Stein des Anstoßes: Das Foul von Prietl an Kayode

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Alex Domanski

Fußball
04/25/2016

"Juden"-Rufe: Die Liga ermittelt gegen Mattersburg

Nach den antisemtischen Rufen gegen Austria wurde ein Verfahren eingeleitet / Kuster lange gesperrt

Seit Jahren gehen die Fußball-Verbände wie die FIFA und die UEFA rigoros gegen Antisemitismus und Rassismus in den Stadien vor. Deshalb war es nur logisch, dass die Vorfälle während des Bundesliga-Spieles am Samstag zwischen Mattersburg und der Wiener Austria ein Nachspiel haben werden.

in der Sky-Übertragung der Partie, die die Wiener mit 9:0 gewinnen konnten, waren antisemitische Rufe von zumindest einem Mattersburger Zuschauer deutlich zu hören: Auf "Jude, Jude, Jude" folgte kurz danach ein "Scheiß Judenverein".

Den KURIER-Artikel zu den Vorfällen finden Sie hier.

Am Montag kurz nach 17.30 Uhr wurde bekannt, dass der Senat 3 der Bundesliga als Disziplinarankläger ein Verfahren gegen den SV Mattersburg eingeleitet hat. Dabei wurden die Burgenländer aufgefordert, eine Stellungnahme vorzubringen. In weiterer Folge wird sich dann der Senat 1, also der Strafsenat, mit dieser Causa befassen.

Lückenlose Aufarbeitung

"Seit vielen Jahren engagieren sich die Bundesliga und ihre Klubs gegen Rassismus sowie Diskriminierung, und man wird auch diesen Vorfall nicht totschweigen! Daher arbeiten wir, entsprechend dem gemeinsam mit der Initiative FairPlay und dem ÖFB entwickelten Procedere, an der lückenlosen Aufarbeitung dieser nicht zu tolerierenden Szenen", hieß es in einer Aussendung der Bundesliga.

Auch der SV Mattersburg hat zu den Vorfällen bereits Stellung bezogen: "Wir distanzieren uns auf das Entschiedenste von den getätigten Rufen und verurteilen sie auf das Schärfste. Der SV Mattersburg wird der Österreichischen Fußball-Bundesliga umfassend zur Aufklärung der Vorfälle zur Verfügung stehen. Wir werden versuchen, den Rufer ausfindig zu machen und ihm mitteilen, dass für ihn beim SV Mattersburg ebenso kein Platz ist wie für Diskriminierung!", heißt es auf der Klubhomepage.

Lange Sperre

Die antisemitischen Rufe waren Folge der beiden Ausschlüsse für die Mattersburger Manuel Prietl und Markus Kuster. Während Defensivspieler Prietl mit einem Spiel Sperre wegen Verhinderung einer offensichtlichen Torchance davonkam, ist für Keeper Kuster nicht nur die Saison beendet. Der 21-Jährige wurde wegen Tätlichkeit und Kritik gegenüber Schiedsrichter Markus Hameter für acht Spiele gesperrt, zwei davon erhielt er allerdings bedingt auf eine Probezeit von sechs Monaten. Kuster wird den Mattersburgern also auch in den ersten beiden Pflichtspielen der kommenden Saison nicht zur Verfügung stehen.