Sport | Fußball
13.04.2012

Krach zwischen dem ÖFB und der Bundesliga

Die sanft angedachte Aufstockung der Ersten Liga sorgt für einen emotionalen Schlagabtausch.

Nicht nur in Graz gab es am Donnerstag Aufregung.

In Wien trat die prominent besetzte Arbeitsgruppe " Ligenformat" zusammen, um die Zukunft des österreichischen Fußballs in neuen Ligaformaten zu diskutieren. Klingt nach einem trockenen Thema ohne große Chance auf konkrete Ergebnisse – tatsächlich kam ein emotionaler Schlagabtausch zwischen ÖFB und Bundesliga heraus.

Offiziell wurde am Donnerstag vereinbart, dass ernsthaft über eine Erweiterung der "Ersten Liga" (zweite Leistungsklasse mit derzeit zehn Teams) verhandelt werden soll. Ebenfalls ist eine Verschlankung der drei Regionalligen (Ost, Mitte, West) angedacht. Und potenziellen Aufsteigern aus der dritten Liga soll durch eine "Lizenzierung light" der finanzielle Sprung in die Bundesliga erleichtert werden.

Ausgeplaudert

Bundesliga-Vorstand Georg Pangl, der ebenso wie die ÖFB-Spitze mit Präsident Windtner und Sportdirektor Ruttensteiner der Arbeitsgruppe angehört, ist aber ein strikter Gegner der Aufstockung der "Ersten Liga" – und tat dies prompt in einem Interview mit dem Onlineportal 90minuten.at kund. Eine Vergrößerung (auf 16 Vereine) sei "wirtschaftlich nicht tragbar".

Der ÖFB reagierte mit einer Aussendung, in der Pangls Ausführungen scharf kritisiert werden. Ruttensteiner erklärt die unübliche Vorgangsweise: "Es ist keine Kultur, wenn Internas ausgeplaudert werden. Pangl hat nicht eingehalten, was in der Sitzung ausgemacht worden war." Dabei hatten die ÖFB-Vertreter von einer konstruktiven Sitzung berichtet: "Das Gespräch war gut, wir haben die Sitzung auch mit einem positiven Gefühl verlassen."

Hintergrund der Auseinandersetzung ist der von den Landesverbands-Präsidenten vom ÖFB eingeforderte Direktaufstieg für Regionalliga-Meister. Derzeit müssen die drei Titelgewinner in eine Relegation, die den Erfolg einer ganzen Saison in zwei Spielen zunichte machen kann. Um die mächtigen Liga-Mitglieder wie Salzburg, Rapid und die Austria für eine Reform zu gewinnen, wird im ÖFB auch angedacht, die Amateur-Teams wieder in die "Erste Liga" aufsteigen zu lassen.

Pangl will den Machtkampf nicht auf die Spitze treiben: "Ich habe noch Donnerstagabend ÖFB-Vertretern mitgeteilt, dass es nicht meine Absicht war, für solche Emotionen zu sorgen."