Koller-Debüt: Das sagen die Klub-Trainer
Die Bundesliga-Trainer sahen bei Kollers Premiere in der Ukraine viel Positives und nur wenige Kritikpunkte.
Auch aus der Ferne betrachtet erschien das letzte Länderspiel des Jahres im ukrainischen Lwiw trotz der 1:2-Niederlage durchaus positiv. Die meisten Bundesliga-Trainer machten sich vor den TV-Geräten ein Bild von der Arbeit
Marcel Kollers.
Austria-Trainer Karl Daxbacher stellte dem Team gleich sieben Spieler zur Verfügung und hätte sicher auch gerne seine Schützlinge im Spiel gesehen. "Aber das kommentiere ich nicht, weil es die Entscheidung des Teamchefs ist." In den letzten eineinhalb Wochen musste Daxbacher in der täglichen Trainingsarbeit improvisieren. "Das ist für mich nichts Neues. Wie ich überall gelesen habe, wurde beim Team ja sehr gut trainiert."
Am Spiel der Österreicher konnte er sich erfreuen. "Es hat viel Positives gegeben. Ich hab' schon lange nicht mehr gesehen, dass unser Team auswärts so klar ein Spiel diktiert hat. Vielleicht in Serbien, sonst sind wir auswärts meist nur hinterher gelaufen. Wir haben agiert und nicht reagiert."
"Absolut nachvollziehbar"
Daxbacher kritisiert nur das Verhalten nach dem Ausgleich und dem Ausschluss. "In dieser Phase haben wir vielleicht zu wenig auf Sieg gespielt." Seinen Teamspielern gab er am Mittwoch für das Nachmittagstraining frei, erst am Donnerstag beginnt für die Veilchen somit der Countdown zum Samstag-Schlager gegen die Admira.
Rapid-Trainer Peter Schöttel sah zwar keine Rapidler, aber viel Gutes: "Ich habe nach diesem Debüt einen sehr guten Eindruck. Die Mannschaft ist mutig aufgetreten. Es war klar ersichtlich, welchen Plan Koller den Spielern mitgegeben hat: hoch verteidigen und vorne pressen."
Zum Verzicht auf einen Einsatz der vielen Ersatzspieler meint Schöttel: "Das Team ist harmonisch aufgetreten, da muss man nicht viel wechseln. Für die sieben Austrianer ohne Einsatz ist das zwar bitter, gehört aber dazu. Für mich war alles, was Koller gemacht hat, absolut nachvollziehbar."
Ähnlich sieht es Wacker-Coach Walter Kogler: "Es war gut zu sehen, dass die Spieler genaue Vorgaben bekommen haben und diese auch umgesetzt wurden."
Vorbereitung
Wesentlich bedeckter hält sich Ried-Trainer Paul Gludovatz: "Wir haben am Dienstag eine dritte Trainingseinheit angesetzt, deshalb hab' ich nicht alles vom Spiel gesehen. Eine Beurteilung wäre nicht korrekt."
Genauer verfolgen konnte der selbst als Teamchef Gehandelte die Vorbereitung auf das Spiel: "Das Programm Kollers wurde von den Medien teilweise überbewertet. Alles, was da getan wurde, war doch eine Selbstverständlichkeit. So funktioniert die Spielvorbereitung auch in
Ried, nur werden damit nicht die Zeitungen gefüllt."
Wie Gludovatz konnte auch Werner Gregoritsch nicht das gesamte Spiel verfolgen, er ist aber voll des Lobes: "Das Spiel war positiv, der Auftritt sehr erfrischend. Es waren genug Spieler zu sehen, die auf internationalem Niveau mithalten." Besonders gefallen hat dem Kapfenberg-Coach "die gute Mischung im Zentrum mit den Typen Baumgartlinger und Alaba".
Wie steht Gregoritsch nach seiner Kritik an der Bestellung nun zu Koller? "Ich habe ja nichts gegen den Trainer oder Mensch Koller, das wurde falsch verstanden. Er hat Qualitäten in die Arbeit beim Team reingebracht. Gleichgeblieben ist leider, dass wir unsere Chancen nicht nutzen."
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