Sport | Fußball 12.04.2012

Hörtnagl-Klub Fürth vor Aufstieg

© Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Der Tabellenführer der 2. Deutschen Bundesliga setzt auf Nachhaltigkeit und Eigenbauspieler.

Die SpVgg Greuther Fürth steht unmittelbar vor dem größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte. Mit einem Heimsieg am Freitag gegen den FC St. Pauli wäre dem Tabellenführer der 2. Deutschen Bundesliga schon drei Runden vor Schluss zumindest der Relegationsplatz sicher, im Falle einer Niederlage von Fortuna Düsseldorf (Robert Almer) am Montag bei Dynamo Dresden und eines Punkteverlusts von Paderborn am Sonntag daheim gegen Cottbus hätten die Franken den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga definitiv fixiert.

Dass die Fürther in der kommenden Saison in einer Liga mit Bayern, Dortmund und Co. zu sehen werden, daran zweifelt wohl selbst Alfred Hörtnagl nicht mehr.

Der Tiroler arbeitet seit Anfang November als Fußball-Koordinator für den Zweitligisten und möchte allein schon aufgrund dieser kurzen Zeitspanne keine Gratulationen zum bevorstehenden Triumph entgegennehmen.

"Ich bin gerade einmal fünf Monate hier. Die Aufmerksamkeit gebührt jenen Leuten, die schon jahrelang dabei sind und die ganze Sache entwickelt haben."

Nachhaltigkeit

Der Ex-Rapid-Sportdirektor fungiert als organisatorische Schnittstelle zwischen Profis, Amateuren und Nachwuchs. Seine primäre Aufgabe ist es, junge Eigenbauspieler an die Kampfmannschaft heranzuführen.

Klubchef Helmut Hack ist laut Hörtnagl hauptverantwortlich für den Aufschwung der Spielvereinigung.Seit Hacks Amtsantritt 1996 ging es mit den Fürthern nicht nur sportlich stetig bergauf, auch in punkto Infrastruktur wurde einiges auf die Beine gestellt.

Seit sieben Jahren verfügt der dreifache deutsche Meister (1914, 1926, 1929) über ein modernes Trainingszentrum, außerdem wird im Frühjahr 2013 mit dem Bau eines 20.000 Zuschauer fassenden Stadions begonnen, das auf eine Kapazität von 28.000 Plätzen erweitert werden kann.

In den vergangenen Jahren bescherten Transfers von Kickern wie Heiko Westermann, Roberto Hilbert oder Martin Lanig den Fürthern zusätzliche Einnahmen. "Er setzt auf Nachhaltigkeit, und alle anderen im Verein stehen hinter seinen Entscheidungen, weil sie zum Erfolg geführt haben", sagte Hörtnagl.

In Österreich sei die SpVgg Greuther Fürth am ehesten mit der SV Ried vergleichbar, vermutete der Tiroler. Doch auch bei nahezu allen anderen Clubs der heimischen Bundesliga habe ein Umdenken eingesetzt. "Das Thema Nachhaltigkeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. In Österreich lebt es der eine mehr, der andere weniger. Aber die Arbeit mit den jungen Spielern zum Beispiel ist in Österreich schon ein großes Thema."

Erstellt am 12.04.2012