von Bremen zu Arsenal in der Lahm-Diskussion etwas unter. Der Verteidiger war am Montagabend aus London kommend zum Team gestoßen und einer der 21 Kaderspieler, die amMittwoch trainiert haben.

Oder die Rückkehr von Manuel Neuer, die ist ja auch nicht ohne. Der Mann aus Gelsenkirchen ist ein Schalke-Urgestein und als solches bei den Fans unten durch, weil er im Sommer zu Bayern München gegangen ist. Er sagte: "Ich weiß nicht, was mich erwartet." Österreich ganz sicher.

"Ein anspruchsvoller Gegner", fiel wenigstens Thomas Müller zum Thema Österreich ein. Kein Thema ist, dass der Autor des Lahm-Buchs Österreicher ist. Und dass mit Daniel Royer Österreicher Nummer 3 zu Hannover geht. "Daniel wer?" Diese Frage stellten etliche der fast 50 anwesenden Journalisten.

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Erstellt am 05.12.2011