Sport | Fußball 19.01.2012

Ivorische Favoriten beim Afrika-Cup

© Bild: dapd(c) AP

Zumindest auf dem Papier ist die Elfenbeinküste der große Favorit des 28. African Cup of Nations.

Wenn am Samstag der Anpfiff zur 28. Auflage des African Cup of Nations erfolgt, glänzen einige Prominente Namen durch Abwesenheit. Ägypten zum Beispiel: Sieben Mal haben die Nordafrikaner den Cup insgesamt gewonnen, zuletzt gar drei Mal in Folge - diesmal allerdings waren die Nordafrikaner allerdings blamabel in der Qualifikation gescheitert. Wie auch Südafrika und Algerien. Von den sechs afrikanischen Teilnehmern der WM 2010 hat nur Ghana den Sprung zum Turnier in in Äquatorialguinea und Gabun geschafft.

Zumindest auf Papier ist die Elfenbeinküste wohl der Topfavorit, der Kader ist fast durchgehend aus in europäischen Spitzen-Ligen engagierten Akteuren besetzt. Neben den Chelsea-Kickern Drogba und Salomon Kalou sind auch die bei Manchester City unter Vertrag stehenden Toure-Brüder Kolo und Yaya, Gervinho (Arsenal) oder Ismael Tiote (Newcastle United) in der englischen Premier League unter Vertrag.

Allerdings haben die ivorischen Elefanten bei großen Turnieren immer wieder zu enttäuschen gewusst. Zu großer Druck und zu große Egos standen dem als 18. im FIFA-Ranking bestplatzierten afrikanischen Team im Weg. 2010 scheiterte man im Viertelfinale, bei der darauf folgenden WM war nach der Gruppenphase Schluss. Für den bald 34-jährigen Star Drogba dürfte es die letzte Chance auf den großen Erfolg mit dem Nationalteam sein.

In der vom Bürgerkrieg zerrüttelten Heimat erwartet man von Drogba und Co jedenfalls den Titel. "Der Sieg ist nicht verhandelbar. Er ist eine Forderung!", ließ Sportminister Philippe Legre keine Zweifel offen. Teamchef Francois Zahoui war sich dessen bewusst: "Unser Ziel ist es, die Trophäe zu gewinnen. Die Menschen warten schon lange, wir werden alles versuchen, um diese Mission zu erfüllen."



Hoffnungen

In Gruppe B in Malabo (Äquatorialguinea) scheint die Elfenbeinküste gegen Angola, Sudan und Burkina Faso ungefährdet. Die ersten zwei Teams steigen ins Viertelfinale (4./5. Jänner) auf, wobei sich aus österreichischer Sicht ein interessanter Dreikampf ergeben könnte. Bei Burkina Faso steht mit Issiaka Ouedraogo nämlich der einzige Bundesliga-Bezug des Turniers im Kader. Der 23-jährige Admira-Stürmer besitzt mit Abdou Razack Traore (Lechia Gdansk), dessen Bruder Alain Traore (Auxerre) und Aristide Bance (Samsunspor) aber harte Konkurrenz.

Der vierfache Afrika-Cup-Champion Ghana matcht sich in Gruppe D in Franceville (Gabun) mit Botswana, Guinea und dem von Frankreichs Fußball-Legende Alain Giresse trainierten Mali. Sorgen bereitete dem WM-Viertelfinalisten die Fitness des von Sunderland an Al Ain (VAE) verliehenen Asamoah Gyan. Der 26-jährige Stürmer laboriert an Oberschenkelproblemen. Mit dem noch nicht fitten Michael Essien (Chelsea) und dem aus dem Team zurückgetretenen Kevin-Prince Boateng (Milan) fehlen den "Black Stars" weiter namhafte Kräfte vergangener Tage.

Die Hoffnungen ruhen auch auf den Schultern der bei Olympique Marseille spielenden Ayew-Brüder Jordan (20) und Andre (22). Die Söhne von Abedi Pele, Afrikas dreifacher "Spieler des Jahres", gelten als hoch talentiert. Ghanas Teamchef Goran Stevanovic hat hohe Erwartungen in seine Schützlinge. "Ich weiß, dass ich meine Spieler unter Druck gesetzt habe, weil ich ihnen immer und immer wieder gesagt habe, dass Ghana erstmals seit 30 Jahren gewinnen kann", sagte der Serbe.

Erstellt am 19.01.2012