Fussball, tipp3 - Bundesliga, Saison 2011/12, Pressekonferenz zum Fruehjahrsstart, Donnerstag (09.02.12), Studio 44, Wien: Bundesliga Vorstand Georg Pangl gestikuliert auf dem Podium... Foto: Guenter Artinger/dapd

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Fußball in Österreich
07/01/2013

„Keine Diskussion über eine 16er-Liga“

Bundesliga-Vorstand Georg Pangl über das Liga-Format, Anstoßzeiten und die Lizenzierung.

von Alexander Strecha

KURIER: Nach dem FC Lustenau ist auch der ehemalige Zweitligaklub Gratkorn in den Konkurs geschlittert. Ist das Lizen­zierungs-Verfahren optimal?
Georg Pangl:
Bei uns in der Liga war Gratkorn ein Musterschüler. Daher hat mich der Konkurs überrascht. So wie wir das Lizenzierungs-Verfahren praktizieren, funktioniert es gut. Auch im internationalen Vergleich sind wir top. Es gibt jedoch keine Garantie, dass kein Verein in Konkurs gehen könnte, weil er nach der Lizenz-Vergabe ein Jahr lang handeln kann. Hoffentlich mit kaufmännischer Sorgfalt. Wenn nicht, dann gibt es Probleme.

Das heißt: Wer will, der kann auch betrügen?
Wir können die Spielregeln aufstellen und danach mit der Lizenz kontrollieren. Wenn aber jemand täuschen will, dann werden wir das nicht verhindern können. Wenn es wer darauf anlegt, dann wird er das auch machen. Und im Idealfall dafür bestraft.

Der Klub Liefering darf als Ableger von Red Bull in der Bundesliga mitkicken, aber nicht im ÖFB-Cup. Wie ist das möglich?
Der ÖFB-Cup ist ein Bewerb. Dort muss ein Aufeinandertreffen zweier Klubs mit diesem Einfluss vermieden werden. In der Liga gibt es zwei verschiedene Bewerbe mit der Bundesliga, wo Salzburg spielt, und der Heute-für-Morgen-Liga, in der Liefering teilnimmt. Da spielen die Klubs nicht gegeneinander.

Und wenn Liefering aufsteigt?
Das ist nicht zulässig.

Aber die Optik ist einmal mehr im österreichischen Fußball nicht gerade die beste.
Diskussionen über dieses Thema wird man nicht verhindern können. Liefering ist bewerbs-fit, hat die Auflagen alle erfüllt. Und die Rahmenbedingungen der Liga wurden alle von den Vereinen mitbeschlossen.

Auch die neuen, späteren TV-Termine?
Ja. Die Prämisse war, für einheitliche Anpfiffzeiten zu sorgen. Das Live-Spiel am Sonntag kollidierte bisher oft mit anderen Sportarten wie Formel 1 oder Skispringen. Dem will man mit dem Termin um 16.30 Uhr aus dem Weg gehen.

Aber sind Abendtermine am Wochenende um 19 Uhr noch kundenfreundlich?
Es gibt bei allen Terminen immer Für und Wider.

Es sollen ja junge Fans angezogen werden. Wie soll das funktionieren bei so späten Anpfiffzeiten?
Im Sommer kann es bei der Hitze nicht spät genug sein, da gibt uns die Erfahrung recht. In den Sitzungen rund um das TV-Format hat keiner der 20 Klubs bei unseren Vorschlägen Bedenken eingeräumt. Der Zug ist dann ins Rollen gekommen.

Und war dann irgendwann abgefahren.
Ja. Wir haben den Klubs nicht etwas eingeredet. Aber vielleicht habe ich das alles ein wenig unterschätzt damals.

Nach dem Beschluss über das Ligen-Format ist eine 16er-Liga intern gar kein Thema mehr?
Nein. Wir haben das Format beschlossen. Selbst wenn es nicht in Stein gemeißelt ist, so werden wir es die nächsten fünf bis sechs Jahre haben. Daher wird es keine Diskussion über eine 16er-Liga und drei Regionalligen darunter geben. Ich sehe auch keine 16 hoch professionell geführten Klubs dafür.

Jetzt haben Sie aber 20 in den zwei Ligen. Ist das nicht ein Widerspruch?
Nein, weil es zwei Leistungsklassen mit sportlichen und wirtschaftlichen Abstufungen sind. Wir wissen, dass infrastrukturell noch viel zu tun ist in Zukunft. Aber wie gesagt: So wie man Gesetze ändern kann, kann man auch Beschlüsse ändern oder neu fassen.

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