Sport | Fußball 05.12.2011

Herafs schlaflose Nächte

© Bild: Stefan Sigwarth

U-20-WM: Österreichs Auswahl gewöhnt sich an das kolumbianische Klima. Teamchef Andreas Heraf ist noch nicht hellwach.

War die Reise ins ferne Südamerika für Österreichs Unter-20-Nationalteam am Freitag noch nach Plan gelaufen, so schlichen sich gleich am ersten Tag vor Ort die ersten kleinen Spielverderber ins rot-weiß-rote Lager ein.

Obwohl Teamchef Andreas Heraf der starken Klimaanlage im Flugzeug nach Kolumbien mit Kapuzenpullovern für seine Spieler bestmöglich entgegenzuwirken versuchte, erwischte es doch einen: Lukas Rotpuller lag am Samstag bei einer Außentemperatur von 33 Grad Celsius mit Fieber im Bett. "Zwischendurch war seine Körpertemperatur sogar auf knapp 39 Grad angestiegen", berichtete Teamarzt Dr. Andreas Kastner, der zumindest für eine rasche Besserung, aber naturgemäß noch nicht für eine endgültige Genesung des Innenverteidigers der Austria sorgen konnte - und auch nicht wollte. "Natürlich könnte ich ihn mit einiger Chemie sofort fieberfrei bekommen. Aber gesund ist das nicht."

Eingewöhnung

Während Rotpuller in seinem Hotelzimmer unter der Bettdecke schwitzte, gab es schon am Samstagnachmittag in Cartagena die erste Trainingseinheit für seine Kollegen. "Das sollte für den ersten Tag bei diesen Temperaturen zum Eingewöhnen genügen", sagte Heraf. Am Sonntag schraubte der Coach die Intensität bei zwei Einheiten schon ein wenig in die Höhe.

Heraf selbst hatte nach der 24-stündigen Reise am ersten Tag keinen Grund zum Lachen. Nicht nur, dass gleich am ersten Tag der erste Spieler aus gesundheitlichen Gründen darniederlag, hatte der 43-Jährige trotz des großen Schlafdefizits in der ersten Nacht kaum ein Auge zugetan. Der banale Grund: Laute Musik im Nebenzimmer brachte den Teamchef auf die Palme und ließ ihn an der Rezeption heftig intervenieren.

Die Beschwerde bescherte Andreas Heraf immerhin ein neues Zimmer, aber deswegen noch längst kein Ende der Probleme. Denn im neuen Domizil war die Klimaanlage defekt. So musste sich der Ex-Internationale in der ersten Nacht insgesamt in drei Zimmern niederlassen, ohne dabei wirklich zur Ruhe zu kommen.

Fernweh

Zwei Spieler werden derzeit in Deutschland und der Schweiz von Fernweh geplagt, gerne wären sie in Kolumbien. David Alaba und Aleksandar Dragovic erhielten von ihren Klubs Bayern bzw. Basel nicht die Lizenz zum Spielen bei der U-20-WM. Alaba hatte lange mit einem Kolumbien-Trip spekuliert. "Es tut schon weh, dass ich nicht dabei bin", gab der zehnfache A-Internationale zu.

Dieser Meinung schloss sich auch Dragovic an. "Das wird für jeden eine riesige Erfahrung sein. Als Österreicher ist man ja nicht jeden Tag bei einer WM. Ich habe einige Male mit Trainer Thorsten Fink über die WM geredet. Am Anfang hatte ich schon Hoffnung - da gab es noch kein klares Ja oder Nein."

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Erstellt am 05.12.2011