Italien feiert Wiederauferste­hung

Strahlemann: Der italienische Kapitän Antonio Cassano.
Foto: ap

"Das war das schönste Spiel meines Lebens", strahlte Cassano nach dem 2:1 über Spanien in seinem Bari.

Das war das schönste Spiel meines Lebens", strahlte Antonio Cassano. In seiner Heimatstadt Bari besiegte Italien Weltmeister Spanien 2:1, gewann erstmals seit über 17 Jahren gegen die Iberer, die obendrein die erste Niederlage 2011 kassierten.

Die italienischen Medien hoben die Mannschaft, die in Südafrika schon nach den Gruppenspielen zum Zuschauen degradiert worden war, am Donnerstag schon wieder in den Himmel.

Der Corriere dello Sport feierte gar schon wieder ein "weltmeisterliches Italien" und Abwehrmann Giorgio Chiellini kündigte dem Titelverteidiger gleich an: "Im EM-Finale sehen wir einander wieder!"

So weit wollte sich Teamchef Cesare Prandelli nicht aus dem Fenster lehnen: "Nach der Pause gingen bei uns Kraft und Ordnung verloren, dennoch haben wir Charakter und Mut beweisen", analysierte er. "So wünsche ich mir meine Elf."

Montolivo

Eingeleitet hatte den italienischen Sieg Riccardo Montolivo in der 11. Minute mit seinem ersten Teamtor. Für die Gazzetta war der 26-jährige Fiorentina-Verteidiger der beste Mann der Italiener.

Noch mehr strahlte nur Cassano. Torhüter Gianluigi Buffon hatte ihm die Kapitänsschleife vor der Partie in der Kabine auf seinen Platz gelegt, damit er in seiner Heimatstadt Bari die Squadra erstmals als "Capitano" auf den Rasen führt. Der Offensivmann war zu Tränen gerührt und bedankte sich für die "großartige Geste" mit einer grandiosen Vorstellung.

Prandelli, unter dem der Stürmer zur einer Schlüsselfigur in der verjüngen Auswahl aufstieg, meinte: "So gut hat Cassano unter mir noch nie gespielt". Das Siegestor der Italiener erzielte sechs Minuten vor dem Ende per abgefälschtem Schuss Alberto Aquilani, nachdem Xabi Alonso nach einer Attacke von Giorgio Chiellini an Fernando Llorente aus einem fragwürdigen Foulelfer (37.) vor der Pause ausgeglichen hatte.

Zaghaft

"Wir haben in der ersten Hälfte ein wenig zu zaghaft gespielt", resümierte der spanische Teamchef Vicente del Bosque, dem Xavi, Fàbregas, Puyol und Sergio Ramos gefehlt hatten. Die Spanier verloren während der Partie auch noch Fernando Torres (mit Verdacht einer Gehirnerschütterung) und Piqué durch Verletzungen.

In den zweiten 45 Minuten kam der 20-jährige Thiago Alcantara, dem eine große Zukunft vorausgesagt wird, zu seinem Teamdebüt für Spanien. Der Mittelfeldspieler, Sohn des früheren brasilianischen Teamkickers Manzinho, wurde in der Nähe von Bari geboren und wechselte mit 14 Jahren 2005 zum FC Barcelona.

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(apa / jos) Erstellt am
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