Sport | Fußball
27.01.2012

Kienast wird schon "Veilchen" gerufen

Der Grazer steht auf der Wunschliste der Austria, die nach den jüngsten Transfers Geld, aber zu wenig Spieler hat.

Es sind nur 50 Kilometer zwischen Lara und Belek oder zwischen der Austria und Sturm Graz. Und damit um fast 150 Kilometer weniger als in der Heimat.

Es wäre somit nur ein kleiner Schritt für einen großen Transfer. Die Austria benötigt einen Stürmer, hat neben anderen Kandidaten auch Sturms Roman Kienast im Visier.

Der sitzt im Hotel Susesi an der Bar, schlürft nach dem Mittagessen einen Kaffee und nimmt die Situation durchaus entspannt. "Ich gehe davon aus, dass ich bis Sommer bei Sturm spielen werde." Nachsatz: "Außer es geschieht noch schnell was." Von seinen Mitspielern wird er jedenfalls schon scherzhaft "Veilchen" gerufen.

Gesprächsbasis

Kienasts Berater weilte in den letzten Tagen im Austria-Hotel und führte mit Austria-Sportvorstand Thomas Parits einige Gespräche. Man darf davon ausgehen, dass dabei auch die Aktie Roman Kienast thematisiert wurde, auch wenn Parits eine ausländische Variante sogar für wahrscheinlicher hält.

Denn zwei von der Austria gewünschte Offensivspieler werden aus finanziellen Gründen wohl doch nicht kommen, somit bleiben nur noch wenige Tage bis zum Transferschluss, um Verstärkungen zu holen. Da gute Spieler im Winter meist auch Geld kosten, wird die Austria einen Teil der Einnahmen für Nacer Barazite, der zum AS Monaco gewechselt ist, in neue Spieler investieren. Vielleicht in Kienast.

Dessen Trainer Franco Foda betrachtet die Lage nüchtern. "Natürlich würden wir mit Roman einen wichtigen Spieler verlieren. Aber für mich ist das Thema nicht akut. Außerdem bin ich es als Sturm-Trainer gewohnt, dass immer wieder Spieler gehen können. Damit habe ich mich abgefunden, das respektiere ich."

Kienast wurde schon einmal von der Austria umworben, damals winkte er mit Verweis auf seine Rapid-Vergangenheit ab. Das hat sich geändert. "In der Zwischenzeit bin ich schon länger weg von Rapid und hatte andere Stationen. Ich bin ein Profi, man darf sich nicht von der Vergangenheit lenken lassen."

Einnahmen

Das negative Kapital der Vergangenheit baut die Austria, die am Freitag gegen Hajduk Split probt, in der Gegenwart sukzessive ab. Nicht zuletzt dank des Geldes aus dem Barazite-Transfer.

Nach den ablösefreien Abgängen von Okotie und Schiemer konnte die Austria in den vergangenen zwölf Monaten mit Baumgartlinger, Dragovic und jetzt auch Barazite immerhin lukrative Einnahmen am Konto verbuchen. Manager Markus Kraetschmer sagt: "Wir können zufrieden sein." Die violette Rechnung geht allmählich auf, weil nach den Verpflichtungen junger, österreichischer Spieler endlich der nächste Schritt gelingt: der Spielerverkauf, der dem Klub Geld einbringt.

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