Lahm: Für Österreich "nichts zu holen"

Philipp Lahm erklärt der Welt mit 27 Jahren die Welt.
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Der deutsche Kapitän und Nachwuchsliterat will mit makelloser Quali-Bilanz zur EM. Sein Pendant Janko nur spielen.

Wer hätte das gedacht? Österreichs Nationalmannschaft darf am Freitag (20.45 Uhr/live ORF eins, ZDF, Liveticker auf KURIER.at) in Gelsenkirchen keine Geschenke erwarten.

Nicht nur, dass Gegner Deutschland mit einem Sieg alle Zweifel an der erfolgreichen Qualifikation für die EM-Endrunde 2012 beseitigen könnte. Der Vize-Europameister will die Kampagne für die Teilnahme in Polen und der Ukraine auch in makelloser Manier beenden.

Wie Kapitän Philipp Lahm erklärte, wolle man als erste deutsche Auswahl der Geschichte die Teilnahme an einem Großturnier ohne Punktverlust erreichen. "Noch nie hat ein deutsches Team alle Qualifikationsspiele gewonnen hat. Wir werden alles dafür tun, dass für Österreich am Freitag nichts zu holen ist", erklärte der nach seinem Skandalbuch umstrittene Verteidiger des FC Bayern.

Konzentration im Endspurt

Auch Teammanager Oliver Bierhoff ließ keine Zweifel an der Marschroute offen und forderte vollste Konzentration ein. Das DFB-Team dürfe nicht wie vor vier Jahren im Endspurt der EM-Qualifikation nachlassen. Damals sei laut Bierhoff ein "Schlendrian reingekommen".

Das Selbstvertrauen der Deutschen ist groß. Sorgen bereiten auch nicht die Ausfälle von Sami Khedira, Sven Bender, Marco Reus oder "Österreich-Schreck" Mario Gomez. Gut möglich, dass Löw gegen Österreich auch von seinem üblichen 4-2-3-1-System auf 4-1-4-1 umstellt. "Es ist nicht notwendig, dass wir immer mit zwei Spielern auf der Sechser-Position spielen", meinte der Bundestrainer.

Seit Mittwoch hat Löw in Düsseldorf auch seinen gesamten Kader für die Vorbereitung zur Verfügung. Werder-Verteidiger Per Mertesacker hatte Löw am Vortag kurzfristig für einen Trip nach England zu abschließenden Verhandlungen mit Arsenal freigestellt.

Janko nicht dabei

Für Lahms Pendant Marc Janko dürfte wohl wieder nur ein Platz auf der Ersatzbank reserviert sein. "Ich gehe davon aus, dass ich nicht von Anfang an spiele. Das ist schon aus den Trainings ersichtlich", erklärte der 28-Jährige. Seine bisherige Saisonbilanz von acht Toren für den niederländischen Vizemeister hat bei Teamchef Dietmar Constantini offenbar wenig Eindruck hinterlassen. "Ich hatte noch kein Gespräch mit ihm. Vielleicht wird es noch kommen", mutmaßte Janko.

Im Teamcamp in Bad Tatzmannsdorf wollte der Niederösterreicher seinen Frust erst gar nicht verbergen. "Wenn ich etwas in meiner Karriere gelernt habe, dann dass der Trainer und die Journalisten immer recht haben." Dennoch gab sich Janko auch kämpferisch. "Ich kann mich jetzt hinsetzen und die beleidigte Leberwurst spielen, aber es bringt ja doch nichts. Natürlich bin ich enttäuscht, doch ich versuche trotzdem positiv zu bleiben", sagte er.

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(apa / jom) Erstellt am
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